Großer Fuchs ist Schmetterling des Jahres 2018

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den „Großen Fuchs“ (Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. Mit der Auszeichnung möchte die Stiftung auf die schlechte Überlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam machen.

Foto: R. Manderbach

Großer Fuchs – Nymphalis polychloros. (Foto: R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de)

In Deutschland steht der „Große Fuchs“ auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere; in Nordrhein-Westfalen ist er vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als „sehr stark rückläufig“ ein. Der Große Fuchs kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldrändern aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.

Großer Fuchs.

Großer Fuchs, erwachsene Raupe. (Foto: Walter Schön)

Während die meisten der 180 in Deutschland lebenden Tagschmetterlingsarten die kalte Jahreszeit als Raupen verbringen, überwintert der Große Fuchs als ausgewachsener Falter. Daher braucht er schon im zeitigen Frühjahr Nahrung. Die erste Futterquelle sind blühende Weidenkätzchen. Leider entfernen Förster Salweiden häufig, da ihr Holz nur wenig Geld einbringt. Das ist ein Hauptgrund für den Rückgang der Bestände des Großen Fuchses. Um dem Großen Fuchs zu helfen, sollten Weichholzarten wie die Salweide nicht mehr unbedacht abgeholzt, sondern erhalten werden.

Raupennest vom Großen Fuchs an Salweide (Foto: Martine Goerigk)

Raupennest vom Großen Fuchs an Salweide (Foto: Martine Goerigk)

Salweiden gelten zusammen mit Eichen als wichtigste Bäume für Schmetterlinge, ca. 100 Arten ernähren sich davon entweder als Futterpflanze der Raupen oder Nektarpflanze. Eine weitere Ursache für den Bestandsrückgang des Falters ist der Verlust seines Lebensraumes durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und den Flächenverbrauch für Siedlungsbau und Verkehr.

Die Weibchen legen im April und Mai ihre Eier in Gelegen (Eispiegel) rund um dünne Zweige in den Kronen von Salweiden, Pappeln oder Obstbäumen ab, den Futterpflanzen der Raupen. Diese leben zunächst gesellig in einem Netz aus Spinnfäden und verpuppen sich im Frühsommer. Sie sind dann etwa 45 Millimeter lang, schwarzgrau und tragen mehrere Reihen orange gefärbter verästelter Dornen. Zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Schmetterlinge. Sie ziehen sich aber schon früh in ihre Überwinterungsquartiere zurück, so dass der Große Fuchs im Herbst nur selten zu beobachten ist.

Nachweiskarte vom Großen Fuchs (Nymphalis polychloros) aus der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft, Stand 11/2017

Der Große Fuchs ist aktuell im Arbeitsgebiet (ehemalige Preussische Provinzen Rheinland und Westfalen) weit verbreitet aber nicht häufig, nur entlang von Mosel, Nahe und Mittelrhein kann der Falter regelmäßig in größeren Anzahlen beobachtet werden. Sichere Nachweise von Nymphalis polychloros sind dringend erwünscht, vor allem mit guten Bildbelegen (wg. Verwechslungsgefahr mit Kleinem Fuchs – Aglais urticae).

Nehmen Sie einfach Kontakt auf!

Weitere Angaben zur Verbreitung einheimischer Schmetterlingsarten finden Sie unter www.schmetterlinge-nrw.de

 


Pressehinweis:
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Zwei an Esche lebende Nachtfalterarten werden häufiger

Sowohl die Ockergelbe Escheneule Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]) als auch der Eschen-Zackenrandspanner Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]) leben als Raupe an Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior). Seit einiger Zeit können beiden Arten in Nordrhein-Westfalen zumindest regional erfreulich regelmäßig beobachtet werden.

Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer

Die Flugzeiten der wunderschönen Falter erreichen im Spätsommer, meist gegen Ende August bis Anfang September, ihre Höhepunkte. Sie können zu dieser Zeit dann gemeinsam an der Lichtfanganlage beobachtet werden. Am besten kann man sie im direkten Umfeld alter Eschen nachweisen, in günstigen Nächten fliegen sie jedoch auch entfernt von Eschenbeständen die Lampe an. Bei Beobachtungen im Münsterland fiel auf, dass Atethmia centrago meist als einer der ersten Falter ans Licht kommt, wohingegen Ennomos fuscantaria oft erst nach Mitternacht erscheint. Dies könnte erklären, warum Ennomos fuscantaria an einigen Stellen an denen Atethmia centrago vorkommt bisher nicht nachgewiesen wurde.

Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer


Ein Blick in die online-Verbreitungskarten unserer Arbeitsgemeinschaft (nrw.schmetterlinge-bw.de) verrät, dass Ennomos fuscantaria schon in früheren Zeiten regelmäßig gefunden wurde, dann jedoch über etliche Jahre selten auftrat und sich erst jüngst im Bestand wieder zu erholen scheint. Ganz anders Atethmia centrago, die früher in weiten Teilen unseres Arbeitsgebiets fehlte, sich aber ab den späten 1990er Jahren, mit starker Fundortzunahme ab 2010, deutlich ausgebreitet hat.

Nachweiskarten von A. centrago und E. fuscantaria aus dem Arbeitsgebiet
(Quelle: www.schmetterlinge-nrw.de)

 

Was sind die Gründe für die Häufigkeitszunahme der an Esche lebenden Falterarten? Natürlich bleiben diese ohne umfassende und gezielte Untersuchungen spekulativ. Auch ist es wahrscheinlich, dass die Gründe bei beiden Arten nicht die gleichen sind. Es fällt jedoch auf, dass die Eschen seit den 1990er Jahren vom Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus befallen werden, der sich rasant ausbreitet und mittlerweile in weiten Teilen Europas ein als ‚Eschenwelke‘ bekanntes Eschensterben verursacht. Der Pilz stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde vermutlich mit importierten Eschenarten nach Europa eingeschleppt. An ostasiatischen Eschen lebt er völlig harmlos, aber bei unserer Gewöhnlichen Esche führt der Befall zum Absterben der Triebe und damit zum Auslichten der Kronen.

Vielleicht begünstigt der vom Pilz verursachte Vitalitätsverlust der Eschen den Befall durch die Schmetterlingsraupen. Eventuell schafft die Auslichtung der Baumkronen für die Raupen ein günstigeres Mikroklima. Die wärmeliebende Flusstalart Atethmia centrago könnte in ihrer Ausbreitung nach Norden sicherlich davon profitieren. Ob dies auch für die bereits in früheren Jahren in Nordrhein-Westfalen etablierte Ennomos fuscantaria zutrifft, ist völlig unklar. Ebenso könnte ein natürlicher Massenwechsel, wie wir ihn bei etlichen Schmetterlingsarten beobachten können, der Grund für die aktuelle Bestandserholung sein. Welche Bedeutung Ligusterhecken spielen, an denen laut Literatur die Raupen von Ennomos fuscantaria auch leben sollen, ist ebenfalls fragwürdig.

Jedenfalls sollten wir die beiden hübschen Falterarten weiter beobachten und deren aktuelle Ausbreitung dokumentieren. Deshalb die große Bitte an alle, ihre Beobachtungen an unsere Arbeitsgemeinschaft zu melden. Und allerbesten Dank an alle, die dies regelmäßig tun, denn nur so können wir Zu- und Abnahmen (leider meist letzteres) in unserer Schmetterlingsfauna überhaupt erst erkennen.

Quellen:

https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/pilze_nematoden/wsl_merkblatt_eschentriebsterben/index_DE

http://nrw.schmetterlinge-bw.de/

 

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Lost in Luzerne – Exkursion zur Goldenen Acht

Quadratkilometer große, ausgeräumte Felder, künstlich aufgeschüttet aus dem Oberboden des Braunkohle-Tagebaus. Der Horizont dominiert von Gr0ßkraftwerken und Windparks: Einige Schmetterlingsarten vermehren sich auch in politisch völlig unkorrekten Landschaften prächtig. 

Eine Exkursion in ein politisches Minenfeld, zwei Wochen vor der Bundestagswahl? Der eine oder andere Naturschutz-Aktivist runzelte bedenklich die Stirne, beim Titel „Ein Paradies für den Schmetterling des Jahres – der Tagebau Garzweiler“. Aber die Lebenszyklen der Falter kümmern sich wenig um Wahlperioden,  Entomologen zumeist auch nicht, und so fand die Exkursion der Arbeitsgemeinschaft am Sonntag, 10. September 2017 guten Zulauf.

Exkursion der Rh.-Westf.Lepidopterologen am „Skywalk“ in Jackerath, 10. September 2017 (Foto: Armin Dahl)

Mitte September ist die Flugzeit der meisten Tagfalterarten vorbei, mit wenigen Ausnahmen. Eine davon ist die Goldene Acht (Colias hyale), die zwei Generationsfolgen im Jahreslauf durchmacht, die Herbst-Generation ist dabei erheblich individiuenreicher. Der Falter vermehrt sich vor allem in Rotklee- und Luzernefeldern, und die sind durch die  ertragsmaximierten Landwirtschaft selten geworden. Die Exkursion zum „Schmetterling des Jahres 2017“ führte deshalb in eine sehr spezielle „Landschaft“, in der es jedoch noch reichlich Luzernefelder gibt: Die Königshovener Höhe zwischen Bedburg und dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Strahlendes Wetter nach Dauerregen am Vortag, so muss es sein, wenn die Exkursion von einem Wetter- und Klimaexperten angeführt wird:  Knapp 20 Teilnehmer blinzelten am „Skywalk“ in Jackerath in die Sonne, hier hatte Organisator Karl-Heinz Jelinek den Treffpunkt angesetzt. Nach einem Blick ins Tagebau-Loch und auf die an der sonnigen Hangkante fliegenden Tagfalter ging es per Auto weiter mitten in den Windpark auf der Königshovener Höhe, ins Zielgebiet der Exkursion.

„Flurbereinigung  – hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“. Eine riesige Infotafel inmitten von noch größeren Feldschlägen, dazu ein paar Windräder als Strukturelemente, hier soll der Schmetterling des Jahres leben?  Wer mit einem strukturreichen, bunten Halbtrockenrasen – eben einem typischen Schmetterlings-Biotop – gerechnet hatte, der musste hier erst einmal tief durchatmen. Zur Beruhigung bekamen die Exkursionsteilnehmer eine kurze Einführung in die Bedeutung von Offenland-Biotopen serviert, vorgetragen vom Lokalmatador Professor Werner Kunz, den meisten Teilnehmern schon bekannt durch seine kritische Einstellung zum gängigen Habitatmanagement.

Und kaum hatte sich die Exkursion in Bewegung gesetzt, die Temperaturen etwa bei 15°C, die tönte es schon „Da fliegt einer“ – „Und da noch einer“ – „Und guck mal da hinten, da sind ja ganz viele“: Colias hyale satt, dazwischen Mengen an Tagpfauenaugen, ein paar Bläulinge, Gitterspanner, Gamma-Eulen…

Jetzt war die Truppe halbwegs elektrisiert und verteilte sich in den Luzernefeldern, wo es überall gelb herausblinkte und flatterte. Gleich zu Beginn zeigte sich auch noch ein fotogener Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Teil der dritten Generation dieser Art. Überhaupt kamen die Fotografen auf ihre Kosten: Bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen konnte jeder die Falter aus nächster Nähe studieren und ablichten, ob das jetzt icarus-Bläulinge oder die letzten Raupen des Distelfalters (Vanessa cardui) waren.

Auch die Ornithologen machten zufriedene Gesichter: Die Felder der Königshovener Höhe sind gute Plätze um den Vogelzug zu beobachten, Wiesenpieper, Schafstelzen und Steinschmätzer als typische September-Durchzügler waren zu sehen.

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Nach zweieinhalb  Stunden und einem quadratisch-praktischen Spaziergang um einen riesigen Luzerneschlag hatten sich die Teilnehmer an der Goldenen Acht satt gesehen, das Problemfeld Landwirtschaft und Schmetterlinge ausgiebig diskutiert, und die Exkursion löste sich auf. Wer Lust hatte verteilte sich noch in der Region, hier gibt es noch reichlich gute „normale“ Biotope, mit Mauerfuchs (Parage megera), Kleinem Heufalter (Coenonympha pamphilus) und Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae).

Fazit: Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa auf dem Rückzug, obwohl sie als Wanderfalter nicht selten mehrere hundert Kilometer zurücklegt. Die als Raupen überwinternden Falter können nur dort bodenständig sein, wo ausreichend Futterpflanzen und Winterverstecke für die Raupen vorhanden sind. Und derartige Flächen sind für den  ehemals „Gemeinen Heufalter“ in der heute als „normal“ bezeichneten Agrarlandschaft kaum mehr vorhanden. Auf den Rekultivierungsflächen im Rheinischen Brankohlerevier liegt jedoch momentan noch ein Paradies für die „Goldene Acht“.

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Oh Mosella – Spätsommer-Falter von der Untermosel

Einer der entomologisch besten Felshänge an der Mosel ist der nach dem gallischen Dichter Decimus Magnus Ausonius benannte Ausoniusstein auf Gemarkung Lehmen. Dort leben bis heute viele der wärmeliebenden Spitzenarten Westdeutschlands. Ein Exkursionsbericht.


So liebe ich Ausflüge an Stellen, an denen ich vorher noch nie gewesen bin: Sonnenschein, eine herrliche Aussicht über das Tal, und gleich eine neue Art! Keine zwei Minuten saß ich auf dem Bänkchen am Aussichtspunkt in der Nähe des Ausoniussteins, da flatterte schon ein größerer Nachtfalter über die Wiese, der sich auch zu einem Fototermin überreden ließ: Selidosema brunnearia, eine der größten Raritäten unter den einheimischen Geometriden. Der Purpurgraue Heide-Tagspanner ist ein echter Trockenrasen-Bewohner, und besiedelt nur ein kleines Areal entlang von Mosel, Mittelrhein und Nahe.

Xerotherme Hänge wie der oberhalb des Weindörfchens Kattenes an der Mosel bieten nicht nur Berühmtheiten wie dem Apollofalter (Parnassius apollo) Lebensraum, hier leben auch die geheimen Stars der Schmetterlingsforschung, unscheinbare, versteckt lebende Falterarten, denen aber eines gemeinsam ist: Heiß muss es sein, trocken und voll sonnenexponiert, am besten mit ordentlich Felsen zur Wärmespeicherung, und mit möglichst wenig Niederschlag.
Alles das findet sich an der Untermosel an etlichen Stellen. Freistehende Schieferfelsen speichern die Wärme, Eifel und Hunsrück halten den Regen ab, die Felshänge sind selbst für den Weinbau zu steil.

Nach etlichen Exkursionen an die Mittelmosel war der Besuch am Ausoniusstein schon lange überfällig. Der Felshang hat seinen Namen nach dem Dichter Decimus Magnus Ausonius, dessen Reisebeschreibung „Mosella“ aus dem Jahr 375 nach Christus bis heute wohl das berühmteste Moselgedicht ist. Wer Spaß an fast 500 schwülstigen lateinischen Hexametern hat ist mit Ausonius gut bedient, im Gedicht wimmelt es unter anderem von Flußnixen und bocksfüßigen Satyren, der aus Burgund stammende Gallier war an den essbaren Fischen der Mosel deutlich stärker interessiert als am Wein. Und er kannte offenbar nur die Obermosel zwischen Neumagen und Trier, hat also den nach ihm benannten Felsen nie selbst gesehen. Weiterlesen

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Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands erschienen (mit Download)

Forscher aus Karlsruhe, Bonn und Dresden veröffentlichen nach 18 Jahren eine aktualisierte Übersicht über die Schmetterlinge Deutschlands und die einzelnen Bundesländer
Das Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera) (2. Auflage) enthält auf 362 Seiten mit 128 Farbabbildungen 3.682 Arten, die aus Deutschland sicher nachgewiesen sind. Es bildet den Band 3 in der Reihe „Entomofauna Germanica“, welche von der Entomofaunistischen Gesellschaft e.V. (EFG) aus Dresden herausgegeben wird und über sie bezogen werden kann.

In dem Buch wird das Vorkommen aller heimischen Schmetterlingsarten in Deutschland und in den Bundesländern in einer Verbreitungstabelle in vier Zeitstufen angegeben: Nachweise bis 1900, Nachweise 1901-1980, Nachweise 1981-2000 und Nachweise 2001-2016. Diese Verbreitungstabelle wird ergänzt durch zahlreiche, z.T. umfangreiche Anmerkungen zur Faunistik, d.h. der Verbreitung der Arten in Raum und Zeit, sowie zur Taxonomie einzelner Arten. In einem eigenen Kapitel werden darüber hinaus 312 fragliche Nachweise, irrtümlich gemeldete, mutmaßlich eingeschleppte und nicht bodenständige Arten kommentiert.

Die Entomofaunistische Gesellschaft hatte sich bereits 1990 zum Ziel gesetzt, ein Gesamtverzeichnis aller Insekten Deutschlands herauszugeben. In nur fünf Jahren, zwischen 1998 und 2003, erschien diese „Entomofauna Germanica“ in sechs Bänden. Das Werk gibt erstmals eine aktuelle Gesamtübersicht zur Insektenfauna Deutschlands und listet 33.473 Arten aus 29 Ordnungen auf. Für fast die Hälfte der Arten (15.151 = 45,3 %) war es möglich, eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht zu erarbeiten. Für die Ordnung der Schmetterlinge liegt nun mit der 2. Auflage für die erste Großgruppe nach 18 Jahren eine aktualisierte Übersicht vor.

Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, das den Band federführend bearbeitete, hat eine lange Tradition in der Erforschung der Schmetterlingsfauna. Aktuell bearbeitet es im Umweltforschungsplan des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in einem Verbundprojekt mit dem Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Zusammenfassung und Visualisierung von Daten über das Vorkommen von Schmetterlingen in Deutschland“. Ziel ist es, weiterhin die Übersicht über alle in Deutschland einheimischen Schmetterlingsarten hinsichtlich Vorkommen, jahreszeitlichem Auftreten, Lebensraum und Gefährdung zu behalten und diese Informationen für Rote Listen und Naturschutz sowie für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit bereitzustellen (www.lepidoptera.de).


Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera), 2. überarbeitete Auflage. (Foto R. Trusch, Grafik: S. Scharf).

Preis: € 30,- zzgl. Porto und Versand
Bezug: Bestellungen bitte an die Entomofaunistische Gesellschaft, Geschäftsstelle, Postfach 202731, D-01193 Dresden oder E-Mail: klausnitzer.col@t-online.de
Der Versand erfolgt ab 1.9.2017. Die Erstbesteller können auf Wunsch noch ein Exemplar der 1. Auflage o.g. Werkes zum Selbstkostenpreis von € 10,- mit ihrer Sendung erhalten.

Weitere Informationen:
Dr. Robert Trusch, Kurator Lepidoptera, Referat Entomologie
Tel. +49 (0) 721 175 2842
E-Mail: trusch@smnk

Pressekontakt:
Anna Prim M.Sc.
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Tel.: 0721/175 2156
Fax: 0721/175 2110
E-Mail: presse@naturkundeka-bw.de


Download:

GAEDICKE et al. 2017:  Tabelle (Druckfassung)  aus: Gaedike, R., Nuss, M., Steiner, A. & Trusch, R. (Hrsg.) (2017): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera). 2. überarbeitete Auflage. – Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 21: 1-362.

 

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Pyrgus armoricanus offenbar im ehemaligen Munitions-Depot am Friesheimer Busch etabliert

Nach dem Fund Ende August 2016 wurde am 16. August 2017 erneut ein Falter in diesem vom NABU Rhein-Erft vorbildlich bewirtschaftetem Naturschutzgebiet nachgewiesen.

Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910) im Friesheimer Busch (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Das war mal wieder ein grandioser Exkursionstag im ehemaligen Munitionsdepot am Friesheimer Busch! Der Kurzschwänzige Bläuling flog in größerer Anzahl und den im vergangenen Jahr erstmals für NRW nachgewiesenen Zweibrütigen Würfel-Dickkopffalter fand ich auch heute wieder und konnte ihn sogar fotografieren!

Die Art hat hier offenbar ihren richtigen Lebensraum gefunden, ein Mosaik unterschiedlicher Wiesen- und Heideflächen mit kargen, offenen Bodenstellen und vielen Blüten, die mit reichlich Nektar die Insekten versorgen.

Wie sich inzwischen bei Diskussionen mit den niederländischen Lepidopterologen abzeichnet, gibt es möglicherweise auch Funde dieser deutschlandweit sehr seltenen Art in der Eifel nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Die Häufung warmer Sommer während der letzten zwei Jahrzehnte scheint eine Ausbreitung der Wärme liebenden Schmetterlingsart zu begünstigen.

Vielen Dank an Chris van Swaay für die Informationen!

Trocken-warm, blütenreich: Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch in Erftstadt (Foto: Karl-Heinz Jelinek)


Literatur:
JELINEK, K.-H. (2016): Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910): Erstnachweis für Nordrhein-Westfalen: (Lep., Hesperiidae). – Melanargia 28 (4): 135-139

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Herrichia excelsella STAUDINGER, 1871 – Erstnachweis für NRW

Das Hiddeser Bent ist ein Hangmoor mit angrenzenden naturnahen Laubwäldern am südlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes, südöstlich von Bielefeld. Dieses unter Naturschutz stehende Gebiet beheimatet zahlreiche hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten, darunter u.a. Acanthopsyche atra (Schwarzer Sackträger, Kieferheiden-Sackträger) und andere Seltenheiten.

Herrichia excelsella

Herrichia excelsella STAUDINGER, 1871, Hiddeser Bent, 9. Juli 2017 (Foto: Dieter Robrecht)

An Vollmondtagen fahre ich normalerweise nicht mehr zu Nachtbeobachtungen hinaus, da viele Enttäuschungen hinter mir liegen. Da die Temperatur an diesem Abend jedoch knapp unter 20 Grad bleiben sollte, entschloss ich mich spontan, doch noch loszufahren und mein Glück zu versuchen. Der Vollmond herrschte wunderschön und ohne jeglichen Schleier über dem Hiddeser Bent, diesem kleinen Hochmoor bei Detmold, das einige sehr seltene Schmetterlingsarten beheimatet. Erwartungsgemäß flogen nicht viele Arten am Wegrand des Moores zum Licht, aber zwei Herrichia excelsella sorgten für eine große Überraschung, stellen sie doch den Erstnachweis für Nordrhein-Westfalen dar.

Die zu den Faulholzmotten (Oecophoridae) zählende, nur etwa 14 Millimeter Spannweite messende Art wird im Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (GAEDICKE & HEINICKE, 1999) nur für die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern aufgeführt. Willy BIESENBAUM (2007) erwähnt die Art für unser Arbeitsgebiet nicht.

Im Lepiforum ist ein Falter aus Hessen, Brachttal (Main-Kinzig-Kreis) mit Datum 4. Juli 2012 abgebildet. Im InsectIS-online sind für Rheinland-Pfalz zwei Meldungen im äußersten Süden des Landes aufgeführt.

TOKÁR, LVOVSKY & HUEMER (2005) schreiben zur Verbreitung und Lebensweise: „Westeuropäische Art mit lokalem, aber gelegentlich häufigem Vorkommen im Westteil Mitteleuropas. Die Raupenlebensweise ist noch unbekannt. Vermutlich frisst die Art an absterbendem Holz unter der Rinde von Pinus (Pinaceae) und anderen Koniferen„.

Lebensraum-Fotos aus dem Hiddeser Bent

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Literatur und Links
BIESENBAUM, W. (2007) Die Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalens, Band 13: 161 Seiten, Düsseldorf

GAEDICKE, R. & W. HEINICKE (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands. – Entomol. Nachr. Ber. (Dresden), Beiheft 5: S. 1-216.

TOKÁR, Z., LVOVSKY, A., & P. HUEMER (2005): Die Oecophoridae s.l. (Lepidoptera) Mitteleuropas. Bestimmung – Verbreitung – Habitat – Bionomie. – 120 S., Bratislava

Naturschutzgebiet Donoperteich-Hiddeser Bent (LIP-015) im Fachinformationssystem des Landes NRW.

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„Weinschwärmer“ an der Moselloreley

Die Mittelmosel-Exkursion der Arbeitsgemeinschaft fand rund um den „Tag der lebendigen Moselweinberge“ am 20./21./22. Mai 2017 statt. Das Wetter spielte ein wenig verrückt, aber das tat dem Erfolg der Exkursion keinen Abbruch.

Eifel, Mosel, Hunsrück: Blick über die Moselloreley im Februar 2017 (Foto: Armin Dahl)

Langfristig geplante Lichtfang-Exkursionen haben ihre Tücken, ein guter Teil der Termine fällt sprichwörtlich ins Wasser, besonders ärgerlich ist das bei weiter Anfahrt der Teilnehmer. Auch der Startschuss zum ersten Lichtfang an der Moselschleife Piesport / Minheim am Freitag (19. Mai) ging in einem starken Regenschauer unter, gefolgt von aufklarendem Himmel und Temperaturabfall. Mangels Anflug an die Leuchttürme im Piesporter „Falkenberg“ verlegten sich die acht unerschrockenen Teilnehmer des Lichtfangs auf das Absuchen der Vegetation mit der Taschenlampe, und siehe da: Raupen fanden sich in Menge, das Artenspektrum war interessant, und am Ende eines feucht-kühlen Maiabends standen doch immerhin knapp 40 Schmetterlingsarten auf dem Protokoll.
Der Samstag startete dann mit Nebel im Tal, der rasch in einen strahlend schönen Frühsommertag überging. Vom Treffpunkt auf dem Sattel bei der „Moselloreley“ zwischen den Weindörfern Piesport, Minheim und Wintrich ging es in fünfstündigem Exkursions-Schleichgang an der Oberkante des imposanten, 85 Meter senkrecht zur Mosel abfallenden Schieferfelsens entlang, durch Weinberge, Brachen und kleine Streuobstwiesen. Offenbar waren zahlreiche Falter während des Wetterumschwungs frisch geschlüpft, die Temperaturen moderat, so dass sich den Fotografen reichlich Motive boten. Die Liste der beobachteten Arten erschien mit knapp 60 Formen schon einigermaßen zufrieden stellend, darunter fanden sich auch sehr selten gemeldete Formen wie der Große Sackträger Canephora hirsuta (PODA, 1761). Äußerst erfreulich waren während der gesamten Exkursion die hohen Individuenzahlen vom Mauerfuchs Lasiommata megera (LINNAEUS, 1767), der auch überall in den – meist wechselzeilig begrünten – Rebflächen flog.

Über die Region
Nach Jahren der Nutzungsaufgabe und Stilllegung existieren überall an der Mittelmosel ausgedehnte Brachflächen an den Oberhängen, die verschiedenen Pionierwaldstadien sind durch die sehr zahlreichen Wirtschaftswege gut zu erreichen. Die Moselloreley selbst ist allerdings sehr unzugänglich: In der etwa eine Kilometer langen Felswand gibt es nur wenige Stellen an denen man direkt an den senkrecht abfallenden Felsen herankommt.

Die Piesport-Minheimer Moselschleife mit den im Text erwähnten Fundstellen. Quelle: OpenTopoMap

Die Mittelmosel ist keine „Terrassenmosel“ mit einer Vielzahl von Weinbergsmauern und Felsen, die meisten Weinberge sind flurbereinigt und nicht so klein parzelliert wie die spektakuläre Untermosel abwärts von Zell. Die Anbaufläche ist dafür aber umso größer: Piesport ist mit über vier Quadratkilometern Rebfläche die größte Weinbaugemeinde an der Mosel, Minheim wirbt als „Sonneninsel“ für seine 1,6 Quadratkilometer Reben, Wintrich mit seiner Weinlage „Großer Herrgott“ hat einen weiteren Quadratkilometer Wingerte und liegt in Sichtweite.

Klimatisch profitiert die gesamte Region vom Regenschatten der Eifel und dem „Eifelföhn“, und die Mosel verdunstet eine Menge Wasser. Die Folge ist ein fast mediterranes Klima mit schwülwarmen Sommertagen: Beste Bedingungen für eine reiche Schmetterlingsfauna.
Aus Entomologensicht war die Region bisher allerdings „terra incognita“, vor dem Start der Exkursionsplanung im Winter 2016/17 standen gerade mal 15 Arten aus dem Messtischblatt 6107 Neumagen-Dhron in der Landesdatenbank. Lokalfaunen aus diesem Moselabschnitt existieren keine, umfangreichere Aufsammlungen in der weiteren Umgebung stammen aus dem Raum Traben-Trarbach (Ari Walter Kampf, Max Cretschmar, um 1943-44), sowie von Walter Schmidt, der ab den 60 Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine größere Sammlung im Raum Wittlich aufbaute.

Schmetterlinge als Schädlinge im Weinbau sind momentan in der Region kaum ein Thema: Die Traubenwickler spielen durch massenhaften Pheromoneinsatz aktuell keine Rolle, schlimmstenfalls wird vereinzelt von Knospenfraß durch den Rhombenspanner Peribatodes rhomboidaria ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) berichtet. Regelrechten Schaden macht dagegen der Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis (WALKER, 1859), der seit 2016 in der Region marodiert und die herausgeputzten, von Buchs-Kugeln nur so strotzenden Gärten in den Dörfern schon heftig gerupft hat.

Die Bevölkerung lebt mit und von den intensiv betriebenen Weinbergslagen mit ihrem extremen Fungizid- und Düngereinsatz, der allerdings seinen Höhepunkt überschritten hat: Bemerkenswert oft (der Autor dieser Zeilen stammt auch aus einem Mosel-Weinörtchen) während des Exkursions-Wochenendes wurde von Einheimischen auf halbwegs ökologische Anbauformen wie Bodenbegrünung mit Blühmischungen, Verzicht auf Herbizide und Ähnliches hingewiesen. Mauerfuchs und Konsorten werden sich darüber freuen!

Lichtfang in unbekanntem Gelände
Ohne genaue Ortskenntnisse ist beim Leuchtabend immer ein wenig Glück nötig, und das fehlte am Abend des 21. Mai auf der Moselloreley: Die ausgesuchte Stelle zwischen Moselloreley und der so genannten Monzellay erwies sich als ausgesprochen schlechter Platz! Die als „Weinschwärmer-Exkursion“ angekündigte Veranstaltung war von einer lauen Mainacht weit entfernt und verlangte eher nach Mütze und Handschuhen. Der leichte Westwind schob die Kaltluft aus dem Tal hoch, bei klarem Himmel kühlte alles rasch aus, nach Mitternacht ging die Temperatur auf 8°C herunter.
Immerhin ein Leuchtturm lieferte so etwas wie „Anflug“, so dass die etwa 10 angereisten Gäste zumindest eine der moseltypischen Arten zu Gesicht bekamen: Der Nachtkerzenschwärmer Proserpinus proserpina (PALLAS, 1772) kam in vier Exemplaren ans Licht und wurde ausreichend gewürdigt. Die Laune der Experten hielt sich jedoch in engen Grenzen, mit etwa 40 Arten am Licht (inklusive Kleinschmetterlinge) kann man den Leuchtabend an der Moselloreley getrost als „lausig“ bezeichnen. Erst nach Mitternacht kam ein wenig Begeisterung auf, als an einer der Lichtanlagen eine der „Zielarten“ der Exkursion auftauchte: Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775), der so genannte „Kaiserbär“, der an der Mittelmosel ein Reliktvorkommen hat.

Exkursion auf dem „Kastanienweg“
Der Sonntag entwickelt sich wettertechnisch weitaus besser als die Vortage. Die Exkursionsteilnehmer nutzten die geografischen Gegebenheiten zur weiteren Erkundung des Gebiets, besuchten unter anderem die riesige, toll blühenden Magerwiese rund um den Segelflugplatz in Neumagen-Drohn, wo zahlreich frisch geschlüpfte Zygaenen zu bewundern waren (Adscita statices und Zygaena filipendulae).

Der größere Teil der Mitglieder wanderte auf Gemarkung Minheim entlang des ostexponierten „Kastanienwegs“, der sich auf halber Hanghöhe von der Moselloreley zum Örtchen Kesten (Name!) hinzieht. Auch hier gab es etliche schöne Beobachtungen, zum Beispiel ein Raupennest vom Großen Fuchs (Nymphalis polychloros), Raupen vom Königskerzen-Mönch Cucullia verbasci (LINNAEUS, 1758) und vieles mehr.

Der windstille, warme Hang war dermaßen verlockend dass sich der Autor noch einen Tag Verlängerung erbat, um einen Leuchtabend dranzuhängen. Der hatte es dann auch wirklich in sich, drei Leuchttürme beförderten – trotz wiederum einstelliger Temperaturen – über 80 Großschmetterlingsarten ins Protokoll, zwei weitere Kaiserbären am Licht zeigten dass die Art im Gebiet nicht ganz so selten sein kann.

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Zusammenfassung und Ausblick
Ein knappes Dutzend Mitglieder der AG und eine Handvoll Gäste aus der Region nutzten die Gelegenheit, ein entomologisch bisher unterbelichtetes Gebiet an der Mittelmosel zwischen Trier und Bernkastel-Kues zu erkunden. Der Einsatz der Teilnehmer machte die vergleichsweise ungünstigen Wetterbedingungen vergessen, in den drei Tagen kam rund um das Weindorf Piesport eine Artenliste von über 180 Lepidopteren-Arten zusammen. Dabei ist die charakteristische Felsfauna der „Moselloreley“ noch nicht einmal angekratzt worden, ebenso wenig ist über die Sommer- und Herbstfauna bekannt. Hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, in der kommenden Jahren können wir mit besserer Ortskenntnis und ein wenig Wetterglück noch einiges erwarten.

Danksagung
Vielen Dank an Theo Haart und Elmar Kohl für den freundlichen Empfang, die einführende Rundtour durchs Gebiet und die Überlassung von Funddaten zu Arctia villica, Hyles gallii und anderen Arten, sowie an Günter Swoboda für die Altdaten von E. luctifera.

Artenliste der Mittelmosel-Exkursion vom 19.-22. Mai 2017

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