Mittelmosel-Exkursion: Der Kaiser als Krönung!

Die Exkursion an die Moselschleife bei Reil wird den Teilnehmern für eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben: Wetterglück und tolle Lebensräume kamen zusammen und die Artenliste war entsprechend lang.

Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt hatte Thorsten Melsheimer ins Weindörfchen Reil an der Mittelmosel eingeladen, auf seinem Ökoweingut die Biodiversität live zu erleben. Schließlich bewirtschaftet er seine Weinberge so, dass die Artenvielfalt gefördert wird, und auch dort, wo kein Weinbau mehr betrieben wird, hat er Ziegen als Landschaftspfleger im Einsatz.
Armin Dahl war gern in seine alte Heimat gekommen, um in einem Bildervortrag schon einmal die Lebensbedingungen der Schmetterlingen in den Steillagen an der Mosel zu erläutern und einige der schönsten und seltensten Vertreter vorzustellen – und was jeder tun kann, um die Schmetterlinge zu fördern. Der Hinweis, der ökologisch korrekte Weingenuß diene schließlich der Artenvielfalt, wurde vom zahlreich erschienenen Publikum gern aufgegriffen und bei der anschließenden Weinprobe im Keller gleich in die Tat umgesetzt.
Die Initiative „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“, die Anne Buchsbaum vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau vorstellte, hat auch zum Ziel, mehr Winzer in Richtung Ökologie bei der Bewirtschaftung der Steillagen zu bewegen, Maßnahmen für mehr Blütenreichtum  in den Anbauflächen zu fördern sowie gezielt einzelne Brachflächen durch Beweidung oder Mahd freizuhalten.

Melitaea didyma (ESPER, 1778) - Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Melitaea didyma (ESPER, 1778) – Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Schon vor der eigentlichen Hauptveranstaltung, dem öffentlichen Lichtfang, hatten einige Teilnehmer die Zeit genutzt und im Rahmen der Vorexkursion die Moselschleife rund um das Belle-Epoque-Städtchen Traben-Trarbach erkundet. Dabei gelangen bereits tolle Beobachtungen, wie die des Roten Scheckenfalters Melitaea didyma (ESPER, 1778), der seit vielen Jahrzehnten an der Mittelmosel nicht mehr nachgewiesen wurde.

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) - Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) – Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Zum Anbruch der Dunkelheit hatten dann sechs passionierte „Flatterleute“ mehrere Leuchtanlagen am steilen Mullay-Hofberg / Pfefferberg aufgebaut und brauchten nicht lange auf die ersten Falter zu warten. War das ein Anflug! Nach einem warmen Kaiserwettertag und bei einem nachsichtigen Vollmond, der sich meist hinter einen Wolkenschleier zurückzog, flogen über 100 Großschmetterlingsarten an, darunter Raritäten wie die Eichenglucke Phyllodesma tremulifolia (HÜBNER, [1810]) und die wärmeliebende Bart-Spannereule Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758).

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) – Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)


Eine recht große Gruppe von Interessierten aus dem Nachmittagsvortrag kam ebenfalls dazu, um die Nachtfalter in ihrer Vielgestaltigkeit zu bewundern. Als Krönung gab sich wunschgemäß der Kaiserbär Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) die Ehre, sogar in doppelter Ausführung und zum Entzücken der Anwesenden. Die ganze Nacht begleitete der Gesang der Nachtigallen die anfliegenden Falter und die „Mottenfänger“, die ihre Leuchten erst einpackten, als schon der Morgen dämmerte.


weiterführende Links
Historische Weinbaulandschaften der Mosel mit Details zu den Projektflächen

Online-Nachweiskarten der Schmetterlinge des Arbeitsgebiets

Wettervorhersage für die Region Mittelmosel

Kartendienst für Rheinland-Pfalz

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Josef Pascher verstorben

Liebe Kollegen,
gestern erreichte mich die Nachricht vom Ableben von Josef Pascher. Er war zwar nicht Mitglied unseres Vereines, denke aber, dass wir ihm einiges zu verdanken haben.

Josef Pascher, 19.8.1924 - 1.5.2016

Josef Pascher, 19.8.1924 – 1.5.2016


Josef Pascher hatte als Klassenlehrer Leo Ditgens, einem seinerzeit bekannten Lepidopterologen, der ab 1930 u.a. auch in der Wahner Heide Schmetterlinge sammelte und älteren Vereinsmitgliedern noch bekannt sein dürfte. Dieser brachte einmal einen Schmetterlingskasten mit zur Schule. Der damals etwa neun Jahre alte Josef war von den Schmetterlingen in diesem Kasten derart fasziniert, dass er sich von seinem Vater einen Schmetterlingskasten mit bunten Schmetterlingen zu Weihnachten wünschte. Josef Pascher sen. setzte sich darauf mit Leo Ditgens in Verbindung und der Wunsch des kleinen Josef ging in Erfüllung.
Beide, Vater und Sohn, waren von den hübschen Schmetterlingen derart angetan, dass sie im nächsten Jahr, das müsste 1934 gewesen sein, das Sammeln von Schmetterlingen zum gemeinsamen Hobby erklärt haben. Da der Wohnort Troisdorf war, lag es nahe, dass in der Wahner Heide gesammelt wurde. Diese wurde dann jedoch für die Bevölkerung von den Militärs gesperrt und wieder als Truppenübungsplatz genutzt. Durch Beziehungen zum Museum Alexander Koenig, Bonn, konnte eine Begehungserlaubnis für die Wahner Heide erreicht werden, was zum damaligen Zeitpunkt äußerst schwierig war. Beide, sowie der jüngere Bruder, konnten daher in den nächsten Jahren die dortige Schmetterlings-, Bienen- und Käferfauna erforschen. Wegen einer lebensgefährlichen Insektenstich-Allergie konnte Josef Pascher sen. die Heide nach 1951 nicht mehr aufsuchen. Josef Pascher jun. zog es beruflich nach Koblenz, wo er dann später die Kindergeldstelle leitete.
Die umfangreiche Sammlung (Tag-und Nachtfalter) wurde bereits Anfang der 50er Jahre dem Museum Koenig überlassen, eine weitere Sammlung, die seinerzeit im alten Flughafengebäude ausgestellt wurde, ging an den Kölner Zoo und ist später ebenfalls dem Museum Koenig übergeben worden.
Ich hatte in den letzten 10 Jahren Kontakt zu Josef Pascher jun., er konnte mir noch viel Wissen über die Schmetterlingsfauna der Wahner Heide hinterlassen, z.B. wo zu seiner Zeit das Große Wiesenvögelchen Coenonympha tullia, der Scheckenfalter Euphydryas aurinia sowie viele andere flogen.

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Pflegeeinsatz an der Nahe

Die Prognose war bescheiden, Starkregen, Wind und nächtlicher Temperatursturz angesagt, deshalb die Zahl der Helfer auch überschaubar. Die wenigen Getreuen wurden mit unerwartet schönem Wetter belohnt: Bei strahlendem Sonnenschein konnten während der Arbeit mit Freischneider und Rechen die ersten Aurorafalter, Taubenschwänzchen und Heidespanner (Ematurga atomaria) vor der tollen Kulisse des Felsenbergs bei Schloßböckelheim beobachtet werden.
Ziel des Einsatzes: Der Schlehenjungwuchs auf den trockenen Kuppen, die von der Arbeitsgemeinschaft schon seit vielen Jahren betreut werden, sollte soweit möglich zurückgedrängt werden, ohne die restliche Vegetation allzu sehr zu schädigen. Nach drei Stunden war dann auch alles geschafft und „Einsatzleiter“ Heinz Schumacher zufrieden.
Der sich an den Pflegeeinsatz anschließende Lichtfang stand zwar unter dem Zeichen der herannnahenden Kaltfront, musste bei einsetzendem Regen schon gegen 23.00 Uhr abgebrochen werden. Trotzdem gelangen wieder einige tolle Beobachtungen der einzigartigen Fauna des Nahetals, so dass am Ende feststand: Trotz weiter Anfahrt und typischem Aprilwetter hat sich der Ausflug an die Nahe gelohnt!

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Die Magie des Flügelschlags – Vereinsmitglieder in der Presse

Josef Bücker, Kommunalpolitiker aus Hagen und nebenher in den letzten Jahren zu einem der profiliertesten Mikro-Experten der Arbeitsgemeinschaft gereift, wird in der Westfalenpost in einem schönen Porträt unter dem Titel Magie des Flügelschlags vorgestellt.

Heinz Schumacher, den 2. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, muss man niemandem mehr vorstellen: Sein Engagement für die Erhaltung des Grauwacke-Steinbruchs Schönenberg im Rhein-Sieg-Kreis würdigt ein Artikel im Magazin „Respektiere“ des Vereins Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) mit Sitz in Much.

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Auszeichnung für Fürstin Gabriela zu Sayn Wittgenstein-Sayn

Unbenannt-1Da Fürstin Gabriela die Auszeichnung für die 25 jährige Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch- Westfälischen Lepidopterologen anlässlich der Jahreshauptversammlung am 20. März 2016 nicht persönlich entgegen nehmen konnte. wurde der Schmetterlingsfürstin im Garten der Schmetterlinge, aus der Hand von Thomas Carl Reifenberg, die Urkunde und die Silberne Vereinsnadel übereicht.
Fürstin Gabriela würdigte die Arbeit der renommierten Arbeitsgemeinschaft die sich für Erforschung, Schutz und Erhalt der Schmetterlingsfauna einsetzt.

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Spezialisierte Schmetterlinge sterben trotz Naturschutz aus

Eine Studie der Technischen Universität München über einen Zeitraum von fast 200 Jahren belegt, dass Habitat-Spezialisten selbst in Naturschutzgebieten aussterben.
Die Untersuchung basiert auf einer der längsten Beobachtungsreihen, die jemals erhoben wurde und ist in Zusammenarbeit der Technischen Universität München (TUM) mit der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) entstanden. Sie verzeichnet in Bayern den Artenschwund der vergangenen Jahrzehnte – und einen wenig effektiven Natur- und Artenschutz. Es wurden Artenlisten und Schmetterlingssammlungen seit dem Jahr 1840 bis heute ausgewertet. Sämtliche Daten stammen von Lepidopterologen, von Schmetterlingsforschern aus Gebieten um Regensburg. Die dortigen Südhänge entlang der Donauschleifen bestehen im Wesentlichen aus seltenen Magerrasen-Gebieten und damit nährstoffarmen Biotopen für Schmetterlinge und andere Insekten. Etwa 45 Hektar sind seit 1992 Naturschutzgebiet.
An der Studie beteiligt waren neben der TU München und dem ZSM das Deutsche Entomologische Institut Müncheberg-Senckenberg und die polnische Nikolaus Kopernikus Universität Thorn.
Die Ursachen für den Rückgang der Habitat-Spezialisten sind laut der Studie vor allem in den hohen Emissionen reaktiven Stickstoffs zu suchen.
Die Ergebnisse der Kooperationsstudie wurden im nord-amerikanischen Fachmagazin “Conservation Biology“ veröffentlicht.
Deutsche Zusammenfassung der Studie
Artikel: Butterfly community shifts over 2 centuries als .pdf

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2.-6. Juni 2016 – 13. Europäische Nachtfalternächte (European Moth Nights – EMN)

Liebe Schmetterlingsfreunde, liebe Nachtschwärmer,

vom 02.06. bis 06.06.2016 finden zum 13. Mal die Europäischen Nachtfalternächte (= EMN) statt. Wieder sind europaweit Experten und Laien dazu eingeladen an dieser Aktion teilzunehmen. Dabei sind die „Experten“, also auch WIR als die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen, aufgerufen, öffentliche Licht- und Köderfangaktionen durchzuführen und die dabei gesammelten Daten der „Zentrale“ der Aktion zu melden. Vor allem sind aber auch interessierte Laien eingeladen, an den Lichtfängen teilzunehmen!
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Klimafolgenmonitoring Düsseldorf zum Download

Für alle Interessierten steht nun der neueste Bericht zum Klimafolgenmonitoring der Stadt Düsseldorf im Netz – u.a. mit einem Beitrag zu den Schmetterlingen (Tag- UND Nachtfalter im Eller Forst und auf dem Golfplatz Hubbelrath):

Download unter: http://www.ulfschmitz.de/Projekte.htm

Der Bericht selbst wird dort ca. 1 Jahr online bleiben und wird dann durch den neuen Bericht ersetzt, er kann aber heruntergeladen werden.

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Endlich: Daten aus Ostwestfalen importiert!

Datenbestand März 2013

Datenbestand März 2016

agestis_stand_2_2016

Nachweise von Aricia agestis aus den Daten der Arbeitsgemeinschaft. Stand Februar 2016

Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass wir zum ersten Mal darüber gesprochen haben, die Beobachtungsdaten der Arbeitsgemeinschaft online zu stellen. Im März 2013 war es dann soweit, die ersten Kartendarstellungen standen im Netz.
Mittlerweile hat sich der dargestellte  Datenbestand dramatisch erhöht, es gibt ein Datenbank-Team, viele Fehler und Ungenauigkeiten wurden erkannt und beseitigt. Die Online-Darstellung hat sich als unverzichtbares Arbeitsmittel der Faunisten etabliert, und viele Mitglieder unterstützen das Projekt durch Zulieferung von Beobachtungs- und Sammlungsdaten.
Einen großen Schritt nach vorne bei der Etablierung des Systems hat in den letzten beiden Wochen stattgefunden: Die Integration der Daten aus Ostwestfalen / Lippe, die in gedruckter Form schon vorlagen und jetzt von Rudolf Pähler und Hans Dudler für das online-Projekt zur Verfügung gestellt wurden.
Ein Beispiel an dieser Stelle: Die Karte von Nachweisen des Kleinen Sonnenröschen-Bläulings Aricia agestis zeigt, dass sich die Art in den letzten Jahren anscheinend von Osten kommend über das Ruhrgebiet bis an den Niederrrhein ausgebreitet hat.

Die Darstellung ist aber natürlich im Wesentlichen eine Karte der aktiven Beobachter und Datenmelder, wahrscheinlich kommt A. agestis noch an erheblich mehr Fundstellen im Gebiet der Arbeitsgemeinschaft vor. Diese Daten gilt es zu heben, die Praxis wird in den kommenden Jahren zeigen ob uns das gelingt. Um es mit Berthold Brecht zu sagen: „Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen“.

Immerhin stehen nun mit den drei Webseiten des Museums Karlsruhe unter schmetterlinge-bw.de, der Pollichia (schmetterlinge-rlp.de) und den Daten der Arbeitsgemeinschaft unter www.schmetterlinge-nrw.de Verbreitungsdaten von Basel im Süden bis nach Verden an der Aller im Norden im Netz. Ein großes Dankeschön! an alle, die daran mitgearbeitet haben!

 

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Kurzbeitrag: Besondere Arten richtig auszeichnen

Hallo zusammen,

um uns die Arbeit an der Liste der „Besonderen Arten“ zu erleichtern, kennzeichnet Ihr bitte alle Einträge in Eurem Insectis, die Ihr für würdig haltet, mit dem vollen Namen und der Bezeichnung „Melanargia_2016“  – also so:

Hans_Mustermann_Melanargia_ 2016

Das gilt auch für die von uns verschickten Excel-Tabellen, hier bitte den Text ins jeweilige Bemerkungsfeld eintragen.

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AG-Webseiten unter neuem Layout

Die alte Webseite war so ein bisschen aus der Zeit gefallen, deshalb haben wir vor einigen Monaten beschlossen, auf ein modernes Internet-Design umzusteigen. Einfache Bearbeitung, Aktualität, Kommentierbarkeit, Kontaktformulare, Social-Media-Funktionen sind nur ein paar Stichworte für den Webseiten-Standard in einem modernen Verein.

Mit dem neuen Design werden die Bearbeitungs- und Mitarbeitsmöglichkeiten für Mitglieder und Administratoren deutlich verbessert, Beiträge können per Mail abonniert werden und vieles mehr.

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Mittelrhein-Exkursion, 3.-5. Juli 2015: Dörscheid/Kaub/Loreley

Exkursionen des Vereins

Lange im Voraus geplante Veranstaltungen fallen oft sprichwörtlich ins Wasser, ganz anders die Vereins-Exkursion an den Mittelrhein vom 3.-5. Juli 2015. Wochenlange Trockenheit im Vorfeld, am Exkursionswochenende purzelten fast überall die Temperaturrekorde: Im ersten Juli-Drittel verzeichnete der Deutsche Wetterdienst eine der heftigsten Hitzewellen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Nachsuche nach den beiden verschollenen „Zielarten“ Lycaena alciphron (ROTTEMBURG, 1775) und Carcharodus lavatherae (ESPER, [1783]in der völlig vertrockneten Dörscheider Heide brachte keinen Erfolg, dafür trotzten zahlreiche Trauerwidderchen Aglaope infausta (LINNAEUS, 1767) den hohen Temperaturen.

Bei der extremen Hitze führte Dr. Axel Schmidt die Teilnehmer der Tagesexkursion am Ende in das nahe gelegene schattige Holzbachtal, an die letzte bekannte Flugstelle des ebenfalls verschollenen Limenitis reducta STAUDINGER, 1901. Auch der Blauschwarze Eisvogel war leider nicht aufzufinden. Dagegen konnten mehrere Exemplare des Brombeer-Perlmutterfalters Brenthis daphne (BERGSTRÄSSER, 1780) beobachtet werden, im Rheintal der bislang nördlichste Nachweis der in den letzten Jahren Richtung Nord-Osten expansiven Art.

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Exkursion zum Schmetterling des Jahres, 14. August: Wahner Heide

Exkursionen des Verein

Seit dem Jahr 2003 kürt die BUND NRW Naturschutzstiftung zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den „Schmetterling des Jahres“, um auf den bedrohlichen Rückgang der Artengruppe aufmerksam zu machen. Parallel dazu bietet die Arbeitsgemeinschaft in den letzten Jahren Exkursionen zu den jeweiligen Arten an.

Idaea emarginata, Wahner Heide, 14. Augst 2015 (Foto: Tim Laußmann)

Idaea emarginata, Wahner Heide, 14. Augst 2015 (Foto: Tim Laußmann)

Schmetterling des Jahres 2015 ist das Rote Ordensband Catocala nupta (LINNAEUS, 1767) , die Begleitexkursion fand am 14. August in Norden der Wahner Heide auf dem so genannten „Paradeplatz“ statt. Angeführt vom ortskundigen Vorstandsmitglied Klaus Hanisch aus Rösrath wurde Licht- und Köderfang durchgeführt, mit guten Ergebnissen. Bereits bei der Vorexkursion am Nachmittag gab es die erste Überraschung: Der Rotrandbär Diacrisia sannio wurde in der Wahner Heide und überhaupt im Naturraum Niederrheinische Bucht seit Jahrzehnten nicht mehr nachgewiesen.

Höhepunkt des Abends war mit Sicherheit der erneute Nachweis des Wolfsmilchschwärmers Hyles euphorbiae (LINNAEUS, 1758)– der Schmetterling des Jahres 2014. H. euphorbiae wird derzeit ebenfalls in der Roten Liste der Niederrheinischen Bucht mit Status „ausgestorben oder verschollen“ aufgeführt, hat jedoch in der Wahner Heide offenbar noch ein Refugium gefunden (vgl. Schumacher 2015: 30). Das Rote Ordensband gab sich zwar nicht die Ehre, jedoch konnte die Schwesterart, das Große Eichenkarmin Catocala sponsa (LINNAEUS, 1767) demonstriert werden, beeindruckend war auch die große Zahl von Kleespinnern Lasiocampa trifolii ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1778) am Licht. Über 100 Groß- und Kleinschmetterlingsarten in einer milden Sommernacht mitten im Ballungsraum, die typische Fauna der Bergischen Heideterrasse bestätigt, ein knappes Dutzend Exkursionsteilnehmer war´s zufrieden.

Alle Exkursionsdaten wurden zwischenzeitlich in der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft erfasst und stehen auf den Fundortkarten unter www.schmetterlinge-nrw.de zur Verfügung

Literatur

Schumacher, H. 2015: Bemerkenswerte Falterfunde und Beobachtungen im Arbeitsgebiet der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. 27. Zusammenstellung. – Melanargia 27: 24-42, Leverkusen

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Mitgliederversammlung und Exkursion Nationalpark Eifel – Vogelsang 2015

Eifel, 9. Mai 2015: Nationalpark – Vogelsang/Wollseifen/Dreiborner Hochfläche

Die Mitgliederversammlung der Rheinisch-Westfälischen Lepidopterologen fand am 9. Mai 2015 in Schleiden in den Räumen der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang im heutigen Nationalpark Eifel statt. Nachdem am Vormittag die Vereins-Formalien abgehandelt waren, wurden die Teilnehmer von Nationalpark-Mitarbeiter Dr. Michael Röös in einer großen Runde über den ehemaligen Truppenübungsplatz rund um das ehemalige Dorf Wollseifen auf der Dreiborner Hochfläche geführt. Die ersten Distelfalter Vanessa cardui (LINNAEUS, 1758) kündigten das gute Wanderfalter-Jahr 2015 an. Weitere Höhepunkte der Tagesexkursion waren Großer Fuchs Nymphalis polychloros (LINNAEUS, 1758) und zahlreiche Kleine Nachtpfauenaugen Saturnia pavonia (LINNAEUS, 1758), die mit synthetischen Pheromonen angelockt und aus der Nähe betrachtet werden konnten. Den meisten Teilnehmern neu waren die Befallsspuren und Schlupflöcher verschiedener Glasflügler (Sesia melanocephala, Sesia bembeciformis, Synathedon scoliaeformis) die von Heinz Schumacher mühelos gefunden und demonstriert wurden. Weiterlesen

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Aktuelle Beobachtungen im Herbst 2014: Moma alpium, Lithosia quadra u.a.

Zygaena filipendulae, Wuppertal Eskesberg, 4. Oktober 2014 (Foto: Radtke)

Zygaena filipendulae, Wuppertal Eskesberg, 4. Oktober 2014 (Foto: Radtke)

Der Herbst 2014 brachte nach der schon endlos langen Vegetationsperiode hohe Temperaturen und Wetterlagen mit Südströmungen. Im Gefolge traten bei verschiedenen Arten Falter einer unvollständigen 2. Generation auf, z.B. bei Moma alpium (u.a. Schloßböckelheim, Haan), Eilema caniola und depressa, Mikros wir Archips oporana. Ebenfalls bemerkenswert die zweite Generation von Zygaena filipendulae im Raum Wuppertal.

Dazu kamen offensichtliche Wanderbewegungen beim Flechtenbär Lithosia quadra (5.10. Heiligenhaus, 19.10. Hagen und Wuppertal), dem Zünsler Palpita vitrealis und südeuropäischen Eulenfaltern wie Helicoverpa armigera (Wuppertal, Radtke). Besonders Lithosia quadra wurde im Jahr 2014 erstaunlich häufig nachgewiesen, maximal 12 Falter wurden am 26. September im Felsenberg in Schloßböckelheim notiert. Dort war zum gleichen Termin auch eine kopfstarke Population von Dysauxes ancilla beim Lichtfang zu bewundern.
Dagegen war der Köderanflug in den allermeisten Gebieten bis in die zweite Oktoberdekade hinein im gesamten Arbeitsgebiet sehr bescheiden.

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