Eine Rarität im Vorfrühling – Xylena vetusta – Braune Moderholzeule

Die Überwinterer warten darauf, jetzt beobachtet zu werden. Nicht nur Eupsilia transversa, Conistra vaccinii und andere Schmetterlingsarten sind bei milder Witterung auf der Suche nach Nahrung.

Xylena vetusta (HÜBNER, [1809-1813]) - Braune Moderholzeule. Höxter, Ziegenberg, 27. Februar 2017 (Foto: Dieter Robrecht)

Xylena vetusta (HÜBNER, [1809-1813]) – Braune Moderholzeule. Höxter, Ziegenberg, 27. Febrar 2017 (Foto: Dieter Robrecht)


Eine in unserem Arbeitsgebiet mittlerweile zur Rarität gewordene Art zeigte sich am 27. Februar 2017 am Leuchtturm. Gemeinsam mit Rudolf Pähler besuchte ich in Höxter (Ostwestfalen) den Talbereich des Ziegenberges (95 m üNN). Hier befinden sich einige künstlich angelegte Seen, an deren Ränder u.a. viele Sal-Weiden (Salix caprea) stehen und teils von frischen bis feuchten Wiesen sowie Gebüschen umgeben sind. Am Nachmittag starteten wir zunächst mit der Suche nach den Raupen des Großen Schillerfalters, die leider erfolglos blieb.
13 in Sangria getränkte Schnüre hängten wir etwa eine dreiviertel Stunde vor Beginn der Dämmerung aus. Der Abend war mit 13 – 11 Grad mild, der Himmel bedeckt und ein mäßiger Wind mit leichten Böen sorgte für eine gute Verteilung des Rotweinduftes. Schon mit Beginn der Dämmerung ab 18.30 Uhr saßen viele Falter am Köder, und bis 20.oo Uhr zählten wir u.a. jeweils über 120 Eupsilia transversa sowie 70 Conistra vaccinii .
Gleichzeitig hatten wir einen Leuchtturm aufgebaut, und zu unserer großen Überraschung flog kurz vor 20.oo Uhr ein Männchen der Braunen Moderholzeule Xylena vetusta an das Tuch – eine in unserem Arbeitsgebiet mittlerweile zur absoluten Rarität gewordene Art! Die letzten gemeldeten Nachweise für unser Arbeitsgebiet stammen aus Schloßböckelheim/Nahe vom 17.03.1998 (am Licht). Der letzte Fund aus NRW ist vom 12.04.1996 aus Holzwickede-Opherdicke, StÜPl Holzwickede-Hengsen.
BERGMANN (1954) bezeichnet die Art für Thüringen als „Leitart von Hochstaudengesellschaften (Wiesenknöterich-Sumpfstaudenvereinen) an quelligen, grasigen Halden und Böschungen in Wiesentälern des Hügellandes und der unteren Bergstufe“. Mit unserem Fund können wir die Vorliebe von X. vetusta für solche Habitate bestätigen.


Literatur:
Bergmann, A. (1954): Die Großschmetterlinge Mitteldeutschlands. Band 4/1 Eulen. Urania-Verlag GmbH, Jena, 1954

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Ein Kommentar zu Eine Rarität im Vorfrühling – Xylena vetusta – Braune Moderholzeule

  1. Frank Rosenbauer sagt:

    Ich bin begeistert, ganz toll! Herzlichen Glückwunsch.
    Es gibt jedoch noch einen aktuellen Fund in unserem Arbeitsgebiet (aus dem Jahr 2010 vom MTB 5907), der allerdings nicht bei uns sondern bei den Kollegen von der Pollichia in den Online-Karten dargestellt ist. Dennoch hast du natürlich recht: X. vetusta ist mittlerweile zur absoluten Rarität geworden.
    VG
    Frank

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