Beifuß-Mönch: Gut versteckt im Blütengewirr

Der Beifuß-Mönch Cucullia absinthii hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in – Wuppertal-Elberfeld. Und zwar deutschlandweit! Nicht zu glauben? Stimmt aber, jedenfalls wenn man einen Blick in die Nachweiskarte der Schmetterlinge Deutschlands wirft.
In dem Projekt, in welches auch die Daten der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft einfließen, kann man sich Verbreitungskarten der einheimischen Falterarten anschauen. Seit neuestem hat dort jede Art auch einen festen Link, das dient der Nutzbarkeit des Portals für Publikationen und die Kommunikation unter Kollegen. Und kein Zweifel, das Meßtischblatt Wuppertal-Elberfeld hat dort mit über 25 absinthii-Nachweisen aus den letzten 16 Jahren den Vogel abgeschossen, deutschlandweit.

Eine Nachweiskarte ist noch keine Verbreitungskarte! Beifuß-Mönch, auch Wermut-Graumönch Cucullia absinthii (Linnaeus, 1761) in Westdeutschland.

 

Das Ganze ist natürlich ein herrlicher Blödsinn, und liegt ausschließlich daran, dass der Kollege Armin Radtke seit vielen Jahren im Raum Wuppertal zur richtigen Zeit nach den absinthii-Raupen sucht. Und so etwas wirkt ansteckend auf die Kollegen, und so kommt auch der angebliche „Verbreitungsschwerpunkt“ zu Stande.

Die absinthii-Raupe ernährt sich von verschiedenen Artemisia-Arten, wie Artemisia vulgaris (Gewöhnlicher Beifuß), A. campestris (Feld-Beifuß), A. absinthium (Wermut). In unserer Region wächst der „Gewöhnliche“ Beifuß an vielen trockenen Ruderal-Stellen, und die Raupen sind Anfang September fast ausgewachsen.

Vielleicht hat der eine oder andere die Art noch nie gesehen und / oder Lust „sein“ Meßtischblatt mit einem grünen Kästchen zu verzieren: Die Raupen von Cucullia absinthii sind zwar gut getarnt, aber mit ein wenig Zeit tagsüber in den Blütenständen des Gemeinen Beifußes (Artemisia vulgaris) leicht zu finden. Noch besser geht das nachts mit Hilfe der Taschenlampe, dann „leuchten“ die Raupen regelrecht aus dem Blütengewirr.

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3 Antworten zu Beifuß-Mönch: Gut versteckt im Blütengewirr

  1. Armin Radtke sagt:

    und für die nun Angespornten: es lohnt sich weiterhin auch in den nächsten Tagen nach den Raupen zu suchen, ich habe erst heute zwei noch nicht erwachsene Raupen an Artemisia vulgaris im Norden Wuppertals gefunden. Dabei waren die Raupen vergleichsweise leicht zu finden, da sie auf nicht mehr ganz frischem Beifuß, dessen Blüten schon recht braun waren, saßen.

  2. Ludger Wirooks sagt:

    in der Tat ist er leicht zu finden und jahrelang hatte ich in Hubbelrath auf dem Golfplatz eine oder mehrere Raupen gehabt – und das bei meist deutlich unter 10 Pflanzen dort!!!!
    Nur 2018 und dieses Jahr gab’s keine……. ob’s ihm zu trocken war oder purer Zufall?
    Am schnellsten findet man ihn übrigens durch Klopfen – das geht bei Beifuß ja ganz einfach und man findet dabei noch andere wie Eupithecia absinthiata und andere Eupis, Ectropis crepuscularia oder sogar mal Biston betularius!
    In dieser Karte gibt es ihn für Aachen zwar nicht, aber hier habe ich ihn auch schon zig mal gefunden – sind halt nur die „Altdaten“, die noch nicht im Insectis sind drin sind…..den gibt es sicherlich überall und der Rote Liste Status kommt sicherlich nur daher, dass man den Falter am Licht nicht fangen kann – wie ja die meisten anderen Cucullien…..

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