Melanargia alt und neu

Inhaltsverzeichnis von Jahrgang 28, Heft 4: Klick auf das Bild

Der 29. Jahrgang der „Melanargia“ ist komplett, Heft 4 steckt in der Post und wird die Mitglieder in wenigen Tagen erreichen. 

Das neue Heft enthält wieder einmal ein breites Spektrum der Schmetterlings-Faunistik: Autökologische Angaben von Spitzenarten der Roten Liste aus den letzten Hochmoorstandorten, Erstfunde von Arealerweiterern und bisher übersehenen Arten, zudem Bestimmungshilfe für schwer zu unterscheidende „Mikros“. Schriftleiter Günter Swoboda schafft es seit nunmehr fast 30 Jahren, ein interessantes Heft auf hohem Niveau zu erstellen. Vielen Dank dafür!

Das Internet-Angebot wird weiter ausgebaut, so konnten  bisher – Stand Ende November 2017 – die ersten sechs Jahrgänge der Melanargia (1989-1994) eingescannt werden, sie stehen unter „Veröffentlichungen >> Melanargia“ zur Verfügung. Weitere Jahrgänge werden in Kürze folgen, sobald sie aufgearbeitet sind. Dabei kommen Schätze zu Tage, die jetzt auch für die jüngeren Mitglieder erreichbar sind und gleichzeitig als Futter für Internet-Suchmaschinen dienen. Handgefertigte Karten und mit der Schreibmaschine getippte Text geben zudem schöne Einblicke in das Vereinsleben und die Arbeitsweise vor fast 30 Jahren.

Das Jahr 2017 war insgesamt geprägt von großem Medienecho zum Thema „Insektensterben“, der Wert der Artenvielfalt scheint wieder zu steigen. Diesen Schwung gilt es zu nutzen: Die Artenkenntnis in der breiten Bevölkerung ist nur noch marginal, den Rest besorgt das Glyphosat. Allerdings gibt es auch ein paar positive Ansätze durch die verschiedenen Online-Portale, Schmetterlinge fotografieren und bestimmen ist heute einfacher denn je. Solide Artenkenntnis braucht jedoch etliche Jahre, und ohne Anleitung durch „Alte Hasen“ (und Häsinnen) dauert es noch viel länger und macht weniger Spaß.

Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb im ablaufenden Jahr eine ganze Reihe von Exkursionen durchgeführt, mit spektakulären Beobachtungen an verschiedenen „Hotspots“ der Artenvielfalt.  2017 wird den meisten als ein ganz ordentliches Schmetterlingsjahr in Erinnerung bleiben. Mein ganz persönlicher Jahres-Höhepunkt waren die Lichtfänge und Tagesexkusionen ins Loreleygebiet. Am Mittelrhein rund um Kaub, Dörscheid, Bornich und St. Goarshausen werden wir auch 2018 wieder aktiv sein.

Die Kollegen vom Entomologischen Verein Krefeld, die ihre Funde seit vielen Jahre aufs Gramm genau protokollieren,  haben uns die besondere Bedeutung einer sauberen Dokumentation aller Beobachtungen vor Augen geführt. Jeder Falter zählt, aber nur wenn er auch aufgeschrieben und gemeldet ist! Der Datenbestand der Arbeitsgemeinschaft wächst weiter rasch, das Datenbank-Team ist mit den mittlerweile mehr als 120.000 Beobachtungsprotokollen gut beschäftigt. Das Abarbeiten des Altdaten-Berges ist mühsam, aber genau so wichtig wie die aktuelle Feldarbeit! Zudem steht die nächste Rote Liste auch schon wieder bevor. Jetzt kommen dann die so genannten „langen Winterabende“, vorab der Hinweis: Sauber aufgearbeitete Daten und Tabellen verarbeiten wir gerne, Wunder dauern etwas länger!

Und ganz nebenbei haben etliche Mitglieder noch Pflegeeinsätze zum Erhalt einiger Spitzenbiotope durchgeführt, unter anderem in Schloßböckelheim, Dahlem und im Recker Moor. Der ehrenamtliche Naturschutz ist nicht alleine auf die Expertise der Arbeitsgemeinschaft angewiesen, auch die praktische Umsetzung hat eine Menge Spaß gemacht!

Alle Vorträge, Exkursionen und Aktivitäten finden sich wie gewohnt auf der Terminseite! Und der Aufruf des Vorstand in Jahrgang 1 Heft 1 von 1989 gilt nach wie vor:

Wir wünschen uns eine rege Mitarbeit aus den Reihen der Mitglieder und viele interessante Beiträge.“

 

 

 

 

 

 

 

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