Exkursion der EGD nach Welschneudorf / Westerwald

Am 16. und 17. Juli 2016 fand unter der Leitung von Thomas Carl Reifenberg die Jahresexkursion der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf in den Wiesen um Welschneudorf und Oberelbert statt. Ziel dieser Exkursion war es, die Juwelen des Westerwaldes, den Dunklen- und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zu finden.

Die Besonderheit dieser Bläulinge ist es, dass sich die Raupen zunächst von den Blüten des Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis, Linné) ernähren. Nach Ablauf des Ernährungszyklus am Wiesenknopf lassen sich die Raupen zu Boden fallen und werden von bestimmten Arten von Wiesenameisen in ihr Nest getragen. Dort ernähren sich die Raupen dann von den Eiern und Larven der Ameisen und geben über die kalten Monate hinweg einen süßen Saft an die Ameisen ab. Dieses gelingt allerdings nur, weil die Raupen den artspezifischen Geruch der Ameisen annehmen, ansonsten würden sie von den Ameisen selbst als Nahrung angesehen und verspeist. Nach der Verpuppung der Raupen und dem nachfolgenden Schlupf des Schmetterlings müssen diese schnellstmöglich das Nest der Ameisen verlassen, da sie den artspezifischen Geruch verloren haben und sofort als Beute angesehen werden. Die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge können sich nur auf extensiv bewirtschafteten Heuwiesen nachhaltig weiter halten; deren Schutz ist das erklärte Ziel der Entomologen.

Der erste Vorsitzende der EGD, Dr. Jürgen Eckl begrüßte am Samstag die Teilnehmer im renommierten Landhotel Rückerhof und Thomas Schmidt übernahm den kulturellen Teil der Exkursion über die Gemeinde und Geschichte von Welschneudorf. Bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme startete die Exkursion pünktlich um 11:00 Uhr an der Kurfürstenhalle. Nach anfänglicher Resignation des Exkursionsleiters erhellte sich jedoch sein Gemüt, als sich die ersten Schmetterlinge doch entschlossen in Erscheinung zu treten, wie zum Beispiel: Kleiner Heufalter, Zitronenfalter, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Braunkolbiger- und Schwarzkolbiger Dickkopffalter sowie verschiedene Widderchen- um nur einige hier zu nennen. Gegen Ende der Exkursion am 16. Juli konnten auch noch wenige Exemplare vom Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea nausithous [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen werden.

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Das Highlight des Tages allerdings war der Erstnachweis des Karstweißlings (Pieris mannii, [Mayer, 1851]) außerdem konnte der Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata, [L. 1758] in Welschneudorf nachgewiesen werden. Am Samstagabend fand zusätzlich ein Leuchtabend statt, der interessante Arten wie den Pappelschwärmer Laothoe populi (L.) ans Licht lockte. Am Sonntagvormittag ging es dann in die Wiesen von Oberelbert. Hier wurde auch prompt der Helle Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea teleius, [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen.

Der besondere Dank der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf gilt dem Landhotel Rückerhof und dessen Personal, die sich zuvorkommend um die teils weit angereisten Gäste kümmerten, dem Ortsbürgermeister Bernd Labonte, der dem Schutz der Schmetterlinge nicht abgeneigt ist, dem Agrarökomomen Stefan Klaus aus Oberelbert, auf dessen vorbildlich für den Naturschutz bewirtschafteten Wiesen wir unserer wissenschaftlich geprägten Leidenschaft nachgehen konnten, sowie allen Bürgern der Gemeinden Welschneudorf und Oberelbert, die sich über die in den Wiesen herum stolzierenden, mit Kamera ausgestatteten Personen, gewundert haben.

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Artenschutz-Konferenz in Berlin und Exkursion in die Döberitzer Heide

Überall in der Welt sterben in zunehmendem Maße Tier- und Pflanzenarten aus. Die Forscher sind in hohem Maße besorgt über diesen sogenannten Biodiversitätsverlust. In Berlin trafen sich jetzt aus der ganzen Bundesrepublik Naturwissenschaftler von Hochschulen, Museen, verschiedenen Ämtern, dem Bundesumweltministerium und aus vielen Naturschutzfachverbänden.

Für unsere Arbeitsgemeinschaft nahm Dr. Wolfgang Vorbrüggen teil. Sein Fazit: „Es hat Spaß gemacht, mit vielen Gleichgesinnten, aber aus unterschiedlichen Fachrichtungen, positive Vorschläge zur Verbesserung der Forschung und der verbesserten Koordination der Naturschutzaktionen machen zu können: Gemeinsam sind wir stärker“.
Professor Wägele, Chef des Museums Alexander König in Bonn, forderte, dass das Thema des Verlustes der Biodiversität stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden müsse, damit auch die Politik sich stärker für dieses Thema einsetzt. Maßnahmen, die das Artensterben verursachen, müssten besser und zeitnäher unterbunden werden.
Alle Teilnehmer waren sich einig: Wenn diese Veranstaltung ein Startschuss für weitere Aktionen und für eine bessere Vernetzung der amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützer war, dann hat sich einiges Gute für die Natur in Berlin erreichen lassen.
Wer genauere Infos haben möchte, kann sich gerne über unsere Kontaktadresse melden. Wir melden uns zeitnah zurück.
Anhängende Erklärung verabschiedeten die Vertreter auf der Konferenz der Arten in Berlin. Darin richten sie über die Presse einen Appell an die Öffentlichkeit und Politik, sich mehr des Artenverlustes in der Umwelt bewusst zu werden und aktiv für den Erhalt der bisher überlebenden Arten zu tun.

Abschlusserklärung der Konferenz der Arten am 1. und 2.7.2016 in Berlin

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Exkursion in die Döberitzer Heide am 3. Juli 2016

Ab, raus aus den Vortragssälen in die Natur: Am Rande der Berliner Artenschutzkonferenz führte unser ortskundiges Mitglied, Dr. Oliver Schmitz, durch ein fantastisches Trockenheidegebiet in Brandenburg.
Die weitläufigen, lückigen Callunabestände, durchzogen von den typischen Heidecharakterarten incl. Massenbeständen der Grasnelke Armeria maritima, wechseln ab mit schattigen Busch- bzw. Waldrändern und Feuchtstellen.
Der Unterschied zu den Heidebeständen in Nordrhein-Westfalen war augenfällig. In Teilen der Döbritzer Heide befindet sich ein Auswilderungsgelände für Wisente. Die gewaltige Größe dieser Tiere selber zu sehen, beeindruckte die Westzipfler aus der Nähe von Aachen, obwohl sie eigentlich die kleineren Arten im Visier hatten.

Kleinzeugs gab es bei sonnigem, aber sehr windigem Wetter genug zu sehen! Erfreulich, dass auch die selteneren Arten individuenstark vertreten waren. Neben Plebejus argus (L.) flog der Ginster-Bläuling Plebejus idas (LINNAEUS, 1761), Hipparchia semele (L.) bevölkerte die offenen Grasflächen. Hyponephele lycaon (ROTTEMBURG, 1775) – Kleines Ochsenauge zeigte sich neben Maniola jurtina (L.). Auch der Dukaten-Feuerfalter Lycaena virgaureae (L.) zeigte sich in zahlreichen Exemplaren. Am Waldrand flogen Wachtelweizen-Scheckenfalter – Melitaea athalia (ROTTEMBURG, 1775) und das Weißfleckwidderchen Amata phegea (L.). Aus den feuchteren Flächen kamen Tiere von Heteropterus morpheus an die blütenreichen Wegränder. Für Hipparchia statilinus war es jahreszeitlich noch zu früh, die Art fliegt erst im Spätsommer. Dass es sich um eine Wärmeregion handelt, zeigte die kleine Spannerart Sterrha ochrata. Mit einer tollen Erfahrung kehrten die Exkursionsteilnehmer wieder zurück nach Berlin.

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Melanargia 28 Heft 2 erschienen

Melanargia_28_2_Titelbild_01Rechtzeitig zum Start der NRW-Sommerferien ist die neue „Melanargia“ erschienen.

Das 44 Seiten starke Heft 28 (2) entstand unter der bewährten Schriftleitung von Günter Swoboda und enthält wieder einiges an Neuheiten und Bestandsveränderungen bei Groß- und Kleinschmetterlingen aus dem Arbeitsgebiet des Vereins zwischen Höxter und Perl.

 

 

Das Inhaltsverzeichnis

BIESENBAUM, W.: Ein Beitrag zur Kleinschmetterlingsfauna des Niederbergischen Landes (Nordrhein-Westfalen) (Microlepidoptera) Nachträge und Ergänzungen S. 41-49
BIERMANN, H., BADTKE, G. & GOCKEL, J.: Tagfalter und Zygaenen der Trockenrasen bei Willebadessen (Kreis Höxter) (Lep., Diurna et Zygaenidae) 1. Nachtrag . S. 50-55
HANISCH, K.: Wiederfunde des Weißen Ordensbandes Catephia alchymista ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) in Nordrhein-Westfalen (Lep., Noctuidae). S. 56-69
SELIGER, R.: Aktueller Nachweis von Esperia sulphurella (FABRICIUS, 1775) in Deutschland (Lep., Oecophoridae).S. 70-73
WITTLAND, W. & SELIGER, R.: Delplanqueia dilutella (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) und Delplanqueia inscriptella (DUPONCHEL, 1836) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Anmerkungen zur Gesamtverbreitung (Lep., Pyralidae, Phycitinae) S. 73-82

Vereinsnachrichten
Einreihung der Großschmetterlingssammlung „WOLFGANG BECKERS, Köln” in die Landessammlung rheinisch-westfälischer Lepidopteren (G. Swoboda) S. 84

Veranstaltungen und Termine
Rheinland-Pfälzische Entomologentag mit Großregion Saar-Lor-Lux am 15.10.2016 im Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim (F. Dickert) S. 83
Treffen der deutschsprachigen Kleinschmetterlingsspezialisten S. 84

Die Mitglieder erhalten das neue Heft mit der Post, der Bezugspreis ist im Vereinsbeitrag (z.Z. € 25.–; Schüler und Studenten € 15.–) enthalten.
Für Nicht-Mitglieder beträgt der Bezugspreis € 25.– pro Jahrgang, Bestellung richten Sie bitte an den Schriftleiter.

Alle Veröffentlichungen

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15. Juli 2016: Exkursion in den Weyerer Wald (Urfey-Nettersheim)

Weyerer Wald-Wanderung: Von Buchenwäldern, Laserkräutern und Waldteufeln
Treffpunkt: 15.07.2015, 16:30 Uhr in Weyer-Urfey in der Urfeyer Straße an der Haltestelle der Buslinie 827; Dauer der Exkursion: 3 Stunden

Die Exkursion führt uns von Urfey aus durch das Urfeyer und das Königsfelder Tal in den Weyerer Wald. Auf der Exkursion lernen wir neben den bemerkenswerten alten Buchenbeständen des Weyerer Waldes v.a. auch artenreiche Saumbiotope und Magerrasen kennen mit Arten, die in NRW praktisch nur im Urfeyer Tal und im benachbarten Urfttal vorkommen, darunter das Breitblättrige Laserkraut und mit ein wenig Glück auch den Waldteufel.

Exkursionsleitung und Veranstalter: Stefan Meisberger, Kreisverband Natur- und Umweltschutz Kreis Euskirchen (KNU)
Die Exkursion ist auch auch für Nicht-KNU-Mitglieder offen!

Mehr Infos zum Weyerer Wald

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Literaturtipp: Schmetterlinge in Kyrill-Windwurfflächen in Hagen

Vor neun Jahren hat der Orkan Kyrill die Wälder im Bergischen, Sauerland und Siegerland ordentlich durchgeschüttelt. Die (positiven) Auswirkungen der Standortveränderungen auf die begleitende Schmetterlingsfauna im Raum Hagen beschreibt Vereinsmitglied Josef Bücker: Zahlreiche seltene und länger verschollene Arten konnten in den Jahren seit 2011 wiedergefunden werden:
Bücker, J. (201): Bemerkenswerte Funde von Schmetterlingen im Einzugsbereich der Kyrill-Windwurffolgeflächen in Dahl, Eilpe, Haspe und Hohenlimburg; Hohenlimburger Heimatblätter 77, Heft 6/2016, Seite 3-17

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Schlangenberg: Exkursion mit Lichtfang am 25. Juni 2016 (Samstag/Sonntag)

[Nachtrag: Die Schlangenberg-Exkursion ist auch 2016 wieder komplett ins Wasser gefallen. Dauerregen am Tag, klarer Himmel mit Nebel und starker Abkühlung am Abend haben uns aber nicht abgehalten: Hier das vorläufige Protokoll vom Lichtfang]

Das NSG Schlangenberg bei Breinigerberg/Stolberg ist ein hochinteressantes Gebiet am Nordrand der Eifel mit flächigen Schwermetallarealen, dem Violetum calaminariae, einer Schwermetallflur als prägendem Element. Durchzogen wird es von feuchten Gräben, Kalk-Halbtrockenrasen, Heideelementen und umgeben ist es von artenreichen Buchenwäldern.
Die Faltervorkommen sind an die verschiedenen Strukturen angepasst. (Botanische Exkursionen kommen von weltweit hierher.)

Der Schlangenberg beherbergt eine in der Region einzigartige Schmetterlingsfauna mit Spitzenarten wie Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), Braunfleckigem Perlmutterfalter (Boloria selene), Thymian-Widderchen (Mesembrynus purpuralis), Mittlerem Perlmutterfalter (Fabriciana niobe) und Geißklee-Bläuling (Plebejus argus).

Die Arbeitsgemeinschaft veranstaltet dorthin am 25.6.2016 eine Tagesexkursion. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Parkplatz des Sportplatzes Breinigerberg (in der Senke der Hauptstraße=Breinigerberg). Von dort aus Begehung des ca 110 ha großen Gebietes und der Umgebung. Anschließend Einkehr in einem Gasthaus des Ortes.
Am Abend besteht die Möglichkeit zum Lichtfang. Aufgrund der Örtlichkeit sind 5 Anlagen maximal sinnvoll. Bitte vorher Anmeldung bei Dr. Wolfgang Vorbrüggen, w.vorbrueggen@web.de, Tel.: 02405 14652
Dr. Vorbrüggen wird am Abend die Aufstellung im und am Gebiet besprechen. Grundlage der Genehmigung der ULB Aachen ist die Erstellung einer Artenliste. Deshalb also die Funddaten bitte anschließend an Dr. Vorbrüggen melden!
Die Exkursion findet bei jedem Wetter statt.

Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe bestehen. Um die Unterkunft bemüht sich bitte jeder selbst.
Folgende Adressen können gut kontaktiert werden:
Hotel Burghof, Eifelstr. 2, 52224 Stolberg
Gästehaus Dahmen, Aachenerstr. 58, 52223 Stolberg
Appartementanlage zum Walde, Klosterstr. 4, 52224 Stolberg
Hotel Vichter Landhaus, Münsterau 140, 52224 Stolberg
Romantik Parkhotel Am Hammerberg, Hammerberg 11, 52222 Stolberg

Weitere Termine

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Mittelmosel-Exkursion: Der Kaiser als Krönung!

Die Exkursion an die Moselschleife bei Reil wird den Teilnehmern für eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben: Wetterglück und tolle Lebensräume kamen zusammen und die Artenliste war entsprechend lang.

Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt hatte Thorsten Melsheimer ins Weindörfchen Reil an der Mittelmosel eingeladen, auf seinem Ökoweingut die Biodiversität live zu erleben. Schließlich bewirtschaftet er seine Weinberge so, dass die Artenvielfalt gefördert wird, und auch dort, wo kein Weinbau mehr betrieben wird, hat er Ziegen als Landschaftspfleger im Einsatz.
Armin Dahl war gern in seine alte Heimat gekommen, um in einem Bildervortrag schon einmal die Lebensbedingungen der Schmetterlingen in den Steillagen an der Mosel zu erläutern und einige der schönsten und seltensten Vertreter vorzustellen – und was jeder tun kann, um die Schmetterlinge zu fördern. Der Hinweis, der ökologisch korrekte Weingenuß diene schließlich der Artenvielfalt, wurde vom zahlreich erschienenen Publikum gern aufgegriffen und bei der anschließenden Weinprobe im Keller gleich in die Tat umgesetzt.
Die Initiative „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“, die Anne Buchsbaum vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau vorstellte, hat auch zum Ziel, mehr Winzer in Richtung Ökologie bei der Bewirtschaftung der Steillagen zu bewegen, Maßnahmen für mehr Blütenreichtum  in den Anbauflächen zu fördern sowie gezielt einzelne Brachflächen durch Beweidung oder Mahd freizuhalten.

Melitaea didyma (ESPER, 1778) - Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Melitaea didyma (ESPER, 1778) – Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Schon vor der eigentlichen Hauptveranstaltung, dem öffentlichen Lichtfang, hatten einige Teilnehmer die Zeit genutzt und im Rahmen der Vorexkursion die Moselschleife rund um das Belle-Epoque-Städtchen Traben-Trarbach erkundet. Dabei gelangen bereits tolle Beobachtungen, wie die des Roten Scheckenfalters Melitaea didyma (ESPER, 1778), der seit vielen Jahrzehnten an der Mittelmosel nicht mehr nachgewiesen wurde.

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) - Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) – Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Zum Anbruch der Dunkelheit hatten dann sechs passionierte „Flatterleute“ mehrere Leuchtanlagen am steilen Mullay-Hofberg / Pfefferberg aufgebaut und brauchten nicht lange auf die ersten Falter zu warten. War das ein Anflug! Nach einem warmen Kaiserwettertag und bei einem nachsichtigen Vollmond, der sich meist hinter einen Wolkenschleier zurückzog, flogen über 100 Großschmetterlingsarten an, darunter Raritäten wie die Eichenglucke Phyllodesma tremulifolia (HÜBNER, [1810]) und die wärmeliebende Bart-Spannereule Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758).

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) – Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)


Eine recht große Gruppe von Interessierten aus dem Nachmittagsvortrag kam ebenfalls dazu, um die Nachtfalter in ihrer Vielgestaltigkeit zu bewundern. Als Krönung gab sich wunschgemäß der Kaiserbär Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) die Ehre, sogar in doppelter Ausführung und zum Entzücken der Anwesenden. Die ganze Nacht begleitete der Gesang der Nachtigallen die anfliegenden Falter und die „Mottenfänger“, die ihre Leuchten erst einpackten, als schon der Morgen dämmerte.


weiterführende Links
Historische Weinbaulandschaften der Mosel mit Details zu den Projektflächen

Online-Nachweiskarten der Schmetterlinge des Arbeitsgebiets

Wettervorhersage für die Region Mittelmosel

Kartendienst für Rheinland-Pfalz

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Josef Pascher verstorben

Liebe Kollegen,
gestern erreichte mich die Nachricht vom Ableben von Josef Pascher. Er war zwar nicht Mitglied unseres Vereines, denke aber, dass wir ihm einiges zu verdanken haben.

Josef Pascher, 19.8.1924 - 1.5.2016

Josef Pascher, 19.8.1924 – 1.5.2016


Josef Pascher hatte als Klassenlehrer Leo Ditgens, einen seinerzeit bekannten Lepidopterologen, der ab 1930 u.a. auch in der Wahner Heide Schmetterlinge sammelte und älteren Vereinsmitgliedern noch bekannt sein dürfte. Dieser brachte einmal einen Schmetterlingskasten mit zur Schule. Der damals etwa neun Jahre alte Josef war von den Schmetterlingen in diesem Kasten derart fasziniert, dass er sich von seinem Vater einen Schmetterlingskasten mit bunten Schmetterlingen zu Weihnachten wünschte. Josef Pascher sen. setzte sich darauf mit Leo Ditgens in Verbindung und der Wunsch des kleinen Josef ging in Erfüllung.
Beide, Vater und Sohn, waren von den hübschen Schmetterlingen derart angetan, dass sie im nächsten Jahr, das müsste 1934 gewesen sein, das Sammeln von Schmetterlingen zum gemeinsamen Hobby erklärt haben. Da der Wohnort Troisdorf war, lag es nahe, dass in der Wahner Heide gesammelt wurde. Diese wurde dann jedoch für die Bevölkerung von den Militärs gesperrt und wieder als Truppenübungsplatz genutzt. Durch Beziehungen zum Museum Alexander Koenig, Bonn, konnte eine Begehungserlaubnis für die Wahner Heide erreicht werden, was zum damaligen Zeitpunkt äußerst schwierig war. Beide, sowie der jüngere Bruder, konnten daher in den nächsten Jahren die dortige Schmetterlings-, Bienen- und Käferfauna erforschen. Wegen einer lebensgefährlichen Insektenstich-Allergie konnte Josef Pascher sen. die Heide nach 1951 nicht mehr aufsuchen. Josef Pascher jun. zog es beruflich nach Koblenz, wo er dann später die Kindergeldstelle leitete.
Die umfangreiche Sammlung (Tag-und Nachtfalter) wurde bereits Anfang der 50er Jahre dem Museum Koenig überlassen, eine weitere Sammlung, die seinerzeit im alten Flughafengebäude ausgestellt wurde, ging an den Kölner Zoo und ist später ebenfalls dem Museum Koenig übergeben worden.
Ich hatte in den letzten 10 Jahren Kontakt zu Josef Pascher jun., er konnte mir noch viel Wissen über die Schmetterlingsfauna der Wahner Heide hinterlassen, z.B. wo zu seiner Zeit das Große Wiesenvögelchen Coenonympha tullia, der Scheckenfalter Euphydryas aurinia sowie viele andere flogen.

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Pflegeeinsatz an der Nahe

Die Prognose war bescheiden, Starkregen, Wind und nächtlicher Temperatursturz angesagt, deshalb die Zahl der Helfer auch überschaubar. Die wenigen Getreuen wurden mit unerwartet schönem Wetter belohnt: Bei strahlendem Sonnenschein konnten während der Arbeit mit Freischneider und Rechen die ersten Aurorafalter, Taubenschwänzchen und Heidespanner (Ematurga atomaria) vor der tollen Kulisse des Felsenbergs bei Schloßböckelheim beobachtet werden.
Ziel des Einsatzes: Der Schlehenjungwuchs auf den trockenen Kuppen, die von der Arbeitsgemeinschaft schon seit vielen Jahren betreut werden, sollte soweit möglich zurückgedrängt werden, ohne die restliche Vegetation allzu sehr zu schädigen. Nach drei Stunden war dann auch alles geschafft und „Einsatzleiter“ Heinz Schumacher zufrieden.
Der sich an den Pflegeeinsatz anschließende Lichtfang stand zwar unter dem Zeichen der herannnahenden Kaltfront, musste bei einsetzendem Regen schon gegen 23.00 Uhr abgebrochen werden. Trotzdem gelangen wieder einige tolle Beobachtungen der einzigartigen Fauna des Nahetals, so dass am Ende feststand: Trotz weiter Anfahrt und typischem Aprilwetter hat sich der Ausflug an die Nahe gelohnt!

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Die Magie des Flügelschlags – Vereinsmitglieder in der Presse

Josef Bücker, Kommunalpolitiker aus Hagen und nebenher in den letzten Jahren zu einem der profiliertesten Mikro-Experten der Arbeitsgemeinschaft gereift, wird in der Westfalenpost in einem schönen Porträt unter dem Titel Magie des Flügelschlags vorgestellt.

Heinz Schumacher, den 2. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, muss man niemandem mehr vorstellen: Sein Engagement für die Erhaltung des Grauwacke-Steinbruchs Schönenberg im Rhein-Sieg-Kreis würdigt ein Artikel im Magazin „Respektiere“ des Vereins Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) mit Sitz in Much.

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Auszeichnung für Fürstin Gabriela zu Sayn Wittgenstein-Sayn

Unbenannt-1Da Fürstin Gabriela die Auszeichnung für die 25 jährige Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch- Westfälischen Lepidopterologen anlässlich der Jahreshauptversammlung am 20. März 2016 nicht persönlich entgegen nehmen konnte. wurde der Schmetterlingsfürstin im Garten der Schmetterlinge, aus der Hand von Thomas Carl Reifenberg, die Urkunde und die Silberne Vereinsnadel übereicht.
Fürstin Gabriela würdigte die Arbeit der renommierten Arbeitsgemeinschaft die sich für Erforschung, Schutz und Erhalt der Schmetterlingsfauna einsetzt.

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Spezialisierte Schmetterlinge sterben trotz Naturschutz aus

Eine Studie der Technischen Universität München über einen Zeitraum von fast 200 Jahren belegt, dass Habitat-Spezialisten selbst in Naturschutzgebieten aussterben.
Die Untersuchung basiert auf einer der längsten Beobachtungsreihen, die jemals erhoben wurde und ist in Zusammenarbeit der Technischen Universität München (TUM) mit der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) entstanden. Sie verzeichnet in Bayern den Artenschwund der vergangenen Jahrzehnte – und einen wenig effektiven Natur- und Artenschutz. Es wurden Artenlisten und Schmetterlingssammlungen seit dem Jahr 1840 bis heute ausgewertet. Sämtliche Daten stammen von Lepidopterologen, von Schmetterlingsforschern aus Gebieten um Regensburg. Die dortigen Südhänge entlang der Donauschleifen bestehen im Wesentlichen aus seltenen Magerrasen-Gebieten und damit nährstoffarmen Biotopen für Schmetterlinge und andere Insekten. Etwa 45 Hektar sind seit 1992 Naturschutzgebiet.
An der Studie beteiligt waren neben der TU München und dem ZSM das Deutsche Entomologische Institut Müncheberg-Senckenberg und die polnische Nikolaus Kopernikus Universität Thorn.
Die Ursachen für den Rückgang der Habitat-Spezialisten sind laut der Studie vor allem in den hohen Emissionen reaktiven Stickstoffs zu suchen.
Die Ergebnisse der Kooperationsstudie wurden im nord-amerikanischen Fachmagazin “Conservation Biology“ veröffentlicht.
Deutsche Zusammenfassung der Studie
Artikel: Butterfly community shifts over 2 centuries als .pdf

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2.-6. Juni 2016 – 13. Europäische Nachtfalternächte (European Moth Nights – EMN)

Liebe Schmetterlingsfreunde, liebe Nachtschwärmer,

vom 02.06. bis 06.06.2016 finden zum 13. Mal die Europäischen Nachtfalternächte (= EMN) statt. Wieder sind europaweit Experten und Laien dazu eingeladen an dieser Aktion teilzunehmen. Dabei sind die „Experten“, also auch WIR als die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen, aufgerufen, öffentliche Licht- und Köderfangaktionen durchzuführen und die dabei gesammelten Daten der „Zentrale“ der Aktion zu melden. Vor allem sind aber auch interessierte Laien eingeladen, an den Lichtfängen teilzunehmen!
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Klimafolgenmonitoring Düsseldorf zum Download

Für alle Interessierten steht nun der neueste Bericht zum Klimafolgenmonitoring der Stadt Düsseldorf im Netz – u.a. mit einem Beitrag zu den Schmetterlingen (Tag- UND Nachtfalter im Eller Forst und auf dem Golfplatz Hubbelrath):

Download unter: http://www.ulfschmitz.de/Projekte.htm

Der Bericht selbst wird dort ca. 1 Jahr online bleiben und wird dann durch den neuen Bericht ersetzt, er kann aber heruntergeladen werden.

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Endlich: Daten aus Ostwestfalen importiert!

Datenbestand März 2013

Datenbestand März 2016

agestis_stand_2_2016

Nachweise von Aricia agestis aus den Daten der Arbeitsgemeinschaft. Stand Februar 2016

Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass wir zum ersten Mal darüber gesprochen haben, die Beobachtungsdaten der Arbeitsgemeinschaft online zu stellen. Im März 2013 war es dann soweit, die ersten Kartendarstellungen standen im Netz.
Mittlerweile hat sich der dargestellte  Datenbestand dramatisch erhöht, es gibt ein Datenbank-Team, viele Fehler und Ungenauigkeiten wurden erkannt und beseitigt. Die Online-Darstellung hat sich als unverzichtbares Arbeitsmittel der Faunisten etabliert, und viele Mitglieder unterstützen das Projekt durch Zulieferung von Beobachtungs- und Sammlungsdaten.
Einen großen Schritt nach vorne bei der Etablierung des Systems hat in den letzten beiden Wochen stattgefunden: Die Integration der Daten aus Ostwestfalen / Lippe, die in gedruckter Form schon vorlagen und jetzt von Rudolf Pähler und Hans Dudler für das online-Projekt zur Verfügung gestellt wurden.
Ein Beispiel an dieser Stelle: Die Karte von Nachweisen des Kleinen Sonnenröschen-Bläulings Aricia agestis zeigt, dass sich die Art in den letzten Jahren anscheinend von Osten kommend über das Ruhrgebiet bis an den Niederrrhein ausgebreitet hat.

Die Darstellung ist aber natürlich im Wesentlichen eine Karte der aktiven Beobachter und Datenmelder, wahrscheinlich kommt A. agestis noch an erheblich mehr Fundstellen im Gebiet der Arbeitsgemeinschaft vor. Diese Daten gilt es zu heben, die Praxis wird in den kommenden Jahren zeigen ob uns das gelingt. Um es mit Berthold Brecht zu sagen: „Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen“.

Immerhin stehen nun mit den drei Webseiten des Museums Karlsruhe unter schmetterlinge-bw.de, der Pollichia (schmetterlinge-rlp.de) und den Daten der Arbeitsgemeinschaft unter www.schmetterlinge-nrw.de Verbreitungsdaten von Basel im Süden bis nach Verden an der Aller im Norden im Netz. Ein großes Dankeschön! an alle, die daran mitgearbeitet haben!

 

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