Neue Nachtfalter-Arten auch im 17. Jahr des Klimamonitorings Düsseldorf

Der Klimawandel schreitet voran, wie der aktuelle Berichts des Klimafolgenmonitoring Organismen der Stadt Düsseldorf erkennen lässt. 

Das Foto zeigt die am 30.06.2025 im Eller Forst gefangene Feuchtwiesen-Kräutereule Lacanobia splendens, welche dabei erstmals überhaupt in Düsseldorf nachgewiesen werden konnte. Foto L. Wirooks.

Die Tag- und Nachtfalterfauna wurde 2025 wieder in zwei Gebieten in Düsseldorf untersucht, und zwar im Eller Forst (Naturraum II, Niederrheinische Bucht) sowie auf dem Golfplatz Hubbelrath (VIa, Bergisches Land). Dabei konnten im Eller Forst diesmal neun und in Hubbelrath noch drei Arten für das jeweilige Gebiet neu nachgewiesen werden. Die hohe Zahl von neun Erstnachweisen in einem Gebiet nach immerhin schon 17 Untersuchungsjahren kann man als Indiz dafür ansehen, dass sich die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend beschleunigen, denn mindestens vier davon können als Arealerweiterer und Klimaprofiteure angesehen werden.

Von diesen neun Erstnachweisen waren zwei sogar neu für das Gebiet der Stadt Düsseldorf: Gesprenkelter Pappelspanner – Stegania cararia und Feuchtwiesen-Kräutereule  – Laca­nobia splendens (siehe Foto).

Hinzu kommen ein Wiederfund (Rosen-Flechtenbärchen Miltochrista miniata) und einer neu für den Naturraum Niederrheinische Bucht (Haarstrang-Blütenspanner – Eupithecia selinata). Insgesamt wurden damit seit Beginn der Untersuchungen 375 bzw. 358 Schmetterlingsarten in den Gebieten gefunden.

Hinsichtlich der Bewertung von beobachteten Häufigkeitsschwankungen bei Schmetterlingen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass es auch Arten gibt, die offenbar regelmäßig und vermutlich unbeeinflusst von sich ändernden Wetterbedingungen zu sehr starken mittelfristigen Schwankungen ihrer Populationsgrößen neigen. Solch eine Art kann über mehrere Jahre oder Jahrzehnte fast verschwunden sein und dann plötzlich mehrere Jahre lang wieder häufig sein. Hier sind zu nennen das aktuell überall in NRW ziemlich häufige und noch vor einigen Jahren fast ausgestorbene Vierpunkt-Flechtenbärchen Lithosia quadra sowie der Große Fuchs Nymphalis polychloros. Bei solchen Arten sollte eine besonders starke Abundanzsteigerung mit scheinbarer Arealerweiterung nicht vorschnell als Klimaeffekt bewertet werden.

Der ganze Bericht kann auf der Webseite  von Dr. Ulf Schmitz – Ökologische Landschaftsanalyse und Naturschutzplanung heruntergeladen werden:
Aktueller Bericht zum Klimafolgenmonitoring der Landeshauptstadt Düsseldorf als pdf-Datei zum Download (ca. 18 MB)

Dieser Beitrag wurde unter Klimawandel, Seltene Arten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert