Schmetterlingssuche bei frostigen Temperaturen: Höhlenspanner und -Eulen

Der lange andauernde Winter stellt die Geduld der Feldentomologen auf eine harte Probe. Doch es gibt bei jedem Wetter etwas zu tun. Derzeit lohnt sich ein Blick in die Überwinterungsquartiere.

Äußerst spannend war es für mich, im kalten Winter in Höhlen nach Schmetterlingen zu suchen, die an den Wänden sitzen und auf diese Weise den Winter überdauern.
Ein verlassener Stollen in Altenbeken (Kreis Paderborn), der sich in der Nähe der Eisenbahngleise befindet, war mein erstes Ziel. Dieser Stollen ist jedoch nicht frei zugänglich, Stollenein- und -ausgang sind mit einer Bretterwand fest verschlossen. Lediglich ein kleines Einflugloch ermöglicht es Fledermäusen und Schmetterlingen in den Höhlenbereich zu gelangen.

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Während einer gemeinsamen Erkundung mit Fledermausexperten, die die Höhle im Rahmen eines Monitorings nach Fledermäusen regelmäßig besichtigen, wurde ich am 27. Januar 2013 fündig. An den Wänden saßen sieben Falter vom Olivbraunen Höhlenspanner Triphosa dubitata (LINNAEUS, 1758) sowie einige Falter der Zimteule Scoliopteryx libatrix (LINNAEUS, 1758). Die Höhle wird von einigen Fledermausarten besiedelt, ein vorsichtiges Ableuchten der Wände mit der Taschenlampe war deshalb selbstverständlich, um die Tiere nicht zu stören.

In einer kleinen Höhle in Marsberg-Beringhausen (Hochsauerlandkreis), die ich am 16. Februar 2013 beging, zählte ich 37 T. dubitata sowie  neun S. libatrix.
Die Falter fand ich überwiegend im schwach hellen bis dunklen Bereich. Sie sind leicht zu finden, denn sie sitzen mit ausgebreiteten Flügeln an den Steinen.
Sobald die Weidenkätzchen blühen, verlassen die Höhlenspanner ihre Winterquartiere. Wer Höhlen/Stollen kennt und ebenfalls Lust verspürt, sich auf diese spannende Faltersuche zu begeben, sollte deshalb nicht allzu lange warten.

Das Sommerprogramm der Arbeitsgemeinschaft ist übrigens schon jetzt prall gefüllt mit Exkursionen zu den unterschiedlichsten Zielen, alle Termine finden sich wie gewohnt auf der  Terminliste.

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3 Kommentare zu Schmetterlingssuche bei frostigen Temperaturen: Höhlenspanner und -Eulen

  1. Dieter Robrecht sagt:

    Hallo Ludger,

    Sicherheitsgründe mögen ein Aspekt sein, warum Stolleneingänge verschlossen wurden. Der Stollen in Altenbeken ist jedoch, soweit mir bekannt, auf die Fledermausfreunde zurück zu führen. Man will jeglichen menschlichen Besuch im Innern der Höhle verhindern, um die Fledermäuse nicht zu stören.
    Viele Grüße
    Dieter

  2. Ludger Wirooks sagt:

    Also gibt es ihn doch auch als Falter den Höhlenspanner, von dem ich seit einigen Jahren ja nun immer wieder die Raupe finde!!
    Das erinnert mich v.a. daran, dass ich vor vielen, vielen Jahren in meiner Heimat am schönen Niederrhein in einem 2.Weltkrieg-Bunker des Westwalls neben einer einzelnen Fledermaus massenhaft Tagpfauenaugen, ein paar Zimteulen und Hypena rostralisse an der Decke fand. Als ich Jahre später noch mal gucken wollte war das Teil aus Sicherheitsgründen leider verschlossen wie vermutlich mittlerweile alle entsprechenden Örtlichkeiten….

    • Karl-Heinz Jelinek sagt:

      Hallo Ludger,
      in den Jahren 2010 und 2016 hatte ich im Monat April sogar Falter am Licht. Selbst das gibt es im Rhein-Erft-Kreis.
      Viele Grüße
      Karl-Heinz

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