Tagfalter im Steillagenweinbau: Bachelor und Masterarbeiten an der Mosel

Im Rahmen des Projektes „Biodiversität in Weinbausteillagen“ bietet das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel in Bernkastel-Kues in Kooperation mit dem Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut die Möglichkeit zur Anfertigung von Abschlussarbeiten zur Erlangung des Grades Bachelor bzw. Master of Science an.

Die Betreuung vor Ort findet bei allen Arbeiten durch die im Projekt beschäftigte Doktorandin Lea Jäger statt. Die darüber hinaus stattfindende Betreuung und Bewertung der Arbeiten übernimmt Prof. Dr. Thomas Schmitt (Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).

Die Untersuchungsflächen liegen in Pommern (Untermosel), Bernkastel-Kues und Kesten (Mittelmosel).

Details zur Ausschreibung


Termin 25. März 2018: Vortrag von Lea Jäger „Melitaea didyma“ – ein Profiteur des Steillagenweinbaus?“

Bericht über die Mittelmosel-Exkursion im Raum Minheim / Kesten 2017

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Schmetterlinge am Gewöhnlichen Beifuß (Artemisia vulgaris)

Drei Kleinschmetterlings-Arten, die bislang in unserem Arbeitsgebiet nur punktuell und selten nachgewiesen wurden, leben als Raupe an bzw. in den Blättern vom Gewöhnlichem Beifuß: Leucospilapteryx omissella (STAINTON, 1848) (Gracillariidae), Bucculatrix noltei PETRY, 1912 (Bucculatricidae), und Hellinsia lienigianus (ZELLER, 1852) (Pterophoridae). Der Mangel an Nachweisen ist verwunderlich, denn der Beifuß wächst in unserem gesamten Arbeitsgebiet überall. Mit diesem Beitrag möchte ich dazu anregen, künftig auch dieser Pflanze und ihren Bewohnern Beachtung zu schenken.

Leucospilapteryx omissella (STAINTON, 1848)

Willy BIESENBAUM (2010) führt im Faunenband  15 der Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalen L. omissella noch nicht auf. Der Erstfund der Beifuß-Miniermotte gelang Rudi Seliger 2011 im Bereich Schwalmtal am Niederrhein im Westen des Landes. Angeregt durch die sehr gute Dokumentation von Heidrun Melzer im Lepiforum machte ich mich in meinem heimatlichen Umfeld in Ostwestfalen gezielt auf die Suche, und fand die Art an Pflanzen, die an Straßenrändern und Feldwegen wuchsen.

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Die roten Blasenminen der zu den Echten Miniermotten (Gracillariinae) zählenden, winzigen Art sind sehr auffällig und können bei der herbstlichen Minensuche eigentlich nicht übersehen werden. Und so gelang mir der Nachweis in der Senne an drei Standorten in Stukenbrock (Kreis Gütersloh), Oerlinghausen (Kreis Lippe) und Bielefeld-Sennestadt. Die rötliche Blasenmine darf nicht verwechselt werden mit der Fliegenart Trypeta artemisiae (Fabricius, 1784). Diese Minen sehen schwärzlich aus und sind weniger aufgeblasen. Abbildungen und Hinweise finden sich auf der Webseite bladmineerders.nl/


Bucculatrix noltei PETRY, 1912

Willy BIESENBAUM (2010)  führt in Faunenband 15 der Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalens zu Bucculatrix noltei an, dass es nur Nachweise aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet und dem Niederrhein gibt. Er weist darauf hin, dass eine gezielte Nachforschung notwendig sei, da die Art in den Niederlanden sehr häufig ist.
Meine Raupensuche von Anfang September bis Mitte Oktober gestaltete sich stets als sehr ergiebig, denn der Lochfraß an den Pflanzen zeigt die Anwesenheit der Raupen sehr auffällig an. Egal an welchen Standorten ich suchte, viele Pflanzen waren mit Raupen besetzt: Stukenbrock, Gütersloh, Augustdorf, Oerlinghausen, Willebadessen.
Die Raupenzucht gestaltete sich als unproblematisch. Die abgeschnittenen Pflanzenstengel stellte ich in Wasserbehälter und dichtete den Stengel mit Papier rundherum ab, damit die Raupen nicht in das Wassergefäß krabbeln und dort ertrinken. Die Raupen verließen nämlich größtenteils die Pflanze und verpuppten sich am Boden des Zuchtbehälters, in diesem Fall ein 10-Liter-Eimer.

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Hellinsia lienigianus (ZELLER, 1852) – Braunfleckige Beifuß-Federmotte

Eine weitere Art, die bislang selten in unserem Arbeitsgebiet nachgewiesen wurde, ist  Hellinsia lienigianus (ZELLER, 1852). Die Raupe zieht als Schutz vor Fressfeinden und Raupen-Parasiten die Endspitze eines Beifuß-Blattes zusammen, die dann gerollt aussieht. Eher zufällig entdeckte ich zunächst eine Raupe Anfang September, da Bucculatrix noltei an dem Blatt schon gefressen haben musste, jedoch das zusammen gerollte Blatt untypisch war. Die Raupe der Federmotte befand sich dann in dieser Blattrolle. Weitere Raupen konnte ich in Sennestadt, Oerlinghausen und Stukenbrock jeweils Anfang bis Mitte September finden.

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Die Überwinterung der Raupen misslang mir leider. Ein Abkäschern der Pflanzen zur Flugzeit habe ich noch nicht ausprobiert, diese Methode dürfte jedoch erfolgreich sein.


Literatur:

BIESENBAUM, W. (2010): Die Lepidopterenfauna der Rheinlande und Westfalens, Band 15: BUCCULATRICIDAE u. GRACILLARIIDAE . 167 Seiten, 9 Farbtafeln. Leverkusen.

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Bonn / BFN: Artexperten im Bereich Insekten oder Spinnentiere gesucht

Im Fachgebiet „Monitoring“ des BfN zurzeit eine Stelle ausgeschrieben, die sich an Artexperten im Bereich Insekten oder Spinnentiere richtet. Auf Wunsch des BFN, und weil das ein höchst spannender Aufgabenbereich ist, präsentieren wir die Ausschreibung hier: Bewerbungsschluss ist der 05.01.2018.

Stellenausschreibung Kennziffer 136

Das Bundesamt für Naturschutz ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Wir beraten das BMUB in allen Fragen des nationalen und internationalen Naturschutzes und der Landschaftspflege, fördern Naturschutzprojekte, betreuen Forschungsvorhaben und sind zuständige Meeresnaturschutzbehörde für die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone sowie Genehmigungsbehörde für die Ein- und Ausfuhr geschützter Tier- und Pflanzenarten.

Für unsere Dienststelle in Bonn-Bad Godesberg suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt befristet für die Dauer von 3 Jahren (§ 2 WissZeitVG)

eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in
Vollzeit/Teilzeit
Kennziffer 136

für das Fachgebiet “II 1.3 – Monitoring –“.

Aufgaben:
Selbstständige wissenschaftliche Forschungsarbeit im Bereich Biodiversitätsmonitoring und Insekten
Wissenschaftliche Erarbeitung der Grundlagen für ein bundesweites systematisches Monitoring des Zustands und der Veränderung von Insektenpopulationen in der Gesamt-landschaft und deren Ursachen in Kooperation mit anderen Bundesbehörden, Landes-fachämtern, Forschungsstellen, Fachgesellschaften und Verbänden
Wissenschaftliche Aufarbeitung von Daten und Fakten aus den bundesweiten Monitoring und Langzeitbeobachtungs-Programmen für die Politikberatung sowie Erarbeitung ent-sprechender Empfehlungen und Stellungnahmen
Mitwirkung in relevanten Fach-/Wissenschaftsgremien, selbstständige Durchführung von Fachtagungen
Konzeption und fachliche Betreuung von Forschungsprojekten.

Voraussetzungen:
abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom-Universität oder Master-Abschluss) der Biologie, Zoologie, Ökologie, Geoökologie, Landschaftsökologie, Na-turschutz und Umweltwissenschaften oder Landschaftsplanung, Landschaftspflege
sehr gute Kenntnisse der Erfassungsmethoden von Insekten und Spinnentieren
sehr gute Artenkenntnisse und Kenntnisse der Ökologie einer oder mehrerer Ordnungen der Insekten oder der Spinnentiere
sehr gute Kenntnisse im Bereich Monitoring
sehr gute Kenntnisse im Bereich Naturschutz
Fähigkeit zu eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten
Fähigkeit zu interdisziplinärem und teamorientiertem Arbeiten
Kenntnis der Verwaltungsstrukturen im Naturschutz bei Bund und Ländern
gute englische Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
gute Kenntnisse in Statistik.

Es wird anheimgestellt, ggf. auch außerberuflich erworbene Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen anzugeben, die für die Auswahlentscheidung relevant sein könnten. Bei vorliegender Qualifikation erfolgt die Einstellung in Entgeltgruppe 13 TVöD.

Das BfN gewährleistet die berufliche Gleichstellung von Männern und Frauen. Es ist bestrebt, den Frauenanteil zu erhöhen und Unterrepräsentanz zu beseitigen. Qualifizierte Frauen werden nachdrücklich zur Bewerbung aufgefordert.

Von schwer behinderten Menschen wird nur ein Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt; sie werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Näheres über uns können Sie auf unserer Homepage unter www.bfn.de erfahren.

Falls Sie sich für diese Aufgabe interessieren, bitten wir um Ihre schriftliche Bewerbung (nicht per E-Mail) mit aussagekräftigen Unterlagen (Lebenslauf, Qualifikations- bzw. Studiennachweise, Arbeitszeugnisse bzw. dienstliche Beurteilungen, relevante Fortbildungsnachweise, ggf. Nachweis über Schwerbehinderung).

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung unter Angabe der Kennziffer 136 bis zum 05.01.2018 an das
Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstr. 110, 53179 Bonn

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Herbst-Kreuzflügel oder „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“

Während die Liebhaber der Weihnachtsmärkte sich im vorweihnachtlichen Lichterglanz der Großstädte treffen, erleuchten einzelne Schmetterlingskundler immer noch in den Abendstunden den Wald auf der Suche nach Nachtfaltern.

Alsophila acerara, Villewälder bei Brühl, 6 Dezember 2017 am Licht (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Alsophila aceraria, Villewälder bei Brühl, 6 Dezember 2017 am Licht (Foto: Karl-Heinz Jelinek)

Es gibt sie, die Schmetterlingsarten, die den unwirtlichen Spätherbst als ökologische Nische nutzen, um möglichen Fressfeinden zu entgehen. Neben den bekannten und häufigen Frostspannern (Erannis defoliara, Opheroptera brumata) befinden sich darunter auch einige seltene Arten.

Alsophila aceraria (Denis & Schiffermüller, 1775). der Herbst-Kreuzflügel, ist eine von ihnen. In NRW wird die Art als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1) auf der Roten Liste geführt. Ist dies berechtigt, oder liegt das daran, dass zu dieser späten Jahreszeit kaum noch jemand nach Faltern sucht?

Am 6. Dezember wurden in den Villewäldern bei Brühl südwestlich von Köln insgesamt fünf Männchen dieser Art durch den Autor am Leucht-Turm beobachtet. Der beschriebene Fund wurde im Bereich einer der Flächen gemacht, die im Rahmen des Life+-Projektes für Kottenforst und Ville als Mittelwald bewirtschaftet wurden.
Zuletzt wurde A. aceraria im Jahr 1999 in diesem Waldgebiet nachgewiesen.

Man kann die Art auch mit Hilfe künstlicher Pheromone nachweisen, was zurzeit von anderen Kollegen versucht wird. Entsprechende Pheromone gibt es in Ungarn bei Csalamon

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Melanargia alt und neu

Inhaltsverzeichnis von Jahrgang 28, Heft 4: Klick auf das Bild

Der 29. Jahrgang der „Melanargia“ ist komplett, Heft 4 steckt in der Post und wird die Mitglieder in wenigen Tagen erreichen. 

Das neue Heft enthält wieder einmal ein breites Spektrum der Schmetterlings-Faunistik: Autökologische Angaben von Spitzenarten der Roten Liste aus den letzten Hochmoorstandorten, Erstfunde von Arealerweiterern und bisher übersehenen Arten, zudem Bestimmungshilfe für schwer zu unterscheidende „Mikros“. Schriftleiter Günter Swoboda schafft es seit nunmehr fast 30 Jahren, ein interessantes Heft auf hohem Niveau zu erstellen. Vielen Dank dafür!

Das Internet-Angebot wird weiter ausgebaut, so konnten  bisher – Stand Ende November 2017 – die ersten sechs Jahrgänge der Melanargia (1989-1994) eingescannt werden, sie stehen unter „Veröffentlichungen >> Melanargia“ zur Verfügung. Weitere Jahrgänge werden in Kürze folgen, sobald sie aufgearbeitet sind. Dabei kommen Schätze zu Tage, die jetzt auch für die jüngeren Mitglieder erreichbar sind und gleichzeitig als Futter für Internet-Suchmaschinen dienen. Handgefertigte Karten und mit der Schreibmaschine getippte Text geben zudem schöne Einblicke in das Vereinsleben und die Arbeitsweise vor fast 30 Jahren.

Das Jahr 2017 war insgesamt geprägt von großem Medienecho zum Thema „Insektensterben“, der Wert der Artenvielfalt scheint wieder zu steigen. Diesen Schwung gilt es zu nutzen: Die Artenkenntnis in der breiten Bevölkerung ist nur noch marginal, den Rest besorgt das Glyphosat. Allerdings gibt es auch ein paar positive Ansätze durch die verschiedenen Online-Portale, Schmetterlinge fotografieren und bestimmen ist heute einfacher denn je. Solide Artenkenntnis braucht jedoch etliche Jahre, und ohne Anleitung durch „Alte Hasen“ (und Häsinnen) dauert es noch viel länger und macht weniger Spaß.

Die Arbeitsgemeinschaft hat deshalb im ablaufenden Jahr eine ganze Reihe von Exkursionen durchgeführt, mit spektakulären Beobachtungen an verschiedenen „Hotspots“ der Artenvielfalt.  2017 wird den meisten als ein ganz ordentliches Schmetterlingsjahr in Erinnerung bleiben. Mein ganz persönlicher Jahres-Höhepunkt waren die Lichtfänge und Tagesexkusionen ins Loreleygebiet. Am Mittelrhein rund um Kaub, Dörscheid, Bornich und St. Goarshausen werden wir auch 2018 wieder aktiv sein.

Die Kollegen vom Entomologischen Verein Krefeld, die ihre Funde seit vielen Jahre aufs Gramm genau protokollieren,  haben uns die besondere Bedeutung einer sauberen Dokumentation aller Beobachtungen vor Augen geführt. Jeder Falter zählt, aber nur wenn er auch aufgeschrieben und gemeldet ist! Der Datenbestand der Arbeitsgemeinschaft wächst weiter rasch, das Datenbank-Team ist mit den mittlerweile mehr als 120.000 Beobachtungsprotokollen gut beschäftigt. Das Abarbeiten des Altdaten-Berges ist mühsam, aber genau so wichtig wie die aktuelle Feldarbeit! Zudem steht die nächste Rote Liste auch schon wieder bevor. Jetzt kommen dann die so genannten „langen Winterabende“, vorab der Hinweis: Sauber aufgearbeitete Daten und Tabellen verarbeiten wir gerne, Wunder dauern etwas länger!

Und ganz nebenbei haben etliche Mitglieder noch Pflegeeinsätze zum Erhalt einiger Spitzenbiotope durchgeführt, unter anderem in Schloßböckelheim, Dahlem und im Recker Moor. Der ehrenamtliche Naturschutz ist nicht alleine auf die Expertise der Arbeitsgemeinschaft angewiesen, auch die praktische Umsetzung hat eine Menge Spaß gemacht!

Alle Vorträge, Exkursionen und Aktivitäten finden sich wie gewohnt auf der Terminseite! Und der Aufruf des Vorstand in Jahrgang 1 Heft 1 von 1989 gilt nach wie vor:

Wir wünschen uns eine rege Mitarbeit aus den Reihen der Mitglieder und viele interessante Beiträge.“

 

 

 

 

 

 

 

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Großer Fuchs ist Schmetterling des Jahres 2018

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den „Großen Fuchs“ (Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. Mit der Auszeichnung möchte die Stiftung auf die schlechte Überlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam machen.

Foto: R. Manderbach

Großer Fuchs – Nymphalis polychloros. (Foto: R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de)

In Deutschland steht der „Große Fuchs“ auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere; in Nordrhein-Westfalen ist er vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als „sehr stark rückläufig“ ein. Der Große Fuchs kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldrändern aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.
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Zwei an Esche lebende Nachtfalterarten werden häufiger

Sowohl die Ockergelbe Escheneule Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]) als auch der Eschen-Zackenrandspanner Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]) leben als Raupe an Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior). Seit einiger Zeit können beiden Arten in Nordrhein-Westfalen zumindest regional erfreulich regelmäßig beobachtet werden.

Atethmia centrago (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer

Die Flugzeiten der wunderschönen Falter erreichen im Spätsommer, meist gegen Ende August bis Anfang September, ihre Höhepunkte. Sie können zu dieser Zeit dann gemeinsam an der Lichtfanganlage beobachtet werden. Am besten kann man sie im direkten Umfeld alter Eschen nachweisen, in günstigen Nächten fliegen sie jedoch auch entfernt von Eschenbeständen die Lampe an. Bei Beobachtungen im Münsterland fiel auf, dass Atethmia centrago meist als einer der ersten Falter ans Licht kommt, wohingegen Ennomos fuscantaria oft erst nach Mitternacht erscheint. Dies könnte erklären, warum Ennomos fuscantaria an einigen Stellen an denen Atethmia centrago vorkommt bisher nicht nachgewiesen wurde.

Ennomos fuscantaria (HAWORTH, [1809]), Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Altenberge, 26.08.2017, Foto: F. Rosenbauer


Ein Blick in die online-Verbreitungskarten unserer Arbeitsgemeinschaft (nrw.schmetterlinge-bw.de) verrät, dass Ennomos fuscantaria schon in früheren Zeiten regelmäßig gefunden wurde, dann jedoch über etliche Jahre selten auftrat und sich erst jüngst im Bestand wieder zu erholen scheint. Ganz anders Atethmia centrago, die früher in weiten Teilen unseres Arbeitsgebiets fehlte, sich aber ab den späten 1990er Jahren, mit starker Fundortzunahme ab 2010, deutlich ausgebreitet hat.
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Lost in Luzerne – Exkursion zur Goldenen Acht

Quadratkilometer große, ausgeräumte Felder, künstlich aufgeschüttet aus dem Oberboden des Braunkohle-Tagebaus. Der Horizont dominiert von Gr0ßkraftwerken und Windparks: Einige Schmetterlingsarten vermehren sich auch in politisch völlig unkorrekten Landschaften prächtig. 

Eine Exkursion in ein politisches Minenfeld, zwei Wochen vor der Bundestagswahl? Der eine oder andere Naturschutz-Aktivist runzelte bedenklich die Stirne, beim Titel „Ein Paradies für den Schmetterling des Jahres – der Tagebau Garzweiler“. Aber die Lebenszyklen der Falter kümmern sich wenig um Wahlperioden,  Entomologen zumeist auch nicht, und so fand die Exkursion der Arbeitsgemeinschaft am Sonntag, 10. September 2017 guten Zulauf.

Exkursion der Rh.-Westf.Lepidopterologen am „Skywalk“ in Jackerath, 10. September 2017 (Foto: Armin Dahl)

Mitte September ist die Flugzeit der meisten Tagfalterarten vorbei, mit wenigen Ausnahmen. Eine davon ist die Goldene Acht (Colias hyale), die zwei Generationsfolgen im Jahreslauf durchmacht, die Herbst-Generation ist dabei erheblich individiuenreicher. Der Falter vermehrt sich vor allem in Rotklee- und Luzernefeldern, und die sind durch die  ertragsmaximierten Landwirtschaft selten geworden. Die Exkursion zum „Schmetterling des Jahres 2017“ führte deshalb in eine sehr spezielle „Landschaft“, in der es jedoch noch reichlich Luzernefelder gibt: Die Königshovener Höhe zwischen Bedburg und dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Strahlendes Wetter nach Dauerregen am Vortag, so muss es sein, wenn die Exkursion von einem Wetter- und Klimaexperten angeführt wird:  Knapp 20 Teilnehmer blinzelten am „Skywalk“ in Jackerath in die Sonne, hier hatte Organisator Karl-Heinz Jelinek den Treffpunkt angesetzt. Nach einem Blick ins Tagebau-Loch und auf die an der sonnigen Hangkante fliegenden Tagfalter ging es per Auto weiter mitten in den Windpark auf der Königshovener Höhe, ins Zielgebiet der Exkursion.

„Flurbereinigung  – hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“. Eine riesige Infotafel inmitten von noch größeren Feldschlägen, dazu ein paar Windräder als Strukturelemente, hier soll der Schmetterling des Jahres leben?  Weiterlesen

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