Der Klimawandel schreitet voran, wie der aktuelle Berichts des Klimafolgenmonitoring Organismen der Stadt Düsseldorf erkennen lässt.

Das Foto zeigt die am 30.06.2025 im Eller Forst gefangene Feuchtwiesen-Kräutereule Lacanobia splendens, welche dabei erstmals überhaupt in Düsseldorf nachgewiesen werden konnte. Foto L. Wirooks.
Die Tag- und Nachtfalterfauna wurde 2025 wieder in zwei Gebieten in Düsseldorf untersucht, und zwar im Eller Forst (Naturraum II, Niederrheinische Bucht) sowie auf dem Golfplatz Hubbelrath (VIa, Bergisches Land). Dabei konnten im Eller Forst diesmal neun und in Hubbelrath noch drei Arten für das jeweilige Gebiet neu nachgewiesen werden. Die hohe Zahl von neun Erstnachweisen in einem Gebiet nach immerhin schon 17 Untersuchungsjahren kann man als Indiz dafür ansehen, dass sich die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend beschleunigen, denn mindestens vier davon können als Arealerweiterer und Klimaprofiteure angesehen werden.
Von diesen neun Erstnachweisen waren zwei sogar neu für das Gebiet der Stadt Düsseldorf: Gesprenkelter Pappelspanner – Stegania cararia und Feuchtwiesen-Kräutereule – Lacanobia splendens (siehe Foto).
Hinzu kommen ein Wiederfund (Rosen-Flechtenbärchen Miltochrista miniata) und einer neu für den Naturraum Niederrheinische Bucht (Haarstrang-Blütenspanner – Eupithecia selinata). Insgesamt wurden damit seit Beginn der Untersuchungen 375 bzw. 358 Schmetterlingsarten in den Gebieten gefunden.
- Eine Paarung des Vierpunkt-Flechtenbärchens Lithosia quadra am Leuchtturm, fotografiert in der Nacht vom 30.06. auf den 01.07.2025 im Eller Forst. Foto L. Wirooks.
- Falter des Rosen-Flechtenbärchens Miltochrista miniata, welches nach über 90 Jahren erstmals wieder in Düsseldorf nachgewiesen wurde. Das fotografierte Tier stammt aus einer Eizucht eines am 28.6.2022 in Aachen gefangenen Weibchens. Foto L. Wirooks.
Hinsichtlich der Bewertung von beobachteten Häufigkeitsschwankungen bei Schmetterlingen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass es auch Arten gibt, die offenbar regelmäßig und vermutlich unbeeinflusst von sich ändernden Wetterbedingungen zu sehr starken mittelfristigen Schwankungen ihrer Populationsgrößen neigen. Solch eine Art kann über mehrere Jahre oder Jahrzehnte fast verschwunden sein und dann plötzlich mehrere Jahre lang wieder häufig sein. Hier sind zu nennen das aktuell überall in NRW ziemlich häufige und noch vor einigen Jahren fast ausgestorbene Vierpunkt-Flechtenbärchen Lithosia quadra sowie der Große Fuchs Nymphalis polychloros. Bei solchen Arten sollte eine besonders starke Abundanzsteigerung mit scheinbarer Arealerweiterung nicht vorschnell als Klimaeffekt bewertet werden.
Der ganze Bericht kann auf der Webseite von Dr. Ulf Schmitz – Ökologische Landschaftsanalyse und Naturschutzplanung heruntergeladen werden:
Aktueller Bericht zum Klimafolgenmonitoring der Landeshauptstadt Düsseldorf als pdf-Datei zum Download (ca. 18 MB)



Ja, auch in Hilden wird die Art ja regelmäßig von Armin Dahl nachgewiesen. Offenbar läuft die aktuelle Verbreitungsgrenze ungefähr an der Stadtgrenze von Düsseldorf. Damals vor ca 90 Jahren im Eller Forst war das auch nur eine Einzelfund genau wie jetzt wieder. Komischerweise gibt es die Art im Raum Hilden/Solingen laut der Vereinsdatembankskarte erst seit 1987 und das trotzdem dort früher Anfang des 20 Jh. sehr fleißig untersucht wurde. In dieser Datenbank fehlt übrigens dieser einzelne Uraltfund aus Düsseldorf. Es hat jedenfalls zuletzt eindeutig eine begrenzte Ausbreitung dieser Art gegeben, aber so ganz richtig ist Düsseldorf dabei noch nicht besiedelt. Man wird abwarten müssen, ob sie sich auch in Düsseldorf demnächst mal richtig etabliert und regelmäßig nachweisbar wird.
Das Rosen-Flechtenbärchen Miltochrista miniata war bei uns zu Hause in den letzten Jahren 17x zu Gast – fast jedes Jahr ,siehe:
https://www.inaturalist.org/observations?taxon_id=363486&user_id=wolfachim
Wir wohnen zwar in Solingen, jedoch am Rand von Hilden und nur 8,5km vom Eller Forst entfernt.