{"id":1386,"date":"2016-12-11T13:01:50","date_gmt":"2016-12-11T12:01:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/?p=1386"},"modified":"2016-12-11T15:02:26","modified_gmt":"2016-12-11T14:02:26","slug":"artenschutz-durch-habitatmanagement-der-mythos-von-der-unberuehrten-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2016\/12\/11\/artenschutz-durch-habitatmanagement-der-mythos-von-der-unberuehrten-natur\/","title":{"rendered":"Artenschutz durch Habitatmanagement &#8211;  Der Mythos von der unber\u00fchrten Natur"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1403\" data-permalink=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2016\/12\/11\/artenschutz-durch-habitatmanagement-der-mythos-von-der-unberuehrten-natur\/cover_kunz_artenschutz\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz.jpg\" data-orig-size=\"360,486\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"cover_kunz_artenschutz\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz.jpg\" class=\"alignleft wp-image-1403\" src=\"http:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz.jpg\" alt=\"cover_kunz_artenschutz\" width=\"200\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz.jpg 360w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz-148x200.jpg 148w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/cover_kunz_artenschutz-296x400.jpg 296w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><strong>Die engagierte Brandrede von Professor Werner Kunz auf dem Westdeutschen Entomologentag im November 2016 ist vielen Mitgliedern noch in bester Erinnerung: Die Erhaltung einer st\u00f6rungsfreien, unber\u00fchrten Natur ist in Mitteleuropa in vielen F\u00e4llen nicht dazu geeignet, gef\u00e4hrdete oder aussterbende Arten zu retten. Offenl\u00e4nder sind die Biotope, an denen es heute mangelt. W\u00e4lder haben wir genug!<\/strong><br \/>\nWas dem anwesenden Fachpublikum v\u00f6llig klar war, st\u00f6\u00dft in der breiten Gesellschaft auf massiven Widerstand: F\u00fcr ein Umdenken im Artenschutz fehlt das erforderliche Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung! Gro\u00dffl\u00e4chiges technisches Biotop-Management ist gegenw\u00e4rtig politisch kaum durchsetzbar. Naturschutz-Verb\u00e4nde und der beamtete Naturschutz trauen sich offiziell &#8211; wider besseres Fachwissen &#8211; nicht an diese neue Praxis des Artenschutzes. Jetzt endlich ist zu diesem Thema das neue Buch von Werner Kunz <strong><em>Artenschutz durch Habitatmanagement: Der Mythos von der unber\u00fchrten Natur<\/em> <\/strong>auch einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>An dieser Stelle keine Rezension, sondern ein paar S\u00e4tze aus dem Vorwort, dabei geht es nicht um Werbung oder einen Verdienst, sondern um die dringend notwendige Verbreitung der Sache. Vielleicht hat der eine oder andere noch Zeit und Interesse sich das Werk unter den Weihnachtsbaum zu legen, als wichtigen Beitrag zur Debatte \u00fcber die Zukunft des Natur- und Artenschutzes.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<em>[ &#8230;Das Problem des gegenw\u00e4rtigen Artenschwundes in Mitteleuropa kann nur unzureichend dadurch gel\u00f6st werden, dass bestimmte Habitate, in denen seltene Arten noch vorkommen, der Bewirtschaftung entzogen werden, zu Naturschutzgebieten erkl\u00e4rt werden und im Wesentlichen sich selber \u00fcberlassen werden. Stattdessen m\u00fcssen die unter Schutz gestellten Gebiete vor der Natur gesch\u00fctzt werden. Dazu ist ein st\u00e4ndiges Biotop-Management mit technischem Ger\u00e4t erforderlich, das auf die Habitat-Bed\u00fcrfnissen besonders gef\u00e4hrdeter Arten ausgerichtet ist und ihnen die erforderlichen Nahrungs- und Fortpflanzungsm\u00f6glichkeiten durch zum Teil massive Eingriffe in die Landschaft bereit stellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber gerade darin liegt das Problem. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung dieser Praxis des Artenschutzes fehlt das erforderliche Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung. Das gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Verlangen nach einer ungest\u00f6rten Natur, die man in Ruhe lassen muss, ist weit verbreitet und ideologisch \u00fcberh\u00f6ht. Daher gibt es einen erheblichen Widerstand dagegen zu akzeptieren, dass viele Arten in Mitteleuropa eben nicht dadurch gef\u00f6rdert werden, dass man die Natur in Ruhe l\u00e4sst. Beginnt man, f\u00fcr die Rettung gef\u00e4hrdeter Arten B\u00e4ume zu f\u00e4llen, bestimmte Fl\u00e4chen partiell abzubrennen oder zur R\u00fcckgewinnung der verlorenen Heiden oder Trockenrasen auf gro\u00dfen Fl\u00e4chen den Mutterboden mit Forstmaschinen abzutragen, so sind die Protestst\u00fcrme der Bev\u00f6lkerung bereits vorprogrammiert. Die Ma\u00dfnahmen werden als Naturzerst\u00f6rung wahrgenommen (was sie ja auch sind) und erregen Unverst\u00e4ndnis und Emp\u00f6rung. Das Empfinden, dass Natur- und Artenschutz eine Einheit bilden, sitzt derma\u00dfen tief, dass eine rationale Aufkl\u00e4rung ergebnislos gegen Gef\u00fchle anzuk\u00e4mpfen hat. Daher ist ein gro\u00dffl\u00e4chiges technisches Biotop-Management gegenw\u00e4rtig politisch kaum durchsetzbar. Besonders in Deutschland sind die politischen Voraussetzungen mangels Aufkl\u00e4rung (auch seitens der Naturschutzverb\u00e4nde) nicht gegeben. Man kann nur behutsam in sehr kleinen Schritten vorgehen (wie das an der Basis bei einigen Ortsverb\u00e4nden der Naturschutzvereine heute zu finden ist); aber dann kann es f\u00fcr manche Arten zu sp\u00e4t sein. &#8230;]<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Werner Kunz &#8211;\u00a0 Artenschutz durch Habitatmanagement: Der Mythos von der unber\u00fchrten Natur<\/strong> &#8211; Mit einem Vorwort von Josef H. Reichholf. 314 Seiten, Wiley-VCH-Verlag, 2016<\/p>\n<p>ISBN: 9783527342402 59,90 \u20ac bei <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Artenschutz-durch-Habitatmanagement-Mythos-unber%C3%BChrten\/dp\/3527342400\/ref=sr_1_1?\" target=\"_blank\">Amazon<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.eurobuch.com\/buch\/isbn\/9783527342402.html\" target=\"_blank\">Booklooker<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die engagierte Brandrede von Professor Werner Kunz auf dem Westdeutschen Entomologentag im November 2016 ist vielen Mitgliedern noch in bester Erinnerung: Die Erhaltung einer st\u00f6rungsfreien, unber\u00fchrten Natur ist in Mitteleuropa in vielen F\u00e4llen nicht dazu geeignet, gef\u00e4hrdete oder aussterbende Arten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2016\/12\/11\/artenschutz-durch-habitatmanagement-der-mythos-von-der-unberuehrten-natur\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1,13,16],"tags":[],"class_list":["post-1386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-literatur","category-vortraege"],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7j2YB-mm","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1386"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1423,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1386\/revisions\/1423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}