Herbst-Kreuzflügel oder „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“

Während die Liebhaber der Weihnachtsmärkte sich im vorweihnachtlichen Lichterglanz der Großstädte treffen, erleuchten einzelne Schmetterlingskundler immer noch in den Abendstunden den Wald auf der Suche nach Nachtfaltern.

Alsophila acerara, Villewälder bei Brühl, 6 Dezember 2017 am Licht (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Alsophila aceraria, Villewälder bei Brühl, 6 Dezember 2017 am Licht (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Es gibt sie, die Schmetterlingsarten, die den unwirtlichen Spätherbst als ökologische Nische nutzen, um möglichen Fressfeinden zu entgehen. Neben den bekannten und häufigen Frostspannern (Erannis defoliara, Opheroptera brumata) befinden sich darunter auch einige seltene Arten.

Alsophila aceraria (Denis & Schiffermüller, 1775). der Herbst-Kreuzflügel, ist eine von ihnen. In NRW wird die Art als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1) auf der Roten Liste geführt. Ist dies berechtigt, oder liegt das daran, dass zu dieser späten Jahreszeit kaum noch jemand nach Faltern sucht?

Am 6. Dezember wurden in den Villewäldern bei Brühl südwestlich von Köln insgesamt fünf Männchen dieser Art durch den Autor am Leucht-Turm beobachtet. Der beschriebene Fund wurde im Bereich einer der Flächen gemacht, die im Rahmen des Life+-Projektes für Kottenforst und Ville als Mittelwald bewirtschaftet wurden.
Zuletzt wurde A. aceraria im Jahr 1999 in diesem Waldgebiet nachgewiesen.

Man kann die Art auch mit Hilfe künstlicher Pheromone nachweisen, was zurzeit von anderen Kollegen versucht wird. Entsprechende Pheromone gibt es in Ungarn bei Csalamon

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Melanargia alt und neu

Inhaltsverzeichnis von Jahrgang 28, Heft 4: Klick auf das Bild

Der 29. Jahrgang der „Melanargia“ ist komplett, Heft 4 steckt in der Post und wird die Mitglieder in wenigen Tagen erreichen. 

Das neue Heft enthält wieder einmal ein breites Spektrum der Schmetterlings-Faunistik: Autökologische Angaben von Spitzenarten der Roten Liste aus den letzten Hochmoorstandorten, Erstfunde von Arealerweiterern und bisher übersehenen Arten, zudem Bestimmungshilfe für schwer zu unterscheidende „Mikros“. Schriftleiter Günter Swoboda schafft es seit nunmehr fast 30 Jahren, ein interessantes Heft auf hohem Niveau zu erstellen. Vielen Dank dafür!

Das Internet-Angebot wird weiter ausgebaut, so konnten  bisher – Stand Ende November 2017 – die ersten sechs Jahrgänge der Melanargia (1989-1994) eingescannt werden, sie stehen unter „Veröffentlichungen >> Melanargia“ zur Verfügung. Weitere Jahrgänge werden in Kürze folgen, sobald sie aufgearbeitet sind. Dabei kommen Schätze zu Tage, die jetzt auch für die jüngeren Mitglieder erreichbar sind und gleichzeitig als Futter für Internet-Suchmaschinen dienen. Handgefertigte Karten und mit der Schreibmaschine getippte Text geben zudem schöne Einblicke in das Vereinsleben und die Arbeitsweise vor fast 30 Jahren.

Das Jahr 2017 war insgesamt geprägt von großem Medienecho zum Thema „Insektensterben“, der Wert der Artenvielfalt scheint wieder zu steigen. Diesen Schwung gilt es zu nutzen: Die Artenkenntnis in der breiten Bevölkerung ist nur noch marginal, den Rest besorgt das Glyphosat. Allerdings gibt es auch ein paar positive Ansätze durch die verschiedenen Online-Portale, Schmetterlinge fotografieren und bestimmen ist heute einfacher denn je. Solide Artenkenntnis braucht jedoch etliche Jahre, und ohne Anleitung durch „Alte Hasen“ (und Häsinnen) dauert es noch viel länger und macht weniger Spaß.

Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb im ablaufenden Jahr eine ganze Reihe von Exkursionen durchgeführt, mit spektakulären Beobachtungen an verschiedenen „Hotspots“ der Artenvielfalt.  2017 wird den meisten als ein ganz ordentliches Schmetterlingsjahr in Erinnerung bleiben. Mein ganz persönlicher Jahres-Höhepunkt waren die Lichtfänge und Tagesexkusionen ins Loreleygebiet. Am Mittelrhein rund um Kaub, Dörscheid, Bornich und St. Goarshausen werden wir auch 2018 wieder aktiv sein.

Die Kollegen vom Entomologischen Verein Krefeld, die ihre Funde seit vielen Jahre aufs Gramm genau protokollieren,  haben uns die besondere Bedeutung einer sauberen Dokumentation aller Beobachtungen vor Augen geführt. Jeder Falter zählt, aber nur wenn er auch aufgeschrieben und gemeldet ist! Der Datenbestand der Arbeitsgemeinschaft wächst weiter rasch, das Datenbank-Team ist mit den mittlerweile mehr als 120.000 Beobachtungsprotokollen gut beschäftigt. Das Abarbeiten des Altdaten-Berges ist mühsam, aber genau so wichtig wie die aktuelle Feldarbeit! Zudem steht die nächste Rote Liste auch schon wieder bevor. Jetzt kommen dann die so genannten „langen Winterabende“, vorab der Hinweis: Sauber aufgearbeitete Daten und Tabellen verarbeiten wir gerne, Wunder dauern etwas länger!

Und ganz nebenbei haben etliche Mitglieder noch Pflegeeinsätze zum Erhalt einiger Spitzenbiotope durchgeführt, unter anderem in Schloßböckelheim, Dahlem und im Recker Moor. Der ehrenamtliche Naturschutz ist nicht alleine auf die Expertise der Arbeitsgemeinschaft angewiesen, auch die praktische Umsetzung hat eine Menge Spaß gemacht!

Alle Vorträge, Exkursionen und Aktivitäten finden sich wie gewohnt auf der Terminseite! Und der Aufruf des Vorstand in Jahrgang 1 Heft 1 von 1989 gilt nach wie vor:

Wir wünschen uns eine rege Mitarbeit aus den Reihen der Mitglieder und viele interessante Beiträge.“

 

 

 

 

 

 

 

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Großer Fuchs ist Schmetterling des Jahres 2018

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den „Großen Fuchs“ (Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. Mit der Auszeichnung möchte die Stiftung auf die schlechte Überlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam machen.

Foto: R. Manderbach

Großer Fuchs – Nymphalis polychloros. (Foto: R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de)

In Deutschland steht der „Große Fuchs“ auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere; in Nordrhein-Westfalen ist er vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als „sehr stark rückläufig“ ein. Der Große Fuchs kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldrändern aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.
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Zwei an Esche lebende Nachtfalterarten werden häufiger

Sowohl die Ockergelbe Escheneule Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]) als auch der Eschen-Zackenrandspanner Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]) leben als Raupe an Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior). Seit einiger Zeit können beiden Arten in Nordrhein-Westfalen zumindest regional erfreulich regelmäßig beobachtet werden.

Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer

Die Flugzeiten der wunderschönen Falter erreichen im Spätsommer, meist gegen Ende August bis Anfang September, ihre Höhepunkte. Sie können zu dieser Zeit dann gemeinsam an der Lichtfanganlage beobachtet werden. Am besten kann man sie im direkten Umfeld alter Eschen nachweisen, in günstigen Nächten fliegen sie jedoch auch entfernt von Eschenbeständen die Lampe an. Bei Beobachtungen im Münsterland fiel auf, dass Atethmia centrago meist als einer der ersten Falter ans Licht kommt, wohingegen Ennomos fuscantaria oft erst nach Mitternacht erscheint. Dies könnte erklären, warum Ennomos fuscantaria an einigen Stellen an denen Atethmia centrago vorkommt bisher nicht nachgewiesen wurde.

Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer


Ein Blick in die online-Verbreitungskarten unserer Arbeitsgemeinschaft (nrw.schmetterlinge-bw.de) verrät, dass Ennomos fuscantaria schon in früheren Zeiten regelmäßig gefunden wurde, dann jedoch über etliche Jahre selten auftrat und sich erst jüngst im Bestand wieder zu erholen scheint. Ganz anders Atethmia centrago, die früher in weiten Teilen unseres Arbeitsgebiets fehlte, sich aber ab den späten 1990er Jahren, mit starker Fundortzunahme ab 2010, deutlich ausgebreitet hat.
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Lost in Luzerne – Exkursion zur Goldenen Acht

Quadratkilometer große, ausgeräumte Felder, künstlich aufgeschüttet aus dem Oberboden des Braunkohle-Tagebaus. Der Horizont dominiert von Gr0ßkraftwerken und Windparks: Einige Schmetterlingsarten vermehren sich auch in politisch völlig unkorrekten Landschaften prächtig. 

Eine Exkursion in ein politisches Minenfeld, zwei Wochen vor der Bundestagswahl? Der eine oder andere Naturschutz-Aktivist runzelte bedenklich die Stirne, beim Titel „Ein Paradies für den Schmetterling des Jahres – der Tagebau Garzweiler“. Aber die Lebenszyklen der Falter kümmern sich wenig um Wahlperioden,  Entomologen zumeist auch nicht, und so fand die Exkursion der Arbeitsgemeinschaft am Sonntag, 10. September 2017 guten Zulauf.

Exkursion der Rh.-Westf.Lepidopterologen am „Skywalk“ in Jackerath, 10. September 2017 (Foto: Armin Dahl)

Mitte September ist die Flugzeit der meisten Tagfalterarten vorbei, mit wenigen Ausnahmen. Eine davon ist die Goldene Acht (Colias hyale), die zwei Generationsfolgen im Jahreslauf durchmacht, die Herbst-Generation ist dabei erheblich individiuenreicher. Der Falter vermehrt sich vor allem in Rotklee- und Luzernefeldern, und die sind durch die  ertragsmaximierten Landwirtschaft selten geworden. Die Exkursion zum „Schmetterling des Jahres 2017“ führte deshalb in eine sehr spezielle „Landschaft“, in der es jedoch noch reichlich Luzernefelder gibt: Die Königshovener Höhe zwischen Bedburg und dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Strahlendes Wetter nach Dauerregen am Vortag, so muss es sein, wenn die Exkursion von einem Wetter- und Klimaexperten angeführt wird:  Knapp 20 Teilnehmer blinzelten am „Skywalk“ in Jackerath in die Sonne, hier hatte Organisator Karl-Heinz Jelinek den Treffpunkt angesetzt. Nach einem Blick ins Tagebau-Loch und auf die an der sonnigen Hangkante fliegenden Tagfalter ging es per Auto weiter mitten in den Windpark auf der Königshovener Höhe, ins Zielgebiet der Exkursion.

„Flurbereinigung  – hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“. Eine riesige Infotafel inmitten von noch größeren Feldschlägen, dazu ein paar Windräder als Strukturelemente, hier soll der Schmetterling des Jahres leben?  Weiterlesen

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Oh Mosella – Spätsommer-Falter von der Untermosel

Einer der entomologisch besten Felshänge an der Mosel ist der nach dem gallischen Dichter Decimus Magnus Ausonius benannte Ausoniusstein auf Gemarkung Lehmen. Dort leben bis heute viele der wärmeliebenden Spitzenarten Westdeutschlands. Ein Exkursionsbericht.


So liebe ich Ausflüge an Stellen, an denen ich vorher noch nie gewesen bin: Sonnenschein, eine herrliche Aussicht über das Tal, und gleich eine neue Art! Keine zwei Minuten saß ich auf dem Bänkchen am Aussichtspunkt in der Nähe des Ausoniussteins, da flatterte schon ein größerer Nachtfalter über die Wiese, der sich auch zu einem Fototermin überreden ließ: Selidosema brunnearia, eine der größten Raritäten unter den einheimischen Geometriden. Der Purpurgraue Heide-Tagspanner ist ein echter Trockenrasen-Bewohner, und besiedelt nur ein kleines Areal entlang von Mosel, Mittelrhein und Nahe.

Xerotherme Hänge wie der oberhalb des Weindörfchens Kattenes an der Mosel bieten nicht nur Berühmtheiten wie dem Apollofalter (Parnassius apollo) Lebensraum, hier leben auch die geheimen Stars der Schmetterlingsforschung, unscheinbare, versteckt lebende Falterarten, denen aber eines gemeinsam ist: Heiß muss es sein, trocken und voll sonnenexponiert, am besten mit ordentlich Felsen zur Wärmespeicherung, und mit möglichst wenig Niederschlag.
Alles das findet sich an der Untermosel an etlichen Stellen. Freistehende Schieferfelsen speichern die Wärme, Eifel und Hunsrück halten den Regen ab, die Felshänge sind selbst für den Weinbau zu steil.

Nach etlichen Exkursionen an die Mittelmosel war der Besuch am Ausoniusstein schon lange überfällig. Der Felshang hat seinen Namen nach dem Dichter Decimus Magnus Ausonius, dessen Reisebeschreibung „Mosella“ aus dem Jahr 375 nach Christus bis heute wohl das berühmteste Moselgedicht ist. Wer Spaß an fast 500 schwülstigen lateinischen Hexametern hat ist mit Ausonius gut bedient, im Gedicht wimmelt es unter anderem von Flußnixen und bocksfüßigen Satyren, der aus Burgund stammende Gallier war an den essbaren Fischen der Mosel deutlich stärker interessiert als am Wein. Und er kannte offenbar nur die Obermosel zwischen Neumagen und Trier, hat also den nach ihm benannten Felsen nie selbst gesehen. Weiterlesen

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Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands erschienen (mit Download)

Forscher aus Karlsruhe, Bonn und Dresden veröffentlichen nach 18 Jahren eine aktualisierte Übersicht über die Schmetterlinge Deutschlands und die einzelnen Bundesländer
Das Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera) (2. Auflage) enthält auf 362 Seiten mit 128 Farbabbildungen 3.682 Arten, die aus Deutschland sicher nachgewiesen sind. Es bildet den Band 3 in der Reihe „Entomofauna Germanica“, welche von der Entomofaunistischen Gesellschaft e.V. (EFG) aus Dresden herausgegeben wird und über sie bezogen werden kann.

In dem Buch wird das Vorkommen aller heimischen Schmetterlingsarten in Deutschland und in den Bundesländern in einer Verbreitungstabelle in vier Zeitstufen angegeben: Nachweise bis 1900, Nachweise 1901-1980, Nachweise 1981-2000 und Nachweise 2001-2016. Diese Verbreitungstabelle wird ergänzt durch zahlreiche, z.T. umfangreiche Anmerkungen zur Faunistik, d.h. der Verbreitung der Arten in Raum und Zeit, sowie zur Taxonomie einzelner Arten. In einem eigenen Kapitel werden darüber hinaus 312 fragliche Nachweise, irrtümlich gemeldete, mutmaßlich eingeschleppte und nicht bodenständige Arten kommentiert.

Die Entomofaunistische Gesellschaft hatte sich bereits 1990 zum Ziel gesetzt, ein Gesamtverzeichnis aller Insekten Deutschlands herauszugeben. In nur fünf Jahren, zwischen 1998 und 2003, erschien diese „Entomofauna Germanica“ in sechs Bänden. Das Werk gibt erstmals eine aktuelle Gesamtübersicht zur Insektenfauna Deutschlands und listet 33.473 Arten aus 29 Ordnungen auf. Für fast die Hälfte der Arten (15.151 = 45,3 %) war es möglich, eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht zu erarbeiten. Für die Ordnung der Schmetterlinge liegt nun mit der 2. Auflage für die erste Großgruppe nach 18 Jahren eine aktualisierte Übersicht vor.

Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, das den Band federführend bearbeitete, hat eine lange Tradition in der Erforschung der Schmetterlingsfauna. Aktuell bearbeitet es im Umweltforschungsplan des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in einem Verbundprojekt mit dem Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Zusammenfassung und Visualisierung von Daten über das Vorkommen von Schmetterlingen in Deutschland“. Ziel ist es, weiterhin die Übersicht über alle in Deutschland einheimischen Schmetterlingsarten hinsichtlich Vorkommen, jahreszeitlichem Auftreten, Lebensraum und Gefährdung zu behalten und diese Informationen für Rote Listen und Naturschutz sowie für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit bereitzustellen (www.lepidoptera.de).


Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera), 2. überarbeitete Auflage. (Foto R. Trusch, Grafik: S. Scharf).

Preis: € 30,- zzgl. Porto und Versand
Bezug: Bestellungen bitte an die Entomofaunistische Gesellschaft, Geschäftsstelle, Postfach 202731, D-01193 Dresden oder E-Mail: klausnitzer.col@t-online.de
Der Versand erfolgt ab 1.9.2017. Die Erstbesteller können auf Wunsch noch ein Exemplar der 1. Auflage o.g. Werkes zum Selbstkostenpreis von € 10,- mit ihrer Sendung erhalten.

Weitere Informationen:
Dr. Robert Trusch, Kurator Lepidoptera, Referat Entomologie
Tel. +49 (0) 721 175 2842
E-Mail: trusch@smnk

Pressekontakt:
Anna Prim M.Sc.
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Tel.: 0721/175 2156
Fax: 0721/175 2110
E-Mail: presse@naturkundeka-bw.de


Download:

GAEDICKE et al. 2017:  Tabelle (Druckfassung)  aus: Gaedike, R., Nuss, M., Steiner, A. & Trusch, R. (Hrsg.) (2017): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands (Lepidoptera). 2. überarbeitete Auflage. – Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 21: 1-362.

 

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Pyrgus armoricanus offenbar im ehemaligen Munitions-Depot am Friesheimer Busch etabliert

Nach dem Fund Ende August 2016 wurde am 16. August 2017 erneut ein Falter in diesem vom NABU Rhein-Erft vorbildlich bewirtschaftetem Naturschutzgebiet nachgewiesen.

Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910) im Friesheimer Busch (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Das war mal wieder ein grandioser Exkursionstag im ehemaligen Munitionsdepot am Friesheimer Busch! Der Kurzschwänzige Bläuling flog in größerer Anzahl und den im vergangenen Jahr erstmals für NRW nachgewiesenen Zweibrütigen Würfel-Dickkopffalter fand ich auch heute wieder und konnte ihn sogar fotografieren!

Die Art hat hier offenbar ihren richtigen Lebensraum gefunden, ein Mosaik unterschiedlicher Wiesen- und Heideflächen mit kargen, offenen Bodenstellen und vielen Blüten, die mit reichlich Nektar die Insekten versorgen.

Wie sich inzwischen bei Diskussionen mit den niederländischen Lepidopterologen abzeichnet, gibt es möglicherweise auch Funde dieser deutschlandweit sehr seltenen Art in der Eifel nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Die Häufung warmer Sommer während der letzten zwei Jahrzehnte scheint eine Ausbreitung der Wärme liebenden Schmetterlingsart zu begünstigen.

Vielen Dank an Chris van Swaay für die Informationen!

Trocken-warm, blütenreich: Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch in Erftstadt (Foto: Karl-Heinz Jelinek)


Literatur:
JELINEK, K.-H. (2016): Pyrgus armoricanus (OBERTHÜR, 1910): Erstnachweis für Nordrhein-Westfalen: (Lep., Hesperiidae). – Melanargia 28 (4): 135-139

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