{"id":1774,"date":"2017-05-11T17:10:39","date_gmt":"2017-05-11T15:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/?p=1774"},"modified":"2023-04-25T20:03:22","modified_gmt":"2023-04-25T18:03:22","slug":"schwer-nachzuweisen-und-selten-die-pestwurzeule-hydraecia-petasitis-doubleday-1847","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2017\/05\/11\/schwer-nachzuweisen-und-selten-die-pestwurzeule-hydraecia-petasitis-doubleday-1847\/","title":{"rendered":"Schwer nachzuweisen und selten \u2013 Die Pestwurzeule Hydraecia petasitis DOUBLEDAY, 1847"},"content":{"rendered":"<p><strong>Falter mit versteckter Lebensweise, die nicht auf Licht oder K\u00f6der reagieren und deren Raupen ihre Entwicklung im Inneren der Nahrungspflanze durchlaufen, lassen sich nur durch gezielte Nachsuche finden. Die Pestwurzeule gilt als selten. Nachweise gelingen vor allem im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr durch gezielte Suche nach Fra\u00dfspuren und Raupen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Gemeine Pestwurz (<em>Petasites hybridus<\/em>) s\u00e4umte in der urspr\u00fcnglichen Landschaft sicherlich die allermeisten Flie\u00dfgew\u00e4sser des westf\u00e4lischen Flach- und H\u00fcgellands, besonders in ehemaligen Luch- und Moorlandschaften wie dem M\u00fcnsterland. Von dieser nat\u00fcrlichen Landschaft ist nach Jahrhunderten der Bewirtschaftung durch den Menschen und der damit einher gehenden Landschaftsumgestaltung nahezu nichts mehr \u00fcbrig geblieben. Das westf\u00e4lische Flachland mit seinen fruchtbaren B\u00f6den hat es besonders hart getroffen und somit findet man dort heute nur noch ganz sporadisch Bereiche mit intakter Gew\u00e4sserbegleitvegetation.<\/p>\n<div id=\"attachment_1777\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1777\" data-attachment-id=\"1777\" data-permalink=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2017\/05\/11\/schwer-nachzuweisen-und-selten-die-pestwurzeule-hydraecia-petasitis-doubleday-1847\/petasitis-raupe-5mai2017ii_klein_01\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01.jpg\" data-orig-size=\"1200,800\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;4&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 40D&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1494019381&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;100&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.016666666666667&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"petasitis Raupe 5Mai2017ii_klein_01\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Raupe von &lt;em&gt;Hydraecia petasitis&lt;\/em&gt;, (Foto: Frank Rosenbauer)&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01.jpg\" class=\"wp-image-1777 size-medium\" src=\"http:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/petasitis-Raupe-5Mai2017ii_klein_01.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1777\" class=\"wp-caption-text\">Raupe von <em>Hydraecia petasitis<\/em>, M\u00fcnster, 3. Mai 2017 (Foto: Frank Rosenbauer)<\/p><\/div>\n<p>Die Gemeine Pestwurz ist jedoch die einzige Wirtspflanze des imposanten und hoch spezialisierten Eulenfalters<em> Hydraecia petasitis<\/em> DOUBLEDAY, 1847. Aufgrund des enormen Verlusts an Pestwurz ist <em>Hydraecia petasitis<\/em> mittlerweile eine der bedrohtesten Eulenfalter Westfalens und dar\u00fcber hinaus. Nachweise waren jedoch schon von jeher rar: Neben der Seltenheit liegt das zum gro\u00dfen Teil an der versteckten Lebensweise der Raupen und der Lichtscheue der Falter, die sich scheinbar nur in Ausnahmef\u00e4llen und nur unmittelbar an den Pestwurzbest\u00e4nden nachweisen lassen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Raupe verbringt ihr ganzes Leben endophag in den Pestwurzpflanzen. Im Fr\u00fchjahr bohrt sie sich nach der Ei\u00fcberwinterung in die Bl\u00fctenstiele ein und beginnt sie von oben herab auszufressen. Zu dieser Zeit, je nach Witterung Ende April oder Anfang Mai, ist die Art am besten nachzuweisen, denn \u00e4u\u00dferlich sind die befallen Pflanzen durch leicht welke Bl\u00fctenspitzen gut zu erkennen. Sp\u00e4ter wandert die Raupe in die Blattstiele und schlie\u00dflich in den Wurzelstock ein, wo sie bis zur Verpuppung im umliegenden Erdreich verbleibt. Die Falter schl\u00fcpfen im Sp\u00e4tsommer.<\/p>\n<p>Die letzten Nachweise von <em>Hydraecia petasitis<\/em> aus dem westf\u00e4lischen Flachland datieren von 1985 aus den M\u00fcnsteraner Rieselfeldern. Im letzten Jahr hatte ich mir deshalb bei M\u00fcnster einen vielversprechenden Pestwurzbestand ausgekundschaftet. Am 3. Mai 2017 war es nun so weit: ich fand einige Pflanzen mit den beschriebenen welken Bl\u00fctenspitzen und schon im zweiten ge\u00f6ffneten Stil sa\u00df eine kleine Raupe. Insgesamt konnte ich 8 R\u00e4upchen finden, hatte jedoch das Gef\u00fchl jahreszeitlich schon etwas sp\u00e4t dran zu sein weil einige ge\u00f6ffnete Pflanzen ausgefressen und mit typischen Kotspuren, jedoch ohne Raupe waren. Vermutlich waren diese schon in andere Pflanzenteile abgewandert. Diese Vermutung wurde dadurch erh\u00e4rtet, dass ich beim Abpfl\u00fccken eines Bl\u00fctenstiels direkt \u00fcber dem Boden noch das Ende einer Raupe herausgucken sah. Die eindeutige Artzuordnung der gefundenen Raupen zu<em> Hydraecia petasitis<\/em> \u2013 auch andere Arten k\u00f6nnen in den Pestwurzpflanzen angetroffen werden \u2013 erfolgt eine H\u00e4utung sp\u00e4ter: Die Tiere sind dann schmutzig wei\u00df bis grau mit typisch brauner Kopfkapsel (siehe Bild).<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr werde ich versuchen, weitere Pestwurzbest\u00e4nde auf das Vorhandensein der Pestwurzeule zu untersuchen. Ich hoffe dieser kleine Bericht spornt auch den ein oder anderen an es ebenso zu tun, damit wir endlich mal ein umfassenderes Bild \u00fcber die tats\u00e4chliche Verbreitung von <em>Hydraecia petasitis<\/em> in unserem Arbeitsgebiet bekommen. Dabei aber bitte von Misserfolgen nicht entmutigen lassen! Ich bin einen ganzen Tag lang im Sauerland herumgefahren um die Art dort in den noch reichhaltig vorkommenden Best\u00e4nden der Gemeinen Pestwurz zu suchen, am Ende jedoch v\u00f6llig erfolglos. Aber so verbringt man zumindest mal einen sch\u00f6nen Tag an der frischen Luft, fernab von Hektik und Stress . . . allein das war die Suche wert.<\/p>\n<p><strong>Literatur und Links<\/strong><\/p>\n<p>KINKLER, H., NIPPEL, F. &amp; SCHMITZ, W. (1969): <em>Hydraecia petasitis<\/em> im Bergischen Land (Lep., Noctuidae). Entomologische Zeitschrift, Band 79: 106-110, Stuttgart<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vlinderstichting.nl\/actueel\/nieuws\/nieuwsbericht\/is-de-groot-hoefbladboorder-wel-zo-zeldzaam\">Is groot-hoefbladboorder wel zo zeldzaam? &#8211; Kartieraufruf der niederl\u00e4ndischen Kollegen mit zahlreichen Bildern, Mai 2017<\/a><\/p>\n<p>Lepiforum: <a href=\"http:\/\/www.lepiforum.de\/lepiwiki.pl?Hydraecia_Petasitis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Hydraecia petasitis<\/em> DOUBLEDAY, 1847 &#8211; Pestwurzeule <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falter mit versteckter Lebensweise, die nicht auf Licht oder K\u00f6der reagieren und deren Raupen ihre Entwicklung im Inneren der Nahrungspflanze durchlaufen, lassen sich nur durch gezielte Nachsuche finden. Die Pestwurzeule gilt als selten. Nachweise gelingen vor allem im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/2017\/05\/11\/schwer-nachzuweisen-und-selten-die-pestwurzeule-hydraecia-petasitis-doubleday-1847\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":1780,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-1774","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-seltene-arten"],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":null,"server":null,"url":null},"wp-worthy-type":"normal","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7j2YB-sC","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-content\/uploads\/DSC_0108_01_01.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1774"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14157,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1774\/revisions\/14157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ag-rh-w-lepidopterologen.de\/_mGala-16_Thea\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}