Autoren aufgepasst – das Geld liegt auf der Straße!

Schreiben, zumal das Verfassen wissenschaftlicher Artikel, ist brotlose Kunst. Oder etwa nicht? Wer seine Rechte über die VG Wort wahrnehmen lässt, kann für sich selbst oder seinen Verlag / Verein noch ein paar Euro einsammeln. Und zwar vor dem Jahresende!
Die Verwertungsgesellschaft Wort, kurz VGWORT, ist eine vom Deutschen Patent- und Markenamt kontrollierte Gesellschaft, deren Ziel es ist „eine angemessene Vergütung der Autoren und Verlage sicherzustellen und Geld von denjenigen zu kassieren, die das geistige Eigentum anderer nutzen.“
Rechtsgrundlage ist dabei das Urheberrecht, die wohl bekannteste Einnahmequelle ist die Vergütung für Vervielfältigungen, die jeder Copyshop und jede Bibliothek  entrichten muss. Seit dem Nutzungsjahr 2015 fällt die Vergütung auch beim Kauf eines Druckers an. Die aus zahlreichen Quellen eingenommenen Gelder werden anschließend nach festgelegten Verteilungsplänen an Autoren und Verlage weitergeleitet.

Wie kommt man an sein Geld?
Voraussetzung für eine Auszahlung ist ein Wahrnehmungsvertrag mit der VG WORT. Der Abschluss des Vertrags und die Teilnahme an den Ausschüttungen sind kostenlos.
Einen Wahrnehmungsvertrag abschließen, sich für das Online Meldesystem registrieren und  Meldungen für eigene Texte  erstellen kann man relativ einfach unter der Adresse:
www.vgwort.de/

Erklärung zur Verlagsbeteiligung
Bei der Meldung von Texten kann man der Beteiligung des jeweiligen Verlages zustimmen, dadurch wird automatisch der Verlag – sprich im vorliegenden Fall die Rheinisch-Westfälischen Lepidopterologen e.V. –  an der Ausschüttung beteiligt. Die Zahlungen der VG WORT an Urheber und Verlage sind steuerpflichtig, die Empfänger müssen die Ausschüttungsbeträgen im Rahmen der Steuererklärung angeben. Spendet der Urheber den VG WORT-Beitrag seinem Verein, haben alle (außer dem Finanzamt) etwas davon.

In zwei Minuten gemacht: VG-Wort-Meldung für einen Text

Kleinvieh macht auch Mist!
In den Printmedien der Wissenschaft veröffentlichte Beiträge brachten an Vergütung für im Jahr 2017 erschienene Beiträge 2,- Euro pro Druckseite (ca. 1.500 Zeichen). Das klingt nach nicht viel, bei einem Umfang des aktuellen Melanargia-Jahrgangs von mehr als 180 Seiten kommt da jedoch einiges zusammen. Oder wird verschenkt, wenn man nicht als Autor gemeldet ist.

Das alles ist keine große Kunst, mehr als 400.000 Autoren und über 10.000 Verlage sind in Deutschland in der VG WORT registriert und nehmen an der Ausschüttung teil. Wichtig ist nur eines: Am 31.  Dezember ist Einsendeschluss (per Post!) für den Abschluss des Wahrnehmungsvertrags bzw. für die Meldesystemregistrierung. Ende Juni/Anfang Juli erfolgt dann die Hauptausschüttung der VG WORT.

Zurück zu unserem „Kerngeschäft“: Die neueste Ausgabe der „Melanargia“, Jahrgang 30 Heft 4, liegt mittlerweile auf Euren Schreibtischen oder steckt noch in der Post. Dank an den unermüdlichen Günter Swoboda, der schon wieder den Jahrgang 31 plant! Bei den Kleinstschmetterlingen gibt es noch riesige Forschungslücken. In 2018, dem Jahr in dem das „Insektensterben“ in aller Munde war, sind zahlreiche seltene Arten (wieder-) aufgetaucht oder breiten sich aus. Geradezu sensationell das Auftreten des Hecken-Wollafters Eriogaster catax im Raum Mayen, wollen wir hoffen dass die Schutzmaßnahmen greifen und uns dieses Juwel erhalten bleibt

Die letzten Blattminierer können jetzt noch eingesammelt werden, und bei den milden Temperaturen fliegen immer noch zahlreiche Nachtfalter-Arten. Es gibt also genug zu tun, und wenn es nur die Aufarbeitung der Fundlisten und Datenbank-Einträge für 2018 ist. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen arbeitsreichen Winter 2018 / 2019.  Die Mitgliederversammlung der AG findet am Sonntag, 31. März in Bonn im Museum König statt. Bis dahin!

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Schachbrett ist Schmetterling des Jahres 2019

Schachbrettfalter

Das „Wappentier“ der Arbeitsgemeinschaft wird Schmetterling des Jahres 2019 (Foto: Andreas Kolossa)

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den Schachbrettfalter (Melanargia galathea) zum Schmetterling des Jahres 2019 gekürt. Mit der Auszeichnung möchten wir auf die Bedrohung der Schmetterlingsart durch die intensive Landwirtschaft aufmerksam machen.

Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Deutschlands zu selten geworden.

Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40-50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern.

Die rosa gefärbten Raupen des Schachbrettfalters, die im Sommer aus den Eiern schlüpfen, überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die älteren Raupen sind dicht behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Zunächst sind die kleinen Raupen tagaktiv, später fressen sie nur noch nachts. Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst am Erdboden. Die nach wenigen Wochen ausgewachsenen Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose.

Der Schachbrettfalter kommt in Mittel- und Osteuropa sowie Nordafrika vor. Während das Schachbrett in Nordrhein-Westfalen im Weserbergland, der Eifel und im Siebengebirge noch ungefährdet ist, findet man den Schmetterling im Münsterland nur noch sehr selten. In Deutschland ist die Art derzeit noch nicht gefährdet, aber rückläufig.

Aktuelle und ehemalige Vorkommen des Schachbretts unter www.schmetterlinge-d.de

Um dem schönen Schmetterling zu helfen, sollten Wiesen mosaikartig gemäht werden, Randstreifen von Bahndämmen, Feldwegen oder Gräben auch mal stehen bleiben. Im Siedlungsbereich können Gartenbesitzer nährstoffarme und trockenwarme Wiesen für den Falter anlegen. Da Schachbrettfalter schon auf kleinen Flächen in größerer Anzahl leben können, helfen bereits solche kleinen Inseln, die Art zu schützen.

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.

Die aktuelle Vebreitung des Schbrettfalters finden Sie im Portal Schmetterlinge Deutschlands

Weitere Informationen und druckfähige Fotos unter

www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2019

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Stellenausschreibung des des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist am Dienstort Bonn im Referat N I 1 „Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten des Naturschutzes, Abteilungskoordinierung“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Funktion

einer Referentin/eines Referenten

auf Dauer zu besetzen.

Das Entgelt richtet sich nach Entgeltgruppe 13 TVöD. Bei Vorliegen der persönlichen, laufbahnrechtlichen und stellenwirtschaftlichen Voraussetzungen ist eine spätere Übernahme in das Beamtenverhältnis möglich.

Aufgaben:

  • Grundsätzliche Fragen des Naturschutzes und der nachhaltigen Naturnutzung,
  • Grundsätzliche und konzeptionelle Fragen des Insektenschutzes,
  • Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz, Bund-Länder-Zusammenarbeit und Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Akteuren zum Insektenschutz,
  • Monitoring, Indikatoren und Berichte im Bereich von Natur und biologischer Vielfalt, insbesondere zum Insektenschutz,
  • EU Pollinators Initiative und internationale Coalition for the „Conservation of Pollinators and their Habitats“ .

Weitere Informationen und Bewerbungsmöglichkeit:

https://www.interamt.de/stelle?id=476724

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Fehlfarben im Herbstlaub

Der Spätsommer 2018 dauert vielleicht noch an, allerdings sorgen die kürzeren Tageslängen jetzt für den allmählichen Laubabwurf. In Sachen Schmetterlinge gilt es nun, die Blätter der verschiedenen Pflanzenarten auf Raupen-Minen zu untersuchen.
Dazu gehört auch das gefallene und vergilbte Laub. Zum Beispiel das Laub der verschiedenen Pappelarten: Schwarzpappel, Zitterpappel und Silberpappel, welche reichlich entlang der Hagener Flüsse zu finden sind, z.B. im NSG Kaisbergaue. Blickt man da in den Laubabwurf, sieht man mit schöner Regelmäßigkeit „Fehlfarben bei der Herbstfärbung der Blätter“.
Abgeworfene Blätter sind normalerweise durchweg gelb, doch bei einigen Blättern verbleibt ein kleiner grüner Bereich. Wie das? Schaut man genau hin, sieht man, dass der obere Teil des Blattstils verdickt ist. Da verbirgt sich die Raupe eines Kleinschmetterlings, die sich von dort aus in das Blatt frisst. Damit das auch dann noch klappt, wenn das Blatt am Boden liegt, entsendet die Raupe Botenstoffe, die das Blatt in diesem für die Raupe wichtigen Bereich grün erhalten, auch dann, wenn der Rest des Blattes am Boden allmählich braun wird.

Je nach Pappelart kann man auf diese Weise unterschiedliche Schmetterlingsarten nachweisen: Schwarzpappel: Ectoedemia hannoverella; Zitterpappel: Ectoedemia argyropeza und Silberpappel: Ectoedemia turbidella.

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Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalens: 19. Band erschienen

Aus unserer Serie:  Die Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalens ist nun der 19. Band erschienen.

Er behandelt die ersten 45 Arten aus der Familie Pyralidae ‒ Unterfamilie Phycitinae, die für unser Arbeitsgebiet gemeldet wurden. Die Autoren sind Rolf Mörtter, Rudi Seliger und Wolfgang Wittland.

Band 19 hat 201 Seiten mit fünf Farbtafeln, auf denen alle Arten abgebildet sind. Für jede Art wird wieder kurz die Biologie beschrieben und die Verbreitung in Europa und für das Arbeits¬gebiet aufgezeigt. Wo vertretbar, wird ein Flugzeitdiagramm angefügt. Zu allen Arten wird eine farbige Fundpunktkarte mit MTB-Raster (1:25.000) des Arbeitsgebietes und eine Fundortliste gebracht.

Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft erhalten den Band kostenlos, Nichtmitglieder wenden sich bitte an die Schriftleitung.

Zur Übersicht über alle erschienenen Faunenbände

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Neue Miniermotte an Robinie: Parectopa robiniella

An der Robinie leben zwei verschiedene Blattminierer, die sich auch von Laien leicht finden und vergleichsweise einfach bestimmen lassen. Eine davon, Parectopa robiniella CLEMENS, 1863, hat sich im Jahr 2018 anscheinend rasant ausgebreitet.

Herbst ist die richtige Jahreszeit um Blattminiermotten nachzuweisen, zu dieser Jahreszeit sind allenthalben Minen an vielen Laubgehölzen zu finden. Darunter sind ein paar als „Schädlinge“ verrufene Arten wie zum Beispiel die Kastanien-Miniermotte Cameraria ohridella, die an Wuchsorten der Roßkastanie praktisch überall in kürzester Zeit zu finden ist.

Ebenfalls verbreitet, wenn auch lange nicht so häufig ist die Lindenminiermotte Phyllonorycter issikii: Ihre Befallspuren findet man leicht an der Unterseite von Lindenblättern, wo die Raupen in den Achseln der Blattnerven typische, pergamentartige Blattminen hinterlassen.

Brückenpark Mülheim an der Ruhr, 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

Brückenpark Mülheim an der Ruhr, 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

Auch an der Gewöhnlichen Robinie (Robinia pseudoacacia) lebt eine auffallende Art, Macrosaccus robiniella (CLEMENS, 1859), auch hier finden sich die kalkweißen Minen mit den darin versteckten, linsenartigen Kokons im Herbst an praktisch allen untersuchten Robinienstandorten. Robinien zu entdecken ist auch keine große Kunst, die auch als Scheinakazie bekannte Baumart wächst an vielen Bahndämmen, Böschungen und sonnigen Hängen. Früher als „Bienenweide“ gepflanzt und wegen ihres extrem widerstandsfähigen Holzes (Rebpfähle!) in den Weinbaugegenden regelrecht angebaut, erfreut sich die Robinie in Naturschutzkreisen heute nur geringer Beliebtheit: Als Pioniergehölz ist sie extrem ausbreitungsstark und bildet gut flugfähige Samen in Massen. Absägen des Stammes ist zwecklos, der Baum antwortet mit rasant wachsendem Stockausschlag. Zudem wehrt sich die Pflanze mit langen Dornen gegen ungebetene Besucher, und sammelt als Schmetterlingsblütler auch noch Luftstickstoff im Boden. Und das alles bevorzugt auf den trocken-warmen, für Insekten attraktiven Standorten, die momentan sowieso Mangelware sind.

Brückenpark Mülheim an der Ruhr, im rechten Bildteil die befallene Robinie. Die Parectopa-Minen fanden sich auf der Schattenseite. 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

Die Hoffnung, einmal aufgekommene Robinien wieder loszuwerden, ist also gering. In den letzten Jahrzehnten haben sich allerdings ein paar Kleinschmetterlings-Arten daran gemacht, die Robinienblätter in Insekten-Biomasse zu verwandeln, auch wenn das nur winziges „Luftplankton“ ergibt. Die oben erwähnte, heute überall verbreitete Macrosaccus robiniella stammt aus aus Nordamerika und  ist erst seit den 80er Jahren in Europa und Deutschland bekannt, aber mittlerweile überall und häufig.

Mehr oder weniger neu im Arbeitsgebiet ist dagegen der zu den Gracillariiden gehörende Robinien-Blatttütenfalter Parectopa robiniella CLEMENS, 1863. Diese Art scheint sich momentan rasch auszubreiten, vielleicht begünstigt vom heißen Supersommer 2018: Nach ich Anfang September zufällig einen Nachweis an der Mosel erbringen konnte (Lehmen, Ausoniusstein), kamen in rascher Folge einige Funde zusammen.: In Kaifenheim bei Mayen, erbracht durch Violet Middelman und Remco Vos) und Eitorf-Merten (Erstnachweis in Nordrhein-Westfalen, Finder: Brigitte und Hajo Schmälter), sowie ein weiterer unterhalb des Drachenfelses in Bad-Honnef-Rhöndorf (Finder: Heinz Schumacher).
Am vergangenen Wochenende konnte ich dann einen ersten Nachweis im Naturraum Niederrhein beisteuern, im so genannten „Brückenpark“ in Mülheim an der Ruhr. Direkt anschließend dann ein weiterer Nachweis hinter der Landesgrenze zu den Niederlanden in der „Groote Heide“ östlich von Venlo. Der Falter durchläuft nach Literaturangaben mehrere Generationen im Jahr, die auffälligen weißen Blattminen mit den charakteristischen Ausbuchtungen sitzen auf der OBERseite der Robinien-Fiederblättchen. Die wenigen bisher getätigten Nachweise lagen bevorzugt auf der sonnenabgewandten Baumseite, an Schößlingen und niedrig hängenden Ästen.

Typische Mine von Parectopa robiniella. Mülheim / Ruhr, 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

Typische Mine von Parectopa robiniella. Mülheim / Ruhr, 17. September 2018 (Foto: Armin Dahl)

À propos Niederlande: Dort arbeitet eine große Zahl von Beobachtern an der Erfassung von Kleinschmetterlingen, und so ist es wenig verwunderlich, dass seit Juli 2018 dort mehr als 25 neue Beobachtungen von Parectopa robiniella zusammengekommen sind. Einen schönen Bericht darüber liefert Leo Bot in Nature today, die Daten zu den Funden liegen wie üblich bei waarneming.nl.
Auch im Norden und Osten unseres Arbeitsgebietes sind im Spätsommer 2018 zahlreiche Fundstellen bekannt geworden, so in Hildesheim (Daten von Thomas Fähnrich und Tina Schulz) und in Edemissen nördlich von Peine (Daten Bernd Otto Bennedsen).

Parectopa robiniella scheint derzeit den Norden der Bundesrepublik mit hoher Geschwindigkeit zu erobern. Bei gezielter Nachsuche nach den typischen Minen sollten da in der Saison 2018 noch einige Funde hinzukommen. Besonders wertvoll wären derzeit Nachweise aus Westfalen und auch aus höher gelegenen Regionen. Viel Erfolg bei der Suche!


Literatur:

WHITEBREAD, S.E. (1990): Phyllonorycter robiniella (CLEMENS, 1859) in Europe (Lepidoptera, Gracillariidae). — Nota lepidopterologica 12: 344-353.
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Ein neues Buch über Kleinschmetterlinge

Nachdem im Rahmen der „Schmetterlingsfauna der Oberlausitz“ in 4 Bänden die Großschmetterlingsfauna vorgestellt wurde, erschien nun im Sommer 2018 mit Band 20 der „Beiträge zur Insektenfauna Sachsens“ der angekündigte Teil 5: „Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) 1. Teil“.

Nach einem ausführlichen Vorwort von Prof. Bernhard Klausnitzer und einer einseitigen Einleitung der Autoren folgt das interessante Kapitel „Zur Geschichte der Erforschung der Kleinschmetterlinge der Oberlausitz“. Auf diese Geschichte dürften die Lepidopterologen vieler anderer Bundesländer neidisch sein. Nach dem Kapitel „Bemerkungen und methodische Hinweise“ und der „Danksagung“ folgt der umfangreiche „Systematisch-faunistische Teil“. Laut Aussage der Autoren in der Einleitung „sind nach derzeitigem Kenntnisstand aus der Oberlausitz etwa 1500 Kleinschmetterlingsarten bekannt, mehr als 95% der sächsischen und über zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Arten.“ In der „Einzeldarstellung der Arten“ werden 761 dieser 1500 Kleinschmetterlingsarten behandelt, etwa 2 Arten pro Seite und fast alle mit sehr guten Farbfotos.
Die Bilder stammen fast alle von Friedmar Graf und Thomas Sobczyk, beide nicht nur durch ihre Beiträge und Fotos im Lepiforum bekannt.
Abschließend folgen ein ausführliches Literaturverzeichnis und das Register für den speziellen Teil.

Ein hervorragendes Buch mit zahlreichen sehr guten Farbfotos und wertvollen Hinweisen zu vielen Arten. Nicht nur für faunistisch arbeitende Lepidopterologen sondern für alle, die sich mit Kleinschmetterlingen beschäftigen bzw. beschäftigen wollen ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Eine Vorschau auf die Inhalte findet sich  hier

Die Veröffentlichung des zweiten Teils ist für 2019 geplant. Bleibt zu hoffen, dass die Auflage des ersten Teils rasch verkauft wird, damit die Finanzierung des zweiten Teils gesichert wird. 

SOBCZYK, T., STÖCKEL, D., GRAF, F., JORNITZ, H., KARISCH, T. & WAUER, S. (2018):
Die Schmetterlingsfauna (Lepidoptera) der Oberlausitz. Teil 5: Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) 1. Teil:
Micropterigidae (Urmotten), Eriocraniidae (Trugmotten), Nepticulidae (Zwergminiermotten), Opostegidae, Heliozelidae ((Erzglanzmotten), Adelidae (Langhornmotten), Prodoxidae (Rosen-Blattsackmotten), Incurvariidae (Miniersackmotten), Tischeriidae (Schopfstirnmotten), Meessiidae und Tineidae (Echte Motten), Roeslerstammiidae, Douglasiidae (Wippflügelfalter), Bucculatricidae (Zwergwickler), Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer), Batrachedridae, Momphidae (Fransenmotten), Blastobasidae, Autostichidae, Amphisbatidae, Cosmopterigidae (Prachtfalter), Gelechiidae (Palpenmotten), Alucitidae (Federgeistchen), Pterophoridae (Federmotten), Pyralidae und Crambidae (Zünsler). – Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 22, 439 Seiten, 2 Karten.

Bezug:

Per Post bei der

Geschäftsstelle der Entomofaunistischen Gesellschaft e.V., Postfach 202731, D-01193 Dresden – oder E-Mail: dieter.stoeckel[ätt]t-online.de
Preis: 60,- €, zuzüglich Versandkosten

Im Internet unter https://shop.34u.de/product_info.php?products_id=42

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Recker Moor: Kälteresistente Moorfalter und -forscher

Diese Galerie enthält 10 Fotos.

Am Samstag den 25. August 2018 fand in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station im Kreis Steinfurt eine Vereinsexkursion inklusive Lichtfang im Recker Moor statt, um dadurch Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, seltenste Moorspezialisten der einheimischen Schmetterlingsfauna kennen zu lernen. Wir … Weiterlesen

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