Die Pestwurzeule ist wieder los!

Ich hatte an dieser Stelle im letzten Jahr schon mal darauf hingewiesen, dass es in unserem Arbeitsgebiet mit aktuellen Daten zur Pestwurzeule Hydraecia petasitis DOUBLEDAY, 1847 eher mau aussieht. Dies liegt zum einen an der Seltenheit (die Pestwurz-Bestände werden in unserer durchgestylten Landschaft immer rarer) als auch an der versteckten endophagen Lebensweise der Raupen.

Von H. petasitis befallene Blüte der Pestwurz (Foto: Frank Rosenbauer)

Von H. petasitis befallene Blüte der Pestwurz (Foto: Frank Rosenbauer)

Am besten kann die Art im Jungraupenstadium nachgewiesen werden, da sie dann in den Blütentrieben welke Spitzen verursacht (Bild 2). Die Raupen wachsen aber rasch und wechseln innerhalb der Wirtspflanze in die Blattstiele und letztlich in den Wurzelstock, wo man sie nur noch mit sehr viel Mühe findet. Aufgrund der warmen Witterung der letzten Tage sind die Jungraupen in diesem Jahr eine gute Woche früher unterwegs als im letzten Jahr. Deswegen heißt es: Wer Pestwurz-Bestände kennt sollte jetzt losziehen um diese auf Befall durch Hydraecia petasitis zu überprüfen. Meinen Beobachtungen nach scheint die Eule jedoch nur Bestände zu befallen, die am Rande von Gewässern stehen (Bild 1, Rieselfelder Münster, Foto: Frank Rosenbauer).

Über Erfolgsmeldungen würde ich mich sehr freuen – viel Glück!

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2 Kommentare zu Die Pestwurzeule ist wieder los!

  1. Jörg Siemers sagt:

    In der Eifel sind Hydraecia-petasitis-Jungraupen noch in den Blütenstängeln zu finden: ich konnte heute im Urfttal an 5 Fundorten (in den TK-Quadranten 5404/4 und 5505/2+4) mühelos mehrere Raupen finden. (Bei dem kühlen Wetter hatte ich Muße für die Raupensuche :-)).
    Anders als bei Frank Rosenbauers Beobachtungen befanden sich diese Raupenfundorte allesamt nicht unmittelbar am Ufer der Urft.
    Gruß von
    Jörg Siemers

  2. Willi Wiewel sagt:

    Pestwurz hier schon ohne Blütenstände
    Gestern habe ich sofort nachgeschaut, weil ich mich auch noch an den Artikel des letzten Jahres erinnerte. Ich suchte einen kleinen Bestand der Pestwurz in Duisburg-Wanheim an einem Bachlauf auf. Leider waren die Blüten schon verschwunden und nur noch Blätter zu sehen. Jetzt hab ich mir vorsorglich für März 2019 einen Erinnerungsvermerk in meinen Kalender gelegt.

    Mit besten Grüßen
    Willi Wiewel

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