Neuer Bericht zum Klimafolgemonitoring der Stadt Düsseldorf Online

Auch im Jahr 2017 wurde wieder die Tag-und Nachtfalterfauna von zwei Untersuchungsgebieten in Düsseldorf untersucht: dem zur Niederrheinischen Bucht gehörigen UG Eller Forst und im UG Golfplatz Hubbelrath im Bergischen Land. Dabei konnten im neunten Untersuchungsjahr immerhin noch fünf bzw. sechs sechs Arten für das jeweilige Gebiet neu nachgewiesen werden. Dadurch stieg die Gesamtartenzahl im UG Hubbelrath auf 318 Arten (298 Nacht- und 20 Tagfalter), im UG Eller Forst auf 331 Arten (307 Nacht- und 24 Tagfalter). Dies zeigt sehr deutlich, dass man auch in eigentlich recht intensiv erforschten Gebieten nach mehreren Jahren  immer noch neue Arten nachweisen kann!

Auch die große Bedeutung der Suche von Präimaginalstadien wird bei der Betrachtung der Ergebnisse wieder deutlich, denn selbst der als Falter ja durchaus auch zum Licht fliegende Weißfleck-Rindenspanner Parectropis similaria wurde bei seinem Erstfund im UG Hubbelrath als Raupe registriert und nicht als Falter! Diese Art gehört übrigens zu den vielen Arealerweiterern in NRW, wo diese Art in vielen Regionen vor 20 – 30 Jahren noch nicht zu finden war.

Wissenschaftlich abgesicherte Klimaeffekte lassen sich aus dem in den Untersuchungsgebieten gewonnenen spärlichen Datenmaterial der letzten neun Jahre naturgemäß nicht unmittelbar ableiten, doch gab es nach dem besonders warmen März immerhin deutliche Anzeichen für entsprechend veränderte Phänologien. Nachdem bei den Pflanzen der Blattaustrieb infolge des warmen Frühlings besonders früh stattgefunden hatte, verwundert es z. B. nicht, dass im UG Hubbelrath schon am 10. April Eier des Zitronenfalters gefunden wurden nebst vielen Raupen von Spezies, die man früher erst Ende April zu finden hoffen konnte.

Eine Auswertung der vorliegenden faunistischen Schmetterlingsliteratur zeigte zudem, dass es auch 2017 wieder eine Reihe von höchstwahrscheinlich klimabedingten Arealerweiterungen in NRW zu vermelden gab. Hier seien in erster Linie der Erstfund für NRW von Stegania cararia erwähnt sowie die weitere Arealerweiterung der 2000 erstmals in NRW gefundenen Idaea rusticata und die aktuellen Nachweise der kulturfolgenden Idaea laevigata.

Der neue Gesamtbericht zum Klimafolgemonitoring der Stadt Düsseldorf, der neben den Schmetterlingen ja auch noch weitere Tiergruppen, Pflanzen und Flechten beinhaltet, kann hier eingesehen und als pdf heruntergeladen werden: http://www.ulfschmitz.de/Projekte.htm

viele Grüße,
Ludger Wirooks

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