Der Kamillenmönch – eine unterschätzte (= unterkartierte) Art

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Der angeblich so seltene Kamillenmönch, Cucullia chamomillae [DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775), ist weitaus häufiger und weiter verbreitet als vielfach angenommen.

L5-Raupe, letztes Larvalstadium des Kamillenmönchs, gefunden am 24.5.2012 in Landau von Sascha Guckes (Foto: Ludger Wirooks)

Da mir die Diskrepanz eigener Zufallsbeobachtungen zu der gängigen Einstufung des Kamillenmönchs als sehr seltene und gefährdete Art schon lange ein Dorn im Auge war, nutzte ich im letzten Jahr die Gelegenheit, eine an der RWTH Aachen durchgeführte Bachelorarbeit zu diesem Thema zu initiieren und zu betreuen. Diese sollte sich per Raupensuche mit der Verbreitung und Biologie dieser als Falter kaum nachweisbaren Art befassen. Das Ergebnis überraschte sogar mich: In allen neun in den Naturräumen Niederrheinische Bucht, Niederrheinisches Tiefland und Eifel gelegenen Untersuchungsgebieten konnte die Art nachgewiesen werden – im Durchschnitt sogar an fast 1/3 aller 315 untersuchten Standorte. Weiterlesen

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Von Alten Hasen und Eiersuche vor Ostern

Ohne Kescher, dafür mit Bergstiefeln und Wintermütze: Schmetterlings-Exkursion in Hatzenport. v.l. Volker Lang, Daniel Müller, Tim und Christian Laußmann, Armin Radtke. 29 Januar 2022.  (Foto: Armin Dahl)

Am letzten Januarwochenende 2022 stand die erste Exkursion des Jahres an: Suche nach Eiern und Raupen von Zipfel- und Edelfaltern. Die Untermosel ist auch im Winter ein Top-Platz für Schmetterlinge!

So richtig überzeugt war das halbe Dutzend Mitglieder nicht, welches sich am Samstagvormittag in Hatzenport an der Mosel traf. Das Wetter war schauderhaft, Nebelnässen, Temperaturen unter 5°C, böiger Wind. Um 10 Uhr am Morgen immer noch nicht richtig hell. Und das soll eine Schmetterlingsexkursion werden?

Aber nach 1 ½ Stunden Anfahrt kann man ja nicht einfach wieder umdrehen, und so wurden die Bergstiefel geschnürt, und nach kurzer Beratung ging es zügig den Steilhang hinter dem Dorf hinauf. Hatzenport, ein typisches Winzerdörfchen mit knapp 600 Einwohnern, liegt an der Untermosel, dem tief eingekerbten Taleinschnitt zwischen Cochem und Koblenz. Weinbau wird dort seit vielen Jahrhunderten betrieben, und entsprechend wechseln sich an den Talhängen Rebterrassen mit Felswänden und unzugänglichen, gebüschbestandenen Steilhängen ab.

Der dunkle Moselschiefer heizt sich auch bei leichtem Sonnenschein rasch auf, und so liegen in der Umgebung einige der wärmsten Plätze Deutschlands, was sich auch in der Tierwelt niederschlägt: Westliche Smaragdeidechse, Zippammer, Westliche Sattelschrecke und Segelfalter gehören zur „normalen“ Ausstattung der Region. Und natürlich auch die Zielarten der Exkursion, die Zipfelfalter Satyrium acaiae und Satyrium spini, die in Westdeutschland an Nahe, Mittelrhein und Untermosel ihren Verbreitungsschwerpunkt haben.

Die nur daumennagelkleinen Zipfelfalter sind allerdings nicht einfach zu bestimmen, sie fliegen rasant und haben kurze Flugzeiten. Und das alles spielt sich natürlich im Sommer ab, und nicht Ende Januar. Im Winter kann man dagegen sichere Vermehrungsnachweise tätigen, wenn es gelingt die überwinternden Eier an den Raupenfutterpflanzen zu finden. Wenn diese nur nicht so klein wären!

Ei von Thecla betulae. Hatzenport, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Langer Rede kurzer Sinn: Schon nach wenigen Metern bergauf hatten wir die beiden ersten Wintereier entdeckt. Thecla betulae legt seine weißen, auffälligen Eier einzeln an Schlehenaufwuchs ab, fast immer in den Winkeln von kleinen Nebenästchen. Mit der Lupe betrachtet sehen die Eier des Nierenfleck-Zipfelfalters aus wie kleine weiße Seeigel, und hat man sich einmal eingesehen, sind sie vergleichsweise leicht zu entdecken.

Ei von Favonius quercus. Hatzenport, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Ei von Favonius quercus. Hatzenport, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Etwas schwieriger schon gestaltete sich die Suche nach Favonius quercus. Der Blaue Eichen-Zipfelfalter ist zwar fast überall häufig, trotzdem muss man genau hinschauen, um ihn an den äußersten, südexponierten Knospen von Eichen zu finden. Aber auch das war eine lösbare Aufgabe, an der ersten Eiche direkt neben dem Pfad durch die Felsen.

Also weiter, steil bergauf. Mittlerweile krabbelten die Exkursionsteilnehmer am Steilhang im Gehölzaufwuchs herum, Blick für die fantastische Aussicht am Hatzenporter Laysteig hatte niemand so recht, dafür gab es klamme Finger wegen der Kälte.

Hatzenport von oben: Im Steillagenweinbau gibt es immer wieder Brachflächen mit Verbuschung. (Foto: Dahl)

Hier zeigte sich die Qualität der Truppe, vier von sechs Teilnehmern waren „Alte Hasen“ , alle sechs zusammen brachten wohl mehr als 100 Jahre Erfahrung mit Naturbeobachtungen ein. Äußerlichkeiten wie widriges Wetter treten da in den Hintergrund, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt.

Satyrium spini Eier. Hatzenport, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Ohne die perfekte Ortskenntnis von Daniel Müller hätten wir wahrscheinlich den Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) zwischen den ganzen Heckensträuchern glatt übersehen, und wären an den Eiern von Satyrium spini vorbeigelaufen. Die Art scheint von den regelmäßigen Pflegeeinsätzen in den trocken-heißen Hanglagen zu profitieren. Der Kreuzdorn-Zipfelfalter legt oft mehrere Eier  dicht nebeneinander ab. Beim Anblick des schönen Geleges wurden auch die Alten Hasen munter.

Im Lebensraum des Kreuzdorn-Zipfelfalters. (Foto: Dahl)

Mit Retro-Adapter und Ringblitz: Tim Laußmann, Experte für Freihand-Makro, im Einsatz. (Foto: Dahl)

Auch technisch gab es einiges zu lernen: Zum Beispiel dass man mit einem handelsüblichen Weitwinkel-Objektiv und einem sogenannten Retro-Adapter auch von kleinsten Strukturen scharfe Digitalbilder schießen kann. Die Eiersuche vor Ostern wurde zudem ausgiebig gefilmt, soll noch zu einem youtube-Video verarbeitet werden.

Satyrium acaciae Ei, Pommern, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Nach einem Ortswechsel an die Kapelle oberhalb von Pommern kamm dann auch Art Nr. 4 auf unserer Wunschliste zu Tage. Der Suchauftrag lautete: An der Unterseite von niedrigem  Schlehenaufwuchs, bodennah, an heißen Stellen. Ein Ei des Kleinen Schlehenzipfelfalters Satyrium acaciae wurde dann auch zum Entzücken der Teilnehmer entdeckt und ausgiebig bewundert. 

Satyrium w-album, Pommern, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Weiter ging es zum Dortebachtal in Klotten, neben der Brauselay in Cochem wohl der berühmteste Schmetterlingsplatz an der Untermosel. Hier wurde nach wenigen Sekunden ein Ei des Ulmen-Zipfelfalters entdeckt, das aussieht wie ein winziger umgedrehter Suppenteller. Zielart Nr. 5 war „im Kasten“!

Zum Abschluss des Tages kam dann sogar noch die Sonne zum Vorschein, und auch das Gekraxel war vorbei, die letzte Exkursionsstrecke im Pommerbachtal war ein normaler steigungsfreier Waldweg.

Und als Zückerchen obendrauf zauberte uns Daniel Müller ein Hibernarium von Limenitis camilla aus einem unscheinbaren Heckenkirschen-Busch. Der Kleine Eisvogel überwintert als winzige Raupe in einem zusammengesponnenen Blättchen. Nur wer sehr genau hinschaut kann die Dornen der Raupe erkennen: Wer das jedoch einmal gesehen hat, der vergisst es nie wieder!

Blatttüte mit Raupe von Limenitis camilla, Pommern, 29. Januar 2022 (Foto: Tim Laußmann)

Kurzes Fazit eines langen Tages: Auch mitten im Winter kann man tolle Schmetterlingsexkursionen machen.  Vielen Dank an Daniel Müller für die Organisation und die Hilfe beim Suchen!

Den Exkursionsbericht gibt es übrigens auch als Video!

Aktivitäten, bitte melden!

Zum Schluß: Bitte teilt uns alle Exkursonen, Vorträge und Aktivitäten rund ums Thema Schmetterlinge mit, ich stelle die dann auf die Seite mit den „Events“.

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Forschungsband „Die Nachtfalter im Nationalpark Eifel“ erschienen

Kleiner Speerspanner - Rheumaptera subhastata

Kleiner Speerspanner – Rheumaptera subhastata (Foto: Rudi Seliger)

Die Nationalparkverwaltung Eifel hat die Ergebnisse eines 12jährigen Forschungsprojektes veröffentlicht: „Die Nachtfalter im Nationalpark Eifel“ reiht sich als Band 9 in die Schriftenreihe zum Nationalpark Eifel ein. Auf knapp 300 Seiten hat ein Team um die Schmetterlingsforscher Wolfgang Wittland und Rudi Seliger die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

Mit viel Herzblut und Engagement konnten die Experten der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen bei zumeist nächtlichen Beobachtungen 1.288 Nachtfalter- und 49 Tagfalter-Arten feststellen.

Dazu wurden vor allem in zwölf meist mehrmals jährlich beprobten Wald- und Grünlandbereichen mit Hilfe von Licht- und Köderfang insgesamt über 90.000 Einzeltiere angelockt und ihre Artzugehörigkeit bestimmt. Das Werk liefert einen wichtigen Beitrag zur Erfassung der Artenvielfalt der Schmetterlinge in der nordrhein-westfälischen Eifel und bildet eine solide Basis für Untersuchungen künftiger Entwicklungen.

Bei der Untersuchung an über 270 Einzelterminen wurden zahlreiche sehr seltene oder für die Region neue Arten nachgewiesen, zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte Kleine Speerspanner – Rheumaptera subhastata (NOLCKEN, 1870), dessen Raupen an an Vaccinium-Arten leben. Außer den Vorkommen im Nationalpark gibt es historisch (Kalterherberg, 1933) und aktuell (Umgebung Monschau, 2018) nur zwei weitere Nachweise aus dem nordrhein-westfälischen Teil der Eifel.

„Die ehrenamtlichen Spezialisten sind für solch grundlegende Forschungsarbeiten wichtiger denn je“, so Projektleiter und Biologe Dr. Andreas Pardey vom Fachgebiet Forschung des Nationalparkforstamtes Eifel. Zahlreiche hervorragende Fotos bringen die Vielfalt der Nachtfalter auch Naturliebhabern näher, die nicht mit Schmetterlingen vertraut sind.

Die Druckversion der Schriftenreihe Band 9 kann für 20 Euro (inklusive Versand) bei der Nationalparkverwaltung Eifel erworben werden, unter der Mailadresse info@nationalpark-eifel.de oder Tel.: +49 (0) 2444 95110 0

WITTLAND, W., SELIGER, R. & PARDEY, A. (2021): Die Nachtfalter im Nationalpark Eifel. Untersuchungergebnisse der Jahre 2007 bis 2018. – Hrsg.: Nationalparkforstamt Eifel. – Schriftenreihe zum Nationalpark Eifel. Band 9. 288 S. Schleiden-Gemünd.

Die Nachtfalter im Nationalpark Eifel zum Download

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Zwischen Staunen und Bewunderung – unsere Microlepidoptera

Die aktuellste Veröffentlichung zur Anzahl von Schmetterlingen in Deutschland stammt aus dem Jahr 2017. Danach gibt es in Deutschland 3.682 Arten (1). Gezählt wurde die Verbreitung in vier Zeitstufen; die erste deckte die Epoche bis 1900 ab, die letzte die Jahre 2001-2016. Da 10% bis 15% der Arten als ausgestorben oder verschollen gelten, bleiben immer noch ca. 3.166 Arten, die man in Deutschland findet – natürlich nicht überall und nicht jedes Jahr.

Diese Zahl kann man aufteilen nach Schmetterlingen, die tagsüber fliegen und Nachtfaltern, die hauptsächlich nachts aktiv sind. Danach gibt es 190 Arten von Tagschmetterlingen (2). Andererseits wurde auch eine Kategorie von “tagaktiven Nachtfaltern” definiert, zu der 179 Arten zählen, wie Zygenidae, Arctiinae, Sesiidae und erstaunlich viele andere.(3).

Weiterhin unterscheidet man zwischen Großschmetterlingen und Kleinschmetterlingen, wobei – nicht immer konsequent – nach der Größe sortiert wurde. Letztere werden auch Microlepidoptera oder “Micros” genannt. Da in Lit. (2) 1350 Großschmetterlinge genannt werden, resultieren ca. 1816 Arten (58%) von “Micros”. Lit. (4) zählt 59 Familien von Microlepidoptera für Europa auf. Nicht alle kommen auch in Deutschland vor. Ein Überblick von W. Biesenbaum (5) zitiert Beobachtungen von Micros aus 42 Familien für das „Obere Mittelrheintal“, eine Gegend die nur 150 km südlich von Solingen liegt, wo wir wohnen.

Für uns bedeuten diese Zahlen, daß es eine sehr große Anzahl von Kleinschmetterlingen – aufgeteilt in sehr viele Familien – gibt. Und die Anzahl der Arten in dieser Gruppe wird noch wachsen, da viele Lepidopterologen sich jetzt mit dieser Gruppe beschäftigen, nachdem die Großschmetterlinge bereits intensiv erforscht wurden.

Wir selbst fotografieren die verschiedenen Insekten nur und sammeln sie nicht. So werden unsere Beobachtungen oft nicht für die Dokumentationen der Wissenschaftler akzeptiert, da viele Arten nicht allein aufgrund von Fotografien unterschieden werden können.

Aber die Fülle der Bücher mit Fotos von Faltern unter natürlichen Bedingungen, die es früher gar nicht gab, zeigt, wie groß das Interesse der Bevölkerung an solchen Fotos ist.
Auch sammeln wir ja wertvolle Daten für das Auftreten (Ort und Zeit) der Micros, die wir auf Art-Niveau bestimmen können. So haben wir z.B. Agnoea subochreella fotografiert, die in der Liste (Lit.5) nicht verzeichnet war – ein typischer Fall von Migration mit dem Klimawandel.

Unser wichtigstes Ziel ist es, die Schönheit und bunte Vielfalt dieser kleinen Geschöpfe zu zeigen.
Für die Leser dieses newsletters haben wir 18 Fotos von von Micros ausgewählt, die wir mit wenigen Ausnahmen in den letzten drei Jahren in unserer Umgebung fotografiert haben. Davon sogar zwei Drittel bei uns am Haus oder im Garten.

Jeder von Ihnen hat sicher seine besonderen Lieblinge einer Art oder interessiert sich für eine bestimmte Familie von Schmetterlingen. Die Oecophoridae (Faulholzmotten) z.B. sind geradezu farbenprächtig oder durch besondere Kennzeichen auffallend. Bei den Gracillariidae (Blatt-Tütenmotten) besticht – wie schon der Name ausdrückt – die graziöse Erscheinung. Eine weitere Familie von unwiderstehlichem Charme sind die Ypsolophidae (Schabenmotten). Wir könnten hier endlos weiter die Schönheiten der Micros beschreiben, die bei uns Staunen und Bewunderung auslösen.

Hoffentlich erfüllen die Fotos auch Ihr Herz mit Freude, und Sie beginnen, diese Juwelen in Ihrer Gegend zu suchen und zu bewundern. Viele sitzen tagsüber auf Pflanzen oder kommen nachts zum Licht. Und es ist nicht übertrieben festzustellen, daß noch viele Micro-Arten darauf warten, entdeckt zu werden, z.B. bei den Blattminierern.
In einer Zeit, wo viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, kann es tröstlich sein, daß auch unbekannte Schätze noch entdeckt werden können.

Aktuelle Daten und Fotos
https://www.inaturalist.org/observations?place_id=any&user_id=wolfachim&verifiable=any

Literatur
(1) Gaedike, R.; Nuss, M.; Steiner, A.; Trusch, R. (Hrsg.) (2017): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera) (Entomofauna Germanica 3). 362 S., Dresden
(2) A. Steiner, U. Ratzel, M. Top-Jensen & M. Fibiger (2014): Die Nachtfalter Deutschlands  BugBookPublishing , ISBN978-3-00-043862-2
(3) Ulrich, R. (2018)  Tagaktive Nachtfalter, Kosmos-Naturführer, ISBN: 9783440158272
(4) Parenti, U. (2000): A Guide to the Microlepidoptera of Europe, ISBN 88-86041-36-5
(5) Biesenbaum, W. (2011) Kleinschmetterlinge des Mittelrheingebietes, Melanargia 23 (2): 69-154

 

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Massenhaft Pestizide in Naturschutzgebieten nachgewiesen

Malaisefallen im NSG Wisseler Dünen am Niederrhein: In den Proben fanden sich Rückstände 20 verschiedener Pestizide. 12. Mai 2020 (Foto: Dahl)

Warum nehmen die Insekten nicht nur in der landwirtschaftlich genutzten Fläche, sondern auch in Naturschutzgebieten rasant ab?  Ein Forscherteam, in dem unter anderem der Entomologische Verein Krefeld mitgearbeitet hat, präsentiert jetzt eine Studie, in der neben den Insekten selbst auch die Belastung durch Schädlingsbekämpfungsmittel, Unkrautvernichter und Pilzgifte untersucht wurde. Erschreckendes Fazit: Die Insekten tragen die Giftstoffe aus der Landwirtschaftsfläche in die Naturschutzgebiete.

In Deutschland wurde der Rückgang der Insektenbiomasse in Naturschutzgebieten innerhalb von Agrarlandschaften beobachtet. Eine der diskutierten Hauptursachen ist der Einsatz synthetischer Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft. In einer deutschlandweiten Feldstudie haben die Autoren Fluginsekten mit Malaisefallen in an landwirtschaftlich genutzten Flächen angrenzenden Naturschutzgebieten gesammelt.

Eine chemische Mehrkomponenten-Spurenelementanalyse wurde verwendet, um 92 gängige landwirtschaftliche Pestizide in Ethanol aus Insektenfallen, die im Mai und August 2020 beprobt wurden, nachzuweisen. In ALLEN Proben aus NSGs wurden Rückstände zahlreicher Pestizide nachgewiesen. Insektengifte fanden sich auch dort, wo angeblich nicht gespritzt wird, z.B. an der Brauselay bei Cochem – dem Fluggebiet des Apollofalters.

Insgesamt wurden Rückstände von 47 derzeit verwendeten Pestiziden nachgewiesen, und Insektenproben waren im Durchschnitt mit 16,7 verschiedenen Pestiziden kontaminiert. An allen Standorten wurden Rückstände der Herbizide Metolachlor-S, Prosulfocarb und Terbuthylazin sowie der Fungizide Azoxystrobin und Fluopyram erfasst.

In 16 von 21 Naturschutzgebieten wurde das Neonikotinoid Thiacloprid nachgewiesen, wahrscheinlich aufgrund der Endverwendung vor einem EU-weiten Verbot. Eine Veränderung der Zusammensetzung der Rückstandsmischungen war aufgrund des höheren Herbizideinsatzes im Frühjahr und der zunehmenden Fungizidapplikationen im Sommer erkennbar.

Nach Angaben der Autoren ist eine drastische Reduzierung von Pestiziden in  Verbindung mit großen Pufferzonen um die Naturschutzgebiete notwendig, um eine Kontamination ihrer Insektenfauna zu vermeiden.

Studie: Direkte Pestizidbelastung von Insekten in Naturschutzgebieten in Deutschland. Verfügbar unter:https://bit.ly/3shEGuM

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Der Kaisermantel ist Schmetterling des Jahres 2022

Kaisermantel, Argynnis paphia, Schmetterling des Jahres 2022. D-NRW Blankenheim, Lampertstal, Eifel 3. Juli 2020 (© Tim Laußmann)

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.  haben den Kaisermantel (Argynnis paphia) zum Schmetterling des Jahres 2022 gekürt. Der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter ist zwar noch ungefährdet, doch seine Lebensräume werden immer kleiner.

Der Kaisermantel führt uns vor Augen, wie wichtig gesunde und naturnahe Wälder sind. Vielerorts beobachten wir einen Rückgang der Falterpopulationen. Triste Fichtenmonokulturen sind nicht nur für den Schmetterling des Jahres ungeeignete Lebensräume. Hier stehen die Bäume häufig so eng, dass nur wenig Licht auf den Waldboden fällt und kaum Pflanzen wachsen. Der Kaisermantel ist jedoch auf Bodenbewuchs angewiesen. Für den auffälligen Falter ist naturnaher lichter Mischwald der ideale Lebensraum. Zudem ist Mischwald wesentlich artenreicher und auch beständiger gegen Klimaphänomene. Auf den Flächen mit abgestorbenen Fichten sollte daher künftig besser Mischwald wachsen.

Im Sommer bewohnt der Kaisermantel Waldränder und Lichtungen, wo er häufig an Disteln, Flockenblumen oder Skabiosen saugt. Anders als die etwas blasser gefärbten Weibchen zeigen die satt orangefarbenen Männchen breite Striche auf den Vorderflügeln, die „Duftschuppen“. Damit locken sie die Weibchen an. Diese legen nach der Paarung ihre Eier in geringer Höhe an Baumrinde ab, aber nur an Bäumen, die in der Nähe von Veilchen wachsen.

Bitte klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine Großansicht bzw. eine druckfähige Datei zu erhalten! Die Fotos dürfen bei Nennung des Bildautors für Pressezwecke kostenlos verwendet werden.

Systematik: Der Kaisermantel (Argynnis paphia) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und gehört dort zu den Perlmuttfaltern. Der Name Perlmuttfalter bezeichnet ein gemeinsames Merkmal dieser Falter: die perlmuttartig schimmernden Flecken auf der Unterseite der Flügel. Gemeinsam ist den Perlmuttfaltern auch eine orangefarbene Oberseite mit einem Muster aus dunklen Flecken. Zur sicheren Artbestimmung ist bei Perlmuttfaltern außer der Oberseite meist auch ein Blick auf die Unterseite hilfreich.

Verbreitung: Der Kaisermantel ist eine euro-sibirische Art. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Europa über die gemäßigten Klimagebiete Asiens bis nach Japan. In Deutschland ist die Art in allen Bundesländern vertreten, auch in allen Nachbarstaaten kommt sie vor.

Lebensraum: Der Kaisermantel liebt offene, lichte Mischwälder mit reichhaltiger, aber nicht zu dichter Bodenvegetation, wo Veilchen als Futter für die Raupen wachsen und im Sommer eine reiche Blütenvielfalt Nektar für die Falter bietet.

Nahrung der Raupen: Die Raupen des Kaisermantels sind hoch spezialisiert und fressen nur an Veilchenarten.

Beschreibung Imagines: Der Kaisermantel macht mit gut sechs Zentimetern Spannweite und als größter mitteleuropäischer Perlmuttfalter seinem Namen alle Ehre. Mit der leuchtend orangefarbenen Flügeloberseite und dem schmalen, silbrig schimmernden Band auf der grünlichen Unterseite, der zu seinem weniger gebräuchlichen Namen „Silberstrich“ geführt hat, gehört er zu den schönsten und auffälligsten Tagfaltern im Hochsommer.

Männchen und Weibchen sehen für Laien erst einmal gleich aus, lassen sich jedoch bei genauem Hinsehen unterscheiden: die Männchen sind oft strahlend orange gefärbt und besitzen breite Striche auf den Vorderflügeln, so genannte Duftschuppen. Die Weibchen sind meist gedeckter gefärbt und haben ausgeprägte dunkle Flecken auf den Vorderflügel-Oberseiten. Weibchen können auch grau-braun gefärbt vorkommen.

Nahrung der Imagines: Wir treffen den Falter im Sommer an Waldrändern, auf Waldwegen sowie auf Lichtungen an, wo er an Disteln, Flockenblumen und Skabiosen saugt, daneben an Wasserdost und anderen Hochstauden mit vorzugsweise blauvioletten bis weißlichen Blüten. Doch auch Blüten von Brombeeren sind beliebt, und das sind längst nicht alle Pflanzen, die als Energiequelle dienen können. Zum Nektarsaugen kann der Kaisermantel bis in Parks und Gärten im Siedlungsbereich vordringen.

Generationen: Der Kaisermantel bildet eine Generation im Jahr mit Hauptflugzeit im Juli und August aus. Die Flugzeit beginnt in der Regel im Juni und klingt im September aus.

Lebenszyklus: Mit dem speziellen Duft ihrer Duftschuppen betören die Männchen die Weibchen im Flug. Nach der Befruchtung suchen die Weibchen im Wald Baumstämme auf, an deren Rinde sie in geringer Höhe ihre Eier ablegen. Wichtig ist, dass in der Nähe des Baums Veilchen wachsen, möglichst in beschatteten Bereichen. Daher untersucht das Weibchen den Lebensraum sehr intensiv, bevor es zur Eiablage kommt. Nur in geeigneten Habitaten hat der Nachwuchs eine Chance.

Im Spätsommer schlüpfen die Raupen, fressen aber zunächst nur ihre Eihülle. Dann verbergen sie sich in Ritzen der Baumrinde, um zu überwintern. Erst im Frühjahr krabbeln die Raupen herunter auf den Waldboden und ernähren sich von den Blättern verschiedener Veilchenarten.

Gefährdung/Rote Liste: Nach der Roten Liste von 2010 gilt der Kaisermantel in Deutschland als ungefährdet, mit zwar dem kurzfristigen Bestandstrend einer Zunahme, jedoch langfristig einem Rückgang. Dazu passt, dass der Kaisermantel etwa in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste von 2020 nicht mehr auf der Vorwarnliste geführt wird, da er in einigen Landesteilen in den letzten Jahren häufiger beobachtet werden konnte, auch wenn er in anderen Landesteilen unverändert gefährdet ist.

Die Einstufung als ungefährdet ist also kein Grund zur Sorglosigkeit – auch Waldarten wie der Kaisermantel stehen in Deutschland unter Druck, weil geeignete Lebensräume knapp geworden sind.

Weiterführende Links

Aktuelle Nachweise des Kaisermantels europaweit auf observation.org

Verbreitung des Kaisermantels in Deutschland auf schmetterlinge-d.de

Weiterführende Informationen, Bestimmung von Tag- und Nachtfaltern: Lepiforum.org

BUND NRW Naturschutzstiftung

 

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Neue Rote Liste der Schmetterlinge von Nordrhein-Westfalen belegt Artenrückgang

Aktualisiert und auf den neuesten Wissenstand gebracht, liegt jetzt die Rote Liste der Schmetterlinge von Nordrhein-Westfalen in der 5. Fassung vor. Das 174  Seiten umfassende Beiheft der Zeitschrift Melanargia stellt gleichzeitig das neue Artenverzeichnis der  Groß- und Kleinschmetterlinge dieses Bundeslandes dar. Zwei Drittel der 1750 behandelten Schmetterlingsarten wurden in eine der Gefährdungskategorien eingestuft.

In Absprache mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) haben die beiden Autoren Heinz Schumacher und Dr. Wolfgang Vorbrüggen 1750 Arten aufgelistet und hinsichtlich ihrer Gefährdung beurteilt. Diese Arbeit erfolgte unter Mitwirkung zahlreicher Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen sowie mit aktiver Unterstützung von Günter Swoboda (Schriftleitung Melanargia).

Erfasst wurden alle Arten der Großschmetterlinge. Bei den Kleinschmetterlingen handelt es sich um die drei Gruppen der Federmotten, Zünsler und Wickler, bei den übrigen  Kleinschmetterlingsfamilien ist der Kenntnisstand für eine Beurteilung der Gefährdung zu gering.

Immerhin, so meinen die Autoren, sind 1750 bewertete Arten eine sehr belastbare Größe für die Aussagen über die Gefährdung der Falter.

Erschreckend ist das Fazit der Gefährdungsbeurteilung: nur 34 Prozent der Falter sind ungefährdet! Insgesamt 66 Prozent, d.h. zwei Drittel der Schmetterlingsarten sind in einer der Gefährdungskategorien eingestuft; 12 Prozent der Arten sind bereits ausgestorben und 13,6 Prozent akut vom Aussterben bedroht. Das ist etwas mehr als ein Viertel der in Nordrhein-Westfalen heimischen Arten!

In den exakten tabellarischen Aufstellungen und den Vergleichen mit der vorherigen Fassung der Roten Listen kann die Gefährdungsentwicklung jeder einzelnen aufgelisteten Art über die Jahre verfolgt werden. Eine zusätzliche Auswertung dieser Tabellen führt die Gefährdungseinstufungen in den einzelnen Schmetterlingsfamilien auf.

Darüberhinaus geben textliche Anmerkungen zu 145 Arten nähere Auskünfte zur Gefährdungskategorisierung und eine kritische Wertung der die Art betreffenden Literatur. Ergänzende Hinweise zu den Ursachen der Gefährdung und zu erforderlichen Schutzmaßnahmen runden die Rote Liste ab.

Für die Autoren war es aus wissenschaftlicher Sicht wichtig, dass es diese inhaltlichen Formulierungen gibt. Erschienen ist deshalb die Rote Liste mit den textlichen Ergänzungen als Beiheft in der Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V., der Melanargia XXXIII. Jahrgang. Das LANUV beabsichtigt, die von der Arbeitsgemeinschaft erstellten Tabellen allein auf digitalem Wege zu veröffentlichen.

Arbeitsgemeinschaft rheinisch-westfälischer Lepidopterologen e.V.
Dr. Wolfgang Vorbrüggen
Mittelstr. 42d
52146 Würselen

Rote Liste und Artenverzeichnis der Schmetterlinge – Lepidoptera – in Nordrhein Westfalen,  5. Fassung. Stand: Makrolepidoptera Dezember 2020. Stand Mikrolepidoptera März 2021.  – Melanargia, 33. Jahrgang, Beiheft 1: 174 Seiten, Leverkusen. ISSN 0941-3170

Vertrieb
Die neue Rote Liste wird den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft kostenfrei zugesandt. Sie kann zum Preis von 15,- Euro zzgl. 2,-  Euro Versandkosten erhältlich bei
Karl-Heinz Jelinek, Idastraße 37 51069 Köln-Dellbrück, karl-heinz.jelinek@gmx.de


[Nachtrag vom 13. April 2022]
Die Tabelle wird ab sofort hier als Excel-Datei bereitgestellt.


[Nachtrag vom 6. April 2022]
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV hat die Tabellen mittlerweile als .pdf online gestellt, abrufbar sind sie dort unter

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Vorstand und Museumslandschaft im Wandel

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft in Bonn hat einige neue Gesichter in den Vorstand gewählt: Wir begrüßen Tim Laußmann, Daniel Müller und Jörg Siemers als neue Beisitzer, Brigitte Schmälter übernimmt das Amt des Finanzvorstandes von Klaus Hanisch. Der Rest des Teams wurde -wie gewohnt einstimmig – wiedergewählt. Zu dem Treffen wird es in Kürze noch einen Extra-Bericht geben. Vorab aber schon mal eine Information vom Rande der Tagung, die für die meisten doch ein wenig überraschend kam: Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig  (ZMFK) in Bonn ist mit dem Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg zusammengeführt worden. 

Aber das wichtigste zuerst: Durch die drei neuen Mitglieder im Vorstand ist dieser insgesamt stark verjüngt worden, den größten Anteil daran hat der erst 24-jährige „Mister Apollo“ Daniel Müller.

Von links: Daniel Müller (24), Jörg Siemers (58), Tim Laussmann (52)

Die drei „Neuen“ sind natürlich keine Unbekannten und engagieren sich zum Teil seit vielen Jahrzehnten in Schmetterlingsschutz und -forschung. Antrieb und Sachkunde stehen außer Zweifel – wir wünschen Euch viel Erfolg und danken vorab fürs Engagement! Brigitte Schmälter, auf der Sitzung schon mal als „Alter Hase“ tituliert, ist die erste Frau im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft, auch ihr viel Erfolg!

Jetzt aber zur Neuordnung der Museumslandschaft, der Zusammenlegung des ZFMK mit dem Naturkundemuseum Hamburg: Die Nordrhein-Westfälische Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, die auch schon mal Referentin bei der Behörde für Wissenschaft und Forschung in Hamburg war, lässt sich zu dem Thema so zitieren: „Die dadurch entstehenden Synergien werden die internationale Sichtbarkeit und Konkurrenzfähigkeit des erweiterten Forschungsmuseums wesentlich erhöhen und damit die starke Stellung des Wissenschaftsstandorts Bonn weiter ausbauen.

Die Sammlung des Museums Koenig Bonn (ZFMK) ist einzigartig. (Foto: Laußmann)

Auf den angekündigten „Meilenstein für Naturkunde“ dürfen wir gespannt sein. In der freien Wirtschaft haben die bei Fusionen entstehenden Synergien normalerweise einen einfacheren Hintergrund: Es sollen Kosten gespart werden. Was da genau „verwoben“ werden soll ist mir nicht so klar. „Vernetzungen der Infrastruktur“ bedeuten im Unternehmensdeutsch meist langjährige EDV-Probleme. Aber man soll ja nicht immer gleich meckern, vielleicht bekommen wir ja irgendwann noch Hintergrundinformationen und alles wird besser. Geld für allerlei Neubauten und Renovierungen scheint auf jeden Fall schon mal vorhanden zu sein (s.u.), vielleicht treffen wir uns dann zukünftig in Bonn-Poppelsdorf.  Hier der Original-Text der Pressemitteilung vom Juli 2021. Macht Euch selbst ein Bild. Kommentare erbeten!

Start des LIB in Hamburg und Bonn

Das zukünftige Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) mit den Standorten Bonn und Hamburg nimmt heute offiziell seinen Betrieb auf. Mit Inkrafttreten des Staatsvertrages zwischen Nordrhein-Westfalen und der Stadt Hamburg wird das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn zusammengeführt. Kernaufgabe des LIB wird es sein, gemeinsam standortübergreifend den globalen Biodiversitätswandel zu erforschen und die Erkenntnisse aufklärend in die breite Gesellschaft zu tragen. Weiterlesen

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