{"id":13640,"date":"2022-10-18T18:31:33","date_gmt":"2022-10-18T16:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/?p=13640"},"modified":"2022-12-01T10:22:02","modified_gmt":"2022-12-01T09:22:02","slug":"neuer-doppelband-wandel-der-nachtfalterfauna-baden-wuerttembergs-seit-1970","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2022\/10\/18\/neuer-doppelband-wandel-der-nachtfalterfauna-baden-wuerttembergs-seit-1970\/","title":{"rendered":"Neuer Doppelband: Wandel der Nachtfalterfauna Baden-W\u00fcrttembergs seit 1970"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"13642\" data-permalink=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2022\/10\/18\/neuer-doppelband-wandel-der-nachtfalterfauna-baden-wuerttembergs-seit-1970\/andrias_22_animation\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation.jpg\" data-orig-size=\"1200,800\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1666116887&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Andrias_22\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation.jpg\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13642\" src=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Andrias_22_Animation.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>Zwei Jahrzehnte nach dem Erscheinen des Grundlagenwerkes \u201eDie Schmetterlinge Baden-W\u00fcrttembergs\u201c vermittelt der j\u00fcngst erschienene Doppelband einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Bestandsentwicklung der Nachtfalter des s\u00fcdwestdeutschen Bundeslandes. Wichtiger Lesestoff f\u00fcr die \u201elangen Winterabende\u201c!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Baden-W\u00fcrttemberg\/Karlsruhe.<\/strong> In den vergangenen 50 Jahren nahm der Bestand der Nachtfalter in Baden-W\u00fcrttemberg besorgniserregend ab. Das belegten von der LUBW Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg und dem Staatlichen Museum f\u00fcr Naturkunde Karlsruhe bereits<a href=\"https:\/\/www.lubw.baden-wuerttemberg.de\/natur-und-landschaft\/insektenmonitoring\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> im Herbst 2021 ver\u00f6ffentlichte Daten eines umfangreichen Monitorings<\/a>. Vorsichtig interpretiert, wiesen die Daten einen R\u00fcckgang von 25 Prozent der Individuen nach. In den letzten Monaten haben die beiden Institutionen die Monitoringdaten wissen\u00adschaftlich ausgewertet und f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Faktoren gepr\u00fcft, welchen Einfluss sie auf den gravierenden R\u00fcckgang der Nachtfalter haben. Die Ergebnisse wurden nun ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Lebensgrundlage Vielfalt<\/strong><br \/>\n\u201eNachtfalter sind hochgradig an ihre Lebensr\u00e4ume angepasst. Verschwindet die Vielfalt der Lebensr\u00e4ume, geht auch die Vielfalt der Arten zur\u00fcck. Genau das ist in Baden-W\u00fcrttemberg in den letzten 50 Jahren passiert\u201c, mit diesen Worten fasst Dr. Ulrich Maurer, Pr\u00e4sident der LUBW Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg, die zahlreichen Einzelbefunde der rund 800-seitigen wissenschaftlichen Auswertungen des Naturkundemuseums zusammen.<\/p>\n<p><strong>Verlust von Lebensr\u00e4umen ist eine Ursache f\u00fcr R\u00fcckgang <\/strong><br \/>\nIn dem Forschungsbericht wurden insgesamt 868 Nachtfalterarten erfasst. Der Gro\u00dfteil der heimischen Nachtfalter ist hochgradig an bestimmte Lebensr\u00e4ume angepasst. Die Analyse belegt eine Abnahme der Artenzahlen f\u00fcr alle Biotoptypen. Jedoch ist dieser Trend je nach Lebensraum unterschiedlich stark. Besonders deutlich ist die Abnahme in Feuchtgebieten gro\u00dfr\u00e4umig ebener Lagen. Die geringsten R\u00fcckg\u00e4nge des Artenreichtums wurden f\u00fcr Trockenw\u00e4lder beobachtet.<\/p>\n<p><strong>Arten n\u00e4hrstoffarmer Standorte des Offenlandes sind am st\u00e4rksten betroffen<\/strong><br \/>\nN\u00e4hrstoffarme Standorte des Offenlands weisen mit minus 15 Prozent einen \u00fcberdurch\u00adschnittlich hohen Verlust an Nachtfalterarten auf. Zu den n\u00e4hrstoffarmen Lebensr\u00e4umen z\u00e4hlen trockene Biotope wie Magerrasen, Heiden und Felsfluren, aber auch feuchte Biotope wie Niedermoore, Feuchtgr\u00fcnland sowie feuchte Geb\u00fcsche und S\u00e4ume. Nachtfalterarten wie das Trockenrasen-Flechtenb\u00e4rchen (<em>Setina irrorella<\/em>) oder die R\u00f6hricht-Goldeule (<em>Plusia festucae<\/em>) sind auf genau solche Lebensr\u00e4ume angewiesen und im Beobachtungszeitraum besonders selten geworden.<\/p>\n<p><strong>Schatzk\u00e4stchen \u201en\u00e4hrstoffarme Lebensr\u00e4ume\u201c<\/strong><br \/>\nN\u00e4hrstoffarme Lebens\u00adr\u00e4ume sind vor allem durch Stickstoffeintr\u00e4ge gef\u00e4hrdet. Nimmt die Stickstoffbelastung zu, f\u00fchrt dies zu verst\u00e4rktem Aufwuchs einer kleineren Zahl von Pflanzenarten, der Verdr\u00e4ngung niedrigw\u00fcchsiger Kr\u00e4uter und der Ver\u00e4nderung des Mikroklimas. Arten magerer Standorte wird dadurch ihre Lebensgrundlage entzogen.<\/p>\n<p><strong>Arten der Hochlagen zeigen st\u00e4rkste Verluste<\/strong><br \/>\nAufgrund der Spezialisierung der Arten auf bestimmte Lebensr\u00e4ume und klimatische Verh\u00e4lt\u00adnisse weisen viele Nachtfalter eine spezifische H\u00f6henverbreitung auf. Besonders stark zeigt sich der Artenverlust in den Hochlagen. W\u00e4hrend die Verluste seit der Jahrtausendwende bei den Arten der Ebene minus 9\u00a0Prozent betrugen, lagen diese bei Arten der montanen und hochmontanen Bereiche im Durchschnitt bei minus 16 Prozent beziehungsweise minus 19\u00a0Prozent. Arten mit einer Anpassung an k\u00fchlfeuchte Lebensr\u00e4ume, wie beispielsweise die Mondfleckglucke <em>(Cosmotriche lobulina),<\/em> ziehen sich also in die Hochlagen zur\u00fcck oder sterben lokal aus, wenn keine Ausweichm\u00f6glichkeiten mehr gegeben sind.<\/p>\n<p><strong>Kontinentale Arten gehen zur\u00fcck, mediterrane Arten nehmen zu<\/strong><br \/>\nDer mediterrane Anteil der Nachtfalterarten des Landes ist seit dem Jahr 2000 um 7 Prozent gestiegen. Kontinentale Arten sind um 15 Prozent zur\u00fcckgegangen. 73 Prozent der Arten z\u00e4hlen in Baden-W\u00fcrttemberg zu den kontinentalen Arten, das bedeutet, die \u00fcberwiegende Zahl der Arten sind von einem deutlichen R\u00fcckgang betroffen.<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4nderung wurde f\u00fcr einen 50-j\u00e4hrigen Zeitraum nachvollzogen<\/strong><br \/>\nDeutschlandweit einmalig war bei diesem Forschungsprojekt die M\u00f6glichkeit, einen Zeitraum von 50 Jahren f\u00fcr ein ganzes Bundesland zu untersuchen. Monitoringdaten der LUBW kombiniert mit historischen Angaben aus dem Karlsruher Naturkundemuseum erm\u00f6glichten einen Vergleich von zwei Zeitfenstern, welche die vergangenen 50 Jahre abdecken. Rund 130.000 Datens\u00e4tze flossen in die Analyse f\u00fcr 25 Gebiete ein.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht in \u201eWandel der Nachtfalterfauna Baden-W\u00fcrttembergs seit 1970\u201c<\/strong><br \/>\nDie von der LUBW beauftragte Studie liegt als rund 800 Seiten starke Publikation in der vom Staatlichen Museum f\u00fcr Naturkunde Karlsruhe herausgegebenen wissenschaftlichen Reihe \u201eAndrias\u201c vor.<\/p>\n<p>\u201eDie nun vorgelegte wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichung zeigt pr\u00e4zise den Umfang des Faunenwandels und wie wichtig das Forschen nach seinen Ursachen ist\u201c, betont Dr. Robert Trusch, Kurator Lepidoptera am Staatlichen Naturkundemuseum Karlsruhe und einer der Verfasser der umfangreichen Untersuchung.<\/p>\n<p><strong>Wandel der Nachtfalter-Fauna Baden-W\u00fcrttembergs seit 1970<\/strong><br \/>\nVon Oliver Karbiener &amp; Robert Trusch<br \/>\nUnter Mitarbeit von Ulrike Eberius, Michael Falkenberg, Axel Hofmann, Karl Hofs\u00e4\u00df, J\u00f6rg-Uwe Meineke, Ulrich Ratzel &amp; Rudolf Schick<br \/>\nKartierung: Iris Asal-Brunner, Joachim Asal, Walter Bantle, Daniel Bartsch, Petra Birkwald, Ralf Bolz, Armin Dett, Hermann-Josef Falkenhahn, Herbert Fuchs, Stefan Hafner, Karl Hofs\u00e4ss, Oliver Karbiener, Uwe Knorr, J\u00f6rg-Uwe Meineke, Rolf M\u00f6rtter, Georg Paulus, Erwin Rennwald, Rudolf Schick &amp; Axel Steiner<br \/>\nAndrias 22, Band I+II, zusammen 808 S., 620 Abb. (895 Einzelabb.), 159 Tab., Fadenheftung, fest gebunden.<br \/>\nISBN: 978-3-925631-18-4<br \/>\nPreis: \u20ac 120,- (zzgl. Porto und Versand)<\/p>\n<p><strong>Bestellungen bitte an:<\/strong><br \/>\nStaatliches Museum f\u00fcr Naturkunde Karlsruhe, Bibliothek<br \/>\nc\/o Dr. Michael Rauhe (michael.rauhe@smnk.de)<br \/>\nErbprinzenstra\u00dfe 13<br \/>\n76133 Karlsruhe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Jahrzehnte nach dem Erscheinen des Grundlagenwerkes \u201eDie Schmetterlinge Baden-W\u00fcrttembergs\u201c vermittelt der j\u00fcngst erschienene Doppelband einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Bestandsentwicklung der Nachtfalter des s\u00fcdwestdeutschen Bundeslandes. Wichtiger Lesestoff f\u00fcr die \u201elangen Winterabende\u201c! Baden-W\u00fcrttemberg\/Karlsruhe. 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