Pyrgus armoricanus offenbar im ehemaligen Munitions-Depot am Friesheimer Busch etabliert

Nach dem Fund Ende August 2016 wurde am 16. August 2017 erneut ein Falter in diesem vom NABU Rhein-Erft vorbildlich bewirtschaftetem Naturschutzgebiet nachgewiesen.

Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910) im Friesheimer Busch (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Das war mal wieder ein grandioser Exkursionstag im ehemaligen Munitionsdepot am Friesheimer Busch! Der Kurzschwänzige Bläuling flog in größerer Anzahl und den im vergangenen Jahr erstmals für NRW nachgewiesenen Zweibrütigen Würfel-Dickkopffalter fand ich auch heute wieder und konnte ihn sogar fotografieren!

Die Art hat hier offenbar ihren richtigen Lebensraum gefunden, ein Mosaik unterschiedlicher Wiesen- und Heideflächen mit kargen, offenen Bodenstellen und vielen Blüten, die mit reichlich Nektar die Insekten versorgen.

Wie sich inzwischen bei Diskussionen mit den niederländischen Lepidopterologen abzeichnet, gibt es möglicherweise auch Funde dieser deutschlandweit sehr seltenen Art in der Eifel nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Die Häufung warmer Sommer während der letzten zwei Jahrzehnte scheint eine Ausbreitung der Wärme liebenden Schmetterlingsart zu begünstigen.

Vielen Dank an Chris van Swaay für die Informationen!

Trocken-warm, blütenreich: Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch in Erftstadt (Foto: Karl-Heinz Jelinek)


Literatur:
JELINEK, K.-H. (2016): Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910): Erstnachweis für Nordrhein-Westfalen: (Lep., Hesperiidae). – Melanargia 28 (4): 135-139

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2 Kommentare zu Pyrgus armoricanus offenbar im ehemaligen Munitions-Depot am Friesheimer Busch etabliert

  1. Werner Kunz sagt:

    Lieber Herr Jelinek, 18.08.17

    Herzlichen Glückwunsch. Wie wär’s denn mal mit einem Artikel in „Naturschutz heute“ über die Habitat-Charakteristika, die Friesheim ausmachen, um endlich mal das beim Namen zu nennen, was man unter „Naturschutz heute“ zu verstehen hat, um dem Schwund der Schmetterlinge Einhalt zu gebieten.

    Werner Kunz

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