„Goldene Acht“ ist Schmetterling des Jahres 2017

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. haben die „Goldene Acht“ zum Schmetterling des Jahres 2017 gekürt.

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Die Raupen der „Goldenen Acht“ (lat: Colias hyale) ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. „Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends“, sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. „Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Das verändert auch die Welt der Falter zum Schlechten“, sagte Behrmann. Bundesweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet.
Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.
Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück. Über das Jahr bringt die Art drei oder sogar vier Generationen hervor, die als Raupen überwintern. Dass der Falter auch unter vielen anderen Namen wie „Posthörnchen“, „Weißklee-Gelbling“, „Gelber Heufalter“, „Gemeiner Heufalter“ oder auch „Kleegelbling“ bekannt ist, deutet darauf hin, dass die „Goldene Acht“ früher sehr häufig vorkam.
Schwer zu unterscheiden ist die „Goldene Acht“ als ausgewachsener Schmetterling von dem nahe verwandten Hufeisenklee-Gelbling. Die beiden gelten als Zwillingsarten. Nur bei den älteren Raupen gelingt es, die „Goldene Acht“ zweifelsfrei zu identifizieren: Während die Raupen des Hufeisenklee-Gelblings vier auffällige gelbe Längslinien mit schwarzen Flecken haben, sind bei den Raupen der „Goldenen Acht“ nur zwei dünne gelbliche Seitenlinien erkennbar.


Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Schmetterlinge aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet

Schmetterling des Jahres 2016 war der Stachelbeerspanner Abraxas grossulariata.

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2016: Schlechtes Wetter für Schmetterlinge?

Nach extremer Wärme in den Monaten November und Dezember 2015 begann die Schmetterlingssaison 2016 eigentlich bereits im Dezember 2015. Das milde Winterwetter hielt auch in den Monaten Januar und Februar an und wurde nur durch eine kurze Kältewelle mit mäßigen Nachtfrösten um den 20. Januar herum unterbrochen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele nachtaktive Frühlingsarten bereits im Januar nachgewiesen werden konnten.

Nach einem der mildesten Winter der letzten Jahrzehnte ließ anschließend der Frühling auf sich warten. Die Temperaturen im März zeigten sich sehr verhalten, insbesondere erschwerten kalte Nächte den Flug vieler Nachtfalterarten. Bei teilweise mäßigen Nachtfrösten herrschte während der ersten beiden Monatsdekaden gefühlter Winter. Auch im April machte die Erwärmung nur zögerliche Fortschritte. Wenig Niederschlag bei kühlen nächtlichen Temperaturen war eher ungünstig für die Entwicklung von Flora und Fauna. Im Mai setzte sich die trockene Witterung fort, allerdings bei überdurchschnittlichen Temperaturen. Erst zum Monatsende kam der lang ersehnte Regen.

Was im Frühling an Regen zu wenig fiel, brachte der Juni zu viel. Unwetterartige Regenfälle und wenig Sonnenschein machten den Schmetterlingen und ihren Erforschern nun das Leben schwer. Trotz etwas überdurchschnittlicher Temperaturen wird der erste Sommermonat 2016 vielen Menschen als Katastrophenmonat in Erinnerung bleiben. Der wechselhafte Witterungscharakter setzte sich auch in der ersten Julihälfte fort, wobei aber keine starken Niederschläge mehr auftaten, so dass die Regenbilanz unterdurchschnittlich ausfiel. In der zweiten Monatshälfte trat dann immerhin sogar eine kurze Hitzewelle auf. Trotz wechselhaften Charakters war der Juli trocken und warm, allerdings bei unterdurchschnittlichem Sonnenschein. In der ersten Augusthälfte schien dann allmählich der Herbst Einzug zu halten, doch dieser Eindruck änderte sich dann zum Monatsende als der Sommer zu einem unerwarteten Finale ansetzte. Mit Temperaturen bis über 35° gab es verspätete Hitzewellen, die bis Mitte September anhielten und zu einer großen Dürre führten. Seit 1958 gab es in Köln nur drei Septembermonate mit weniger Niederschlag.

Larentia clavaria (Foto: Armin Dahl)

Die Saison ist nicht nicht vorbei! Larentia clavaria (HAWORTH, [1809]), Klotten (Mosel), 25. Oktober 2016 (Foto: Armin Dahl)

Erste größere Regenfälle traten erst nach dem 20. Oktober auf. Das könnte ein Grund dafür sein, dass die charakteristische Herbstfauna sich bisher kaum zeigte. Insgesamt hat das Jahr 2016 den Ruf, ein besonders schlechtes Schmetterlingsjahr gewesen zu sein. Sicher war die Verteilung ungünstiger Witterungsperioden für die Entwicklung vieler Falter nicht förderlich. Allerdings erklärt dies nicht den Rückgang einiger Arten während der letzten Jahre, so dass andere Gründe in die Überlegungen mit einbezogen werden müssen.


Link:
Deutscher Wetterdienst: Das Deutschlandwetter im Sommer 2016

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Nachweiskarten: keine weißen Flecken in NRW

Gute dreieinhalb Jahre ist es her, dass wir mit der Online-Darstellung der Nachweiskarten aus dem Arbeitsgebiet gestartet sind. Und wie erwartet hat sich das Projekt ganz ordentlich etabliert und bei dem einen oder anderen den Ehrgeiz geweckt, „sein“ Meßtischblatt oder eine ganze Region mit einer möglichst hohen Zahl an nachgewiesenen Arten zu garnieren.
Ein Teilziel dabei war, überhaupt erst einmal aus JEDEM Kartenblatt ein paar Nachweise zu bekommen. Denn in einzelnen Randregionen waren immer noch weiße Flecken zu finden: die sogenannten „Meßtischblätter der Schande“. Heute war es dann endlich so weit, ein Mail von Josef Bücker im Postfach mit folgendem Text:

„ich mache mit meiner Frau gerade ein paar Tage Herbsturlaub in Rheine, Kreis Steinfurt. Heute habe ich die Gelegenheit genutzt, den letzten weißen Fleck auf der insectis-NRW-Karte einzufärben. Im Anhang findest Du 15 Arten, die ich auf unerem heutigen Rundgang fotographiert habe. Die meisten davon aus 3710,1 – einige auch aus 3710,2 – zumeist Mikros.“

Die Liste ist mittlerweile importiert, der Ehrgeiz war geweckt und durch ein wenig  Internet-Recherche konnten auch noch zwei weitere MTB-Kästchen aus dem Taunus und Westerwald eingefärbt werden. Jetzt sind es nur noch sechs MTBs ohne Daten, zwei im Wiehengebirge nördlich von Osnabrück und vier rund um den Rhein-Lahn-Kreis.Was nicht bedeutet, dass es dort keine Schmetterlinge gäbe – sie wurden nur noch nicht gemeldet oder die Daten nicht erfasst. Freiwillige vor!

Josef Bücker hat im übrigen in seinem Hagener Umfeld mittlerweile mehr als 1000 verschiedene Lepidopteren-Arten nachweisen können. Über seine Arbeit berichtet er in einem Vortrag am 15. November in Hagen, der sich auch im neuen Termin-Kalender der Arbeitsgemeinschaft findet.

Alle Verbreitungskarten findet Ihr wie immer unter www.schmetterlinge-nrw.de

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Buchbesprechung: RAINER ULRICH: Schmetterlinge – entdecken und verstehen

Buch Ulrich Schmetterlinge erkennenUnser langjähriges Vereinsmitglied Rainer Ulrich hat in Zusammenarbeit mit dem Kosmos-Verlag ein Buch herausgebracht, das sich unter dem Titel „Schmetterlinge ‒ entdecken und verstehen“ vor allem an den naturinteressierten Laien wendet. Es ist kein Bestimmungsbuch im üblichen Sinne, sondern eine Mischung aus den Grundlagen der Schmetterlingskunde, der Besprechung der Arten und den eigenen Erlebnissen des Autors bei der Ausübung seiner Leidenschaft, den Schmetterlingen.

Eingangs des Buches erfährt der Leser die wichtigsten Fakten über die
Schmetterlinge. Wie viele Arten gibt es bei uns? Wie teilen sie sich in die einzelnen Gruppierungen auf? Wie ist der Lebenszyklus des Schmetterlings? Sind doch die „herumfliegenden Falter” nur das letzte Glied in der Kette und, bis auf wenige Ausnahmen, auch der kurzlebigste Zustand einer Art. Also: Wer die Raupe nicht ehrt, ist des Schmetterlings nicht wert!

Weiterhin gibt der Autor einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit mit Schmetterlingen: Wie sind ihre Namen entstanden? Was bedeuten sie? Wie ist die Generationenfolge? und vieles mehr.

Der Abschnitt, der sich mit der Einteilung der Schmetterlinge in ihre Familien befasst, enthält eine Übersicht über die Tagfalter und die Widderchen. Einzelne Beispiele hierzu werden herausgegriffen und ausführlich besprochen.

Mit Vorschlägen, was der Einzelne für die Erhaltung der Vielfalt in der Schmetterlingswelt tun kann wird nicht gespart. So zeigt der Autor am eigenen Beispiel, was insbesondere Gartenbesitzer für Möglichkeiten haben, ihren Beitrag zum Fortbestand der Schmetterlinge zu leisten.

Innerhalb der einzelnen Abschnitte bringt der Autor immer wieder eigene Erlebnisse unter, die das Buch noch lesenswerter macht und uns vermittelt, wie hochinteressant die Arbeit mit den Schmetterlingen sein kann.

RAINER ULRICH:
Schmetterlinge – entdecken und verstehen
176 Seiten, 202 Fotos. Mit 20 spannenden und amüsanten Schmetterlings-Erlebnissen
Kosmos-Verlag, Stuttgart 2015
Preis: 16,99 €
ISBN 978-3-440-14529-6

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Neue Melanargia (28/3), Neuer Kalender

Melanargia 28 Heft 3 Titelbild

Rechtzeitig zum Start der NRW-Herbstferien steckt die neue „Melanargia“ in der Post. Verschollene Bürstenspinner in den atlantischen Heidemooren, in Nelken-Stängeln minierende Mikros, lange Artenlisten von Kleinschmetterlingen aus der Eifel, und die ungeheure Publikationsliste eines „Schreibtischtäters“: Der Schriftleiter hat mal wieder ganze Arbeit geleistet und ein interessantes Heft zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Das Inhaltsverzeichnis
ROSENBAUER, F. & DIERKSCHNIEDER, U.: Aktuelle Vorkommen des Heidebürsten-Spinners Orgyia antiquoides (HÜBNER, 1822) in Nordrhein-Westfalen und
den angrenzenden Gebieten Niedersachsens (Lep., Lymantriidae) S. 85
HEIMBACH, H.-J. & SCHUMACHER, H.: Wiederfund der Palpenmotte Caryocolum cauligenella (SCHMID, 1863) in Rheinland-Pfalz (Lep., Gelechiidae) S. 89
SELIGER, R.: Nachträge zu: Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) der Nordeifel und angrenzender Gebiete unter besonderer Berücksichtigung des Kreises
Euskirchen. 6. Nachtrag, S. 96
JELINEK, K.-H.: Je schlechter die Augen, desto kleiner die Falter – eine Biografie über Willibald Schmitz mit Bibliografie S. 108
Veranstaltungen und Termine
29. Westdeutscher Entomologentag 19.-20. November 2016 S. 107
Buchbesprechung
ULRICH, R.: Schmetterlinge entdecken und verstehen (G. Swoboda) S. 116

Die Mitglieder erhalten das neue Heft mit der Post, der Bezugspreis ist im Vereinsbeitrag (z.Z. € 25.–; Schüler und Studenten € 15.–) enthalten.
Für Nicht-Mitglieder beträgt der Bezugspreis € 25.– pro Jahrgang, Bestellung richten Sie bitte an den Schriftleiter.

Alle Veröffentlichungen


Neuer Kalender – Mitmachen!
Niemand sitzt gerne in einem leeren Vortragssaal! Auf der Webseite des Vereins gibt es ab sofort eine Terminliste und einen Kalender mit den Schmetterlings-Terminen im Arbeitsgebiet. Die Liste füllt sich jedoch nicht von alleine: Bitte teilt uns Eure entomologischen Vorträge, Veranstaltungen, Exkursionstermine und auch Ankündigungen für Fernseh- und Rundfunkbeiträge mit, die dann entprechend eingetragen werden können.

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Faunistische Leckerbissen im herbstlichen Bergwald

In den letzten Tagen haben verschiedene Kollegen das Sauerland nach seltenen Arten abgesucht, Ziel waren vor allem verschiedene Bergahorn-Bestände mit Vorkommen von Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) – Ahorn-Lappenspanner und Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) – Parallelbindiger Kräuterspanner. Hier eine kleine Zusammenstellung aus den verschiedenen Mails, manch einer bekommt vielleicht Lust selbst noch ein paar Datensätze beizusteuern.

Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) - Ahorn-Lappenspanner. Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dierter Robrecht)

Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) – Ahorn-Lappenspanner. Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) - Parallelbindiger Kräuterspanner, Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) – Parallelbindiger Kräuterspanner, Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Frank Rosenbauer schreibt zu den Biotopansprüchen von  Nothocasis sertata: „Insgesamt also eine in NRW sehr wenig beobachtete Art, was auf die speziellen Biotopansprüche (frisch-schattige Schluchtwälder in mittleren Höhenlagen (der von Lehmann bei Arnsberg beschriebene Biotop ist somit ein wenig außergewöhnlich), in höheren Lagen auch sonnigere Hanglagen mit autochthonen Vorkommen des Berg-Ahorn) die nur sehr lokal erfüllt werden, sowie der späten Flugzeit zurückzuführen ist.

Bei „normalem Wetter“ kühlen diese Biotop im Herbst meist so rasch aus, dass man auch mal nur mit einer pronuba und einer pyramidea auf der Liste nach Hause fahren muss

In anderen Gebieten geht die Art auch ins Flachland wenn kühle autochthone Berg-Ahorn-Vorkommen vorhanden sind, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein oder in Brandenburg.  […]
sertata war mit natürlichen Berg-Ahorn-Schluchtwälder im gesamten höheren Sauerland weit verbreitet. Da diese Biotope jedoch in der Masse leider Fichtenforsten weichen mussten, ist sie heute dort wohl nur noch lokal und außerhalb von Naturschutzgebieten wohl stark gefährdet.“

So richtig selten ist Nothocasis sertata in entsprechenden Biotopen aber nicht, die Kollegen berichten von bis zu 30 Faltern an einem warmen Abend, hinzu kommen Einzeltiere von M. parallelolineata und Larentia clavaria (Haworth, 1809).

In den Niederlanden ist Nothocasis sertata erstmals im Herbst 2014 in der Nähe von Maastricht in der Provinz Zuid-Limburg  nachgewiesen worden. In Belgien ist bei waarnemingen.be ebenfalls ein einzelner aktueller Fundort von sertata aufgeführt, so dass vielleicht in enstprechenden Waldbeständen der Eifel noch Chancen auf einen Neufund bestehen. Die Flugzeit von N. sertata erstreckt sich nach FORSTER & WOHLFAHRT (1981) von Ende August bis Mitte November, nach den wenigen vorliegenden Daten für Westfalen vom 05. September bis 5. Oktober.

Die Raupenzeit wird in der Literatur von Mai bis Juni angegeben. OSTHELDER (1929) schreibt: „Raupe an Acer pseudo-platanus, sobald die Blätter frisch entwickelt sind, in große Blattquirle eingesponnen, die leicht kenntlich sind.“


Literaturlink:
LEHMANN, I. (1985) Entomologische Notizen aus Westfalen 4: Nothocasis sertata (HÜBNER, 1817) in Westfalen (Lepidoptera, Geometridae), – Natur und Heimat 45: 135-139

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Exkursion in die „Westfälische Wüste“

Die Herbst-Exkursion der Arbeitsgemeinschaft in die Senne fand Anfang September 2016 bei besten äußeren Bedingungen statt. In spätsommerlicher Hitze am Tag und warmen Nächten kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten.

Die Senne in Südwestfalen ist mit knapp 250 Quadratkilometern Ausdehnung  das größte zusammenhängende Heidegebiet in Nordrhein-Westfalen. Die mageren Sandböden in Verbindung mit der Nutzung als Truppenübungsplatz haben hier ein Biotopspektrum erhalten, das an die nährstoffarmen und an Rohboden reichen Zeiten erinnert, die in den meisten mitteleuropäischen Landschaften schon viele Jahrzehnte zurückliegen. Das einzigartige Artenspektrum dieser Lebensräume lockte denn auch ein kleines, aber entschlossenes  Trüppchen von Mitgliedern an, das unter kundiger Führung von Dieter Robrecht  verschiedene Heideflächen rund um das „NSG Moosheide“ südlich von Stukenbrock und den Westhang des Teutoburger Waldes bei Oerlinghausen erkundete.

Dieter Robrecht im Einsatz: Käscherfang in der trockenen Heide (Foto: Armin Dahl)

Dieter Robrecht im Einsatz: Käscherfang in der trockenen Heide (Foto: Armin Dahl)

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796])

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796]), Stukenbrock-Senne, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Später Nachweis: Synanthedon vespifomis noch am 2. und 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Später Nachweis: Synanthedon vespifomis noch am 2. und 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Hövelhof, NSG Moosheide, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Lichtfang-Standort im Kiefern-Birkenwald: Hövelhof, NSG Moosheide, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Bereits die erste kurze Nachmittagsexkursion in eine kleine Sandheide-Fläche in der Nähe von Stukenbrock-Senne förderte zwei hochgradig spezialisierte Arten zu Tage, die in der Roten Liste für den Naturraum Westfälische Bucht als „vom Aussterben bedroht“ geführt werden.

Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) - Rollflügel-Holzeule, Hövelhof, 2. September 2016

Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) – Rollflügel-Holzeule, Hövelhof, 2. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Xestia castanea (ESPER, 1798) - Ginsterheiden-Bodeneule 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Xestia castanea (ESPER, 1798) – Ginsterheiden-Bodeneule 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Perfektionisten: Heinz Schumacher und Dieter Robrecht beim ablichten von "Mikros". 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Perfektionisten bei der Arbeit: Heinz Schumacher und Dieter Robrecht beim ablichten von „Mikros“. 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Am Rande des "Teuto": Sandgrube Oerlinghausen, 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Am Rande des „Teuto“: von der Sandgrube Oerlinghausen geht der Blick weit übers Paderborner Land, 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Pempelia palumbella, Oerlinghausen, Sandgrube Hasler, 3. September 2016 am Licht (Foto: Huberts Trilling)

Pempelia palumbella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775), Oerlinghausen, Sandgrube Hasler, 3. September 2016 am Licht (Foto: Hubertus Trilling)

 Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766) , Oerlinghausen, 3. September 2016, Foto: Armin Dahl

Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766) , Oerlinghausen, 3. September 2016, Foto: Armin Dahl

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796]) lebt nach PÄHLER & DUDLER (2010) „Vereinzelt, manchmal nicht selten auf Sandmager- und Sandtrockenrasen, in grasigen Heiden….. Nur an dürftigen, schütter bewachsenen Xerotherm-Standorten. In der Senne an eng begrenzten Standorten…….“ Die Falter sind leicht mit den dunklen Formen von Crambus perlella – Weißer Graszünsler zu verwechseln, so dass Falter per Foto schwer bestimmt werden können.

Die seltene Rostbinde Hipparchia semele (LINNAEUS, 1758) ist wie C. lythargyrella auf die wenigen noch vorhandenen trocken-sandigen Heidegebiete zurückgedrängt worden, auch diese Art lebt als Raupe an Gräsern. Das Abkäschern der blühenden Besenheide förderte zudem einige Raupen des Heidekrauteulchens Anarta myrtilli (LINNAEUS, 1761) zu Tage.

Eine kleine Überraschung brachte der spätere Nachmittag: In einer Pheromonfalle fing sich ein Männchen des Wespen-Glasflüglers Synanthedon vespiformis (LINNAEUS, 1761), jahreszeitlich weit außerhalb der Hauptflugzeit der Art im Juli.

Der eigentliche Höhepunkt des ersten Exkursionstages aber war der Lichtfang am Abend: Mit der geballten Power von sechs Leuchtanlagen offenbarten sich faunistische Schätze wie Rollflügel-Holzeule Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) und Ginsterheiden-Bodeneule Xestia castanea (ESPER, 1798). Die letztere war mit geschätzten 80! Faltern an Licht, Köderschnüren und vor allem an den Heideblüten geradezu massenhaft unterwegs. Dazu hier mal der Original-Kommentar von Frank Rosenbauer, der schon viele Nächte mit der Taschenlampe auf Truppenübungsplätzen unterwegs war:
„Die Häufigkeit der am Freitag an den Heideblüten gefundenen Faltern hing natürlich sehr eng mit dem schwülwarmen Wetter zusammen, was die Falter zur hohen Aktivität stimulierte. Da haben wir einfach Glück gehabt. In kühlen Nächten sieht man wesentlich weniger Individuen an den Blüten sitzen. Die mit Abstand beste und erfolgreichste Methode zum quantitativen Nachweis der Heidefalter (die in der Regel allesamt schlechte Lichtflieger sind und Aufgrund der konkurrierenden blühenden Heide wenig an den Rotweinköder gehen) ist das nächtliche Abkeschern der Calluna-Bestände im April und Mai, am besten bei leichtem Sprühregen bzw. hoher Luftfeuchtigkeit. Bei kühler Trockenheit kommen viele Raupen nicht hoch zum Fressen. Ähnliches gilt vermutlich für solidaginis an Heidelbeere.

Der Samstag-Vormittag war – auch Nachtfalter-Freaks müssen mal ausschlafen – der Erholung und Nachbereitung gewidmet, hier bestand ausgiebig Gelegenheit zum Fachsimpeln, und der eine oder andere Falter bekam noch einen Termin beim Fotografen.

Das Nachmittag- und Abendprogramm bestand aus Vorexkursion und Lichtfang in die Sandgrube Hasler in Oerlinghausen am Aufstieg zum Kamm des Teutoburger Waldes. An dieser auch geologisch interessanten Stelle kommen Kalk im Untergrund und Sand als dicke Auflage zusammen, in der Betriebsfläche stoßen trockene Besenheide-Flächen und Sandmagerrasen aufeinander und bilden einen für Insekten wie Entomologen höchst interessanten Lebensraum.

Geleuchtet wurde bis Mitternacht, nach zögerlichem Start hatten die Falter dann doch noch ein Einsehen mit den standfesten Exkursionsteilnehmern.

Und so standen am Ende doch mehr als 50 Großschmetterlingsarten auf den verschiedenen Listen, darunter wiederum Xestia castanea, die seltene Chi-Eule Antitype chi (LINNAEUS, 1758) und die in der Senne häufige Kiefernsaateule Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766). Hinzu kamen ein paar interessante „Mikros“ wie die an Heidekraut und Thymian lebende Pempelia palumbella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775).

Das Timing stimmte, am Sonntag vormittag setzte der in Ostwestfalen lange erwartete Regen ein, und die Rheinländer schwammen über die Autobahn nach Hause.  Das Fazit einer dreitägigen Kurzexkursion fiel bei allen Beteiligten positiv aus: Die Organisation durch die Westfalen klappte wie am Schnürchen, die „Westfälische Wüste“ hatte einen Teil ihrer Schätze offenbart, und so kommen wir in den nächsten Jahren gerne wieder vorbei!


Literatur: Pähler R. & H. Dudler (210): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 1, 608 S., 793 Farbfotos, 208 Verbreitungskarten

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Athetmia ambusta – Birnbaum-Eule in Wiesbaden

Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Birnbaumeule. Wiesbaden, 26. August 2016 am Licht (Foto: Elias Barnickel)

Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) – Birnbaumeule. Wiesbaden, 26. August 2016 am Licht (Foto: Elias Barnickel)

Die Birnbaum-Eule Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) ist mit Sicherheit eine der seltensten Großschmetterlingsarten des Arbeitsgebiets. Und daß ausgerechnet einem „Newcomer“ ein Nachweis gelingt, der sich erst seit vergleichsweise kurzer Zeit intensiv mit Schmetterlingen beschäftigt, kann als gutes Omen für die weitere Karriere gelten. Jedenfalls ist der aktuelle Fund mitten im Stadtgebiet von Wiesbaden der bisher nördlichste in den Daten der Arbeitsgemeinschaft. Und Motivation für alle die auch in der „Normallandschaft“ und sogar in den Städten Licht- oder Köderfang betreiben.
Der Fundort der seltenen Birnbaumeule ist nicht gerade ein Spitzenbiotop, ein relativ schmaler Grasstreifen zwischen Mietshäusern und einem Sportplatz in Rheinnähe. Direkt an der Leuchtstelle gibt es keinen Birnbaum, der ja die einzige bekannte Futterpflanze der ambusta-Raupe in Deutschland darstellt. Aber natürlich ist der Rheingau insgesamt eine Wärmeinsel, und vielleicht hat die thermophile Birnbaumeule ja in den Städten ein Refugium gefunden.

Die beste Methode zur Nachsuche nach ambusta soll übrigens nach Angabe des pfälzischen Experten Ernst Blum das „Raupen kratzen unter Birnen“ Ende April – Anfang Mai sein. „Dabei kratzt man heruntergefallenes, altes Laub an der Stammbasis des Birnbaumes mittels eines kleinen Rechens oder einem ähnlichen Werkzeug zur Seite und findet dort die ambusta-Raupen. Gelegentlich sitzen sie auch in den unteren Rindenritzen des Stammes. „

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Pieris mannii in rascher Ausbreitung

Liebe Kollegen,
momentan sieht es so aus als würde der Norden des Arbeitsgebiets von einer Pieris-mannii-Welle überrollt: Es häufen sich die Funde von Faltern mit entsprechenden Merkmalen (siehe Pieris mannii im Lepiforum), Eiablagen an Schleifenblumen und auch – wichtigstes Bestimmungsmerkmal – L1-Raupen mit schwarzem Kopf.

Um die offensichtliche Ausbreitung sauber zu dokumentieren hier die Bitte:

  • Alle verdächtigen Falter-Beobachtungen notieren und wenn möglich gute Fotos oder Belege anfertigen!
  • die entsprechenden Pflanzen (Schleifenblumen, Rucola etc.) auf Befallsspuren, Eier und Raupen untersuchen, die Entwicklung der Sommergenerationen geht rasant vonstatten!
  • entsprechende Funde melden, soweit noch nicht geschehen: entweder über die üblichen Internet-Plattformen (lepiforum, naturgucker u.a.) oder hier über das Kontaktformular: In einer der nächste Melanargia-Hefte soll dann zusammenfassend berichtet werden.

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Exkursion der EGD nach Welschneudorf / Westerwald

Am 16. und 17. Juli 2016 fand unter der Leitung von Thomas Carl Reifenberg die Jahresexkursion der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf in den Wiesen um Welschneudorf und Oberelbert statt. Ziel dieser Exkursion war es, die Juwelen des Westerwaldes, den Dunklen- und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zu finden.

Die Besonderheit dieser Bläulinge ist es, dass sich die Raupen zunächst von den Blüten des Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis, Linné) ernähren. Nach Ablauf des Ernährungszyklus am Wiesenknopf lassen sich die Raupen zu Boden fallen und werden von bestimmten Arten von Wiesenameisen in ihr Nest getragen. Dort ernähren sich die Raupen dann von den Eiern und Larven der Ameisen und geben über die kalten Monate hinweg einen süßen Saft an die Ameisen ab. Dieses gelingt allerdings nur, weil die Raupen den artspezifischen Geruch der Ameisen annehmen, ansonsten würden sie von den Ameisen selbst als Nahrung angesehen und verspeist. Nach der Verpuppung der Raupen und dem nachfolgenden Schlupf des Schmetterlings müssen diese schnellstmöglich das Nest der Ameisen verlassen, da sie den artspezifischen Geruch verloren haben und sofort als Beute angesehen werden. Die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge können sich nur auf extensiv bewirtschafteten Heuwiesen nachhaltig weiter halten; deren Schutz ist das erklärte Ziel der Entomologen.

Der erste Vorsitzende der EGD, Dr. Jürgen Eckl begrüßte am Samstag die Teilnehmer im renommierten Landhotel Rückerhof und Thomas Schmidt übernahm den kulturellen Teil der Exkursion über die Gemeinde und Geschichte von Welschneudorf. Bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme startete die Exkursion pünktlich um 11:00 Uhr an der Kurfürstenhalle. Nach anfänglicher Resignation des Exkursionsleiters erhellte sich jedoch sein Gemüt, als sich die ersten Schmetterlinge doch entschlossen in Erscheinung zu treten, wie zum Beispiel: Kleiner Heufalter, Zitronenfalter, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Braunkolbiger- und Schwarzkolbiger Dickkopffalter sowie verschiedene Widderchen- um nur einige hier zu nennen. Gegen Ende der Exkursion am 16. Juli konnten auch noch wenige Exemplare vom Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea nausithous [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen werden.

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Das Highlight des Tages allerdings war der Erstnachweis des Karstweißlings (Pieris mannii, [Mayer, 1851]) außerdem konnte der Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata, [L. 1758] in Welschneudorf nachgewiesen werden. Am Samstagabend fand zusätzlich ein Leuchtabend statt, der interessante Arten wie den Pappelschwärmer Laothoe populi (L.) ans Licht lockte. Am Sonntagvormittag ging es dann in die Wiesen von Oberelbert. Hier wurde auch prompt der Helle Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea teleius, [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen.

Der besondere Dank der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf gilt dem Landhotel Rückerhof und dessen Personal, die sich zuvorkommend um die teils weit angereisten Gäste kümmerten, dem Ortsbürgermeister Bernd Labonte, der dem Schutz der Schmetterlinge nicht abgeneigt ist, dem Agrarökomomen Stefan Klaus aus Oberelbert, auf dessen vorbildlich für den Naturschutz bewirtschafteten Wiesen wir unserer wissenschaftlich geprägten Leidenschaft nachgehen konnten, sowie allen Bürgern der Gemeinden Welschneudorf und Oberelbert, die sich über die in den Wiesen herum stolzierenden, mit Kamera ausgestatteten Personen, gewundert haben.

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Artenschutz-Konferenz in Berlin und Exkursion in die Döberitzer Heide

Überall in der Welt sterben in zunehmendem Maße Tier- und Pflanzenarten aus. Die Forscher sind in hohem Maße besorgt über diesen sogenannten Biodiversitätsverlust. In Berlin trafen sich jetzt aus der ganzen Bundesrepublik Naturwissenschaftler von Hochschulen, Museen, verschiedenen Ämtern, dem Bundesumweltministerium und aus vielen Naturschutzfachverbänden.

Für unsere Arbeitsgemeinschaft nahm Dr. Wolfgang Vorbrüggen teil. Sein Fazit: „Es hat Spaß gemacht, mit vielen Gleichgesinnten, aber aus unterschiedlichen Fachrichtungen, positive Vorschläge zur Verbesserung der Forschung und der verbesserten Koordination der Naturschutzaktionen machen zu können: Gemeinsam sind wir stärker“.
Professor Wägele, Chef des Museums Alexander König in Bonn, forderte, dass das Thema des Verlustes der Biodiversität stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden müsse, damit auch die Politik sich stärker für dieses Thema einsetzt. Maßnahmen, die das Artensterben verursachen, müssten besser und zeitnäher unterbunden werden.
Alle Teilnehmer waren sich einig: Wenn diese Veranstaltung ein Startschuss für weitere Aktionen und für eine bessere Vernetzung der amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützer war, dann hat sich einiges Gute für die Natur in Berlin erreichen lassen.
Wer genauere Infos haben möchte, kann sich gerne über unsere Kontaktadresse melden. Wir melden uns zeitnah zurück.
Anhängende Erklärung verabschiedeten die Vertreter auf der Konferenz der Arten in Berlin. Darin richten sie über die Presse einen Appell an die Öffentlichkeit und Politik, sich mehr des Artenverlustes in der Umwelt bewusst zu werden und aktiv für den Erhalt der bisher überlebenden Arten zu tun.

Abschlusserklärung der Konferenz der Arten am 1. und 2.7.2016 in Berlin

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Exkursion in die Döberitzer Heide am 3. Juli 2016

Ab, raus aus den Vortragssälen in die Natur: Am Rande der Berliner Artenschutzkonferenz führte unser ortskundiges Mitglied, Dr. Oliver Schmitz, durch ein fantastisches Trockenheidegebiet in Brandenburg.
Die weitläufigen, lückigen Callunabestände, durchzogen von den typischen Heidecharakterarten incl. Massenbeständen der Grasnelke Armeria maritima, wechseln ab mit schattigen Busch- bzw. Waldrändern und Feuchtstellen.
Der Unterschied zu den Heidebeständen in Nordrhein-Westfalen war augenfällig. In Teilen der Döbritzer Heide befindet sich ein Auswilderungsgelände für Wisente. Die gewaltige Größe dieser Tiere selber zu sehen, beeindruckte die Westzipfler aus der Nähe von Aachen, obwohl sie eigentlich die kleineren Arten im Visier hatten.

Kleinzeugs gab es bei sonnigem, aber sehr windigem Wetter genug zu sehen! Erfreulich, dass auch die selteneren Arten individuenstark vertreten waren. Neben Plebejus argus (L.) flog der Ginster-Bläuling Plebejus idas (LINNAEUS, 1761), Hipparchia semele (L.) bevölkerte die offenen Grasflächen. Hyponephele lycaon (ROTTEMBURG, 1775) – Kleines Ochsenauge zeigte sich neben Maniola jurtina (L.). Auch der Dukaten-Feuerfalter Lycaena virgaureae (L.) zeigte sich in zahlreichen Exemplaren. Am Waldrand flogen Wachtelweizen-Scheckenfalter – Melitaea athalia (ROTTEMBURG, 1775) und das Weißfleckwidderchen Amata phegea (L.). Aus den feuchteren Flächen kamen Tiere von Heteropterus morpheus an die blütenreichen Wegränder. Für Hipparchia statilinus war es jahreszeitlich noch zu früh, die Art fliegt erst im Spätsommer. Dass es sich um eine Wärmeregion handelt, zeigte die kleine Spannerart Sterrha ochrata. Mit einer tollen Erfahrung kehrten die Exkursionsteilnehmer wieder zurück nach Berlin.

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Melanargia 28 Heft 2 erschienen

Melanargia_28_2_Titelbild_01Rechtzeitig zum Start der NRW-Sommerferien ist die neue „Melanargia“ erschienen.

Das 44 Seiten starke Heft 28 (2) entstand unter der bewährten Schriftleitung von Günter Swoboda und enthält wieder einiges an Neuheiten und Bestandsveränderungen bei Groß- und Kleinschmetterlingen aus dem Arbeitsgebiet des Vereins zwischen Höxter und Perl.

 

 

Das Inhaltsverzeichnis

BIESENBAUM, W.: Ein Beitrag zur Kleinschmetterlingsfauna des Niederbergischen Landes (Nordrhein-Westfalen) (Microlepidoptera) Nachträge und Ergänzungen S. 41-49
BIERMANN, H., BADTKE, G. & GOCKEL, J.: Tagfalter und Zygaenen der Trockenrasen bei Willebadessen (Kreis Höxter) (Lep., Diurna et Zygaenidae) 1. Nachtrag . S. 50-55
HANISCH, K.: Wiederfunde des Weißen Ordensbandes Catephia alchymista ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) in Nordrhein-Westfalen (Lep., Noctuidae). S. 56-69
SELIGER, R.: Aktueller Nachweis von Esperia sulphurella (FABRICIUS, 1775) in Deutschland (Lep., Oecophoridae).S. 70-73
WITTLAND, W. & SELIGER, R.: Delplanqueia dilutella (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) und Delplanqueia inscriptella (DUPONCHEL, 1836) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Anmerkungen zur Gesamtverbreitung (Lep., Pyralidae, Phycitinae) S. 73-82

Vereinsnachrichten
Einreihung der Großschmetterlingssammlung „WOLFGANG BECKERS, Köln” in die Landessammlung rheinisch-westfälischer Lepidopteren (G. Swoboda) S. 84

Veranstaltungen und Termine
Rheinland-Pfälzische Entomologentag mit Großregion Saar-Lor-Lux am 15.10.2016 im Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim (F. Dickert) S. 83
Treffen der deutschsprachigen Kleinschmetterlingsspezialisten S. 84

Die Mitglieder erhalten das neue Heft mit der Post, der Bezugspreis ist im Vereinsbeitrag (z.Z. € 25.–; Schüler und Studenten € 15.–) enthalten.
Für Nicht-Mitglieder beträgt der Bezugspreis € 25.– pro Jahrgang, Bestellung richten Sie bitte an den Schriftleiter.

Alle Veröffentlichungen

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15. Juli 2016: Exkursion in den Weyerer Wald (Urfey-Nettersheim)

Weyerer Wald-Wanderung: Von Buchenwäldern, Laserkräutern und Waldteufeln
Treffpunkt: 15.07.2015, 16:30 Uhr in Weyer-Urfey in der Urfeyer Straße an der Haltestelle der Buslinie 827; Dauer der Exkursion: 3 Stunden

Die Exkursion führt uns von Urfey aus durch das Urfeyer und das Königsfelder Tal in den Weyerer Wald. Auf der Exkursion lernen wir neben den bemerkenswerten alten Buchenbeständen des Weyerer Waldes v.a. auch artenreiche Saumbiotope und Magerrasen kennen mit Arten, die in NRW praktisch nur im Urfeyer Tal und im benachbarten Urfttal vorkommen, darunter das Breitblättrige Laserkraut und mit ein wenig Glück auch den Waldteufel.

Exkursionsleitung und Veranstalter: Stefan Meisberger, Kreisverband Natur- und Umweltschutz Kreis Euskirchen (KNU)
Die Exkursion ist auch auch für Nicht-KNU-Mitglieder offen!

Mehr Infos zum Weyerer Wald

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Literaturtipp: Schmetterlinge in Kyrill-Windwurfflächen in Hagen

Vor neun Jahren hat der Orkan Kyrill die Wälder im Bergischen, Sauerland und Siegerland ordentlich durchgeschüttelt. Die (positiven) Auswirkungen der Standortveränderungen auf die begleitende Schmetterlingsfauna im Raum Hagen beschreibt Vereinsmitglied Josef Bücker: Zahlreiche seltene und länger verschollene Arten konnten in den Jahren seit 2011 wiedergefunden werden:
Bücker, J. (201): Bemerkenswerte Funde von Schmetterlingen im Einzugsbereich der Kyrill-Windwurffolgeflächen in Dahl, Eilpe, Haspe und Hohenlimburg; Hohenlimburger Heimatblätter 77, Heft 6/2016, Seite 3-17

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Schlangenberg: Exkursion mit Lichtfang am 25. Juni 2016 (Samstag/Sonntag)

[Nachtrag: Die Schlangenberg-Exkursion ist auch 2016 wieder komplett ins Wasser gefallen. Dauerregen am Tag, klarer Himmel mit Nebel und starker Abkühlung am Abend haben uns aber nicht abgehalten: Hier das vorläufige Protokoll vom Lichtfang]

Das NSG Schlangenberg bei Breinigerberg/Stolberg ist ein hochinteressantes Gebiet am Nordrand der Eifel mit flächigen Schwermetallarealen, dem Violetum calaminariae, einer Schwermetallflur als prägendem Element. Durchzogen wird es von feuchten Gräben, Kalk-Halbtrockenrasen, Heideelementen und umgeben ist es von artenreichen Buchenwäldern.
Die Faltervorkommen sind an die verschiedenen Strukturen angepasst. (Botanische Exkursionen kommen von weltweit hierher.)

Der Schlangenberg beherbergt eine in der Region einzigartige Schmetterlingsfauna mit Spitzenarten wie Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), Braunfleckigem Perlmutterfalter (Boloria selene), Thymian-Widderchen (Mesembrynus purpuralis), Mittlerem Perlmutterfalter (Fabriciana niobe) und Geißklee-Bläuling (Plebejus argus).

Die Arbeitsgemeinschaft veranstaltet dorthin am 25.6.2016 eine Tagesexkursion. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Parkplatz des Sportplatzes Breinigerberg (in der Senke der Hauptstraße=Breinigerberg). Von dort aus Begehung des ca 110 ha großen Gebietes und der Umgebung. Anschließend Einkehr in einem Gasthaus des Ortes.
Am Abend besteht die Möglichkeit zum Lichtfang. Aufgrund der Örtlichkeit sind 5 Anlagen maximal sinnvoll. Bitte vorher Anmeldung bei Dr. Wolfgang Vorbrüggen, w.vorbrueggen@web.de, Tel.: 02405 14652
Dr. Vorbrüggen wird am Abend die Aufstellung im und am Gebiet besprechen. Grundlage der Genehmigung der ULB Aachen ist die Erstellung einer Artenliste. Deshalb also die Funddaten bitte anschließend an Dr. Vorbrüggen melden!
Die Exkursion findet bei jedem Wetter statt.

Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe bestehen. Um die Unterkunft bemüht sich bitte jeder selbst.
Folgende Adressen können gut kontaktiert werden:
Hotel Burghof, Eifelstr. 2, 52224 Stolberg
Gästehaus Dahmen, Aachenerstr. 58, 52223 Stolberg
Appartementanlage zum Walde, Klosterstr. 4, 52224 Stolberg
Hotel Vichter Landhaus, Münsterau 140, 52224 Stolberg
Romantik Parkhotel Am Hammerberg, Hammerberg 11, 52222 Stolberg

Weitere Termine

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