Faunistische Leckerbissen im herbstlichen Bergwald

In den letzten Tagen haben verschiedene Kollegen das Sauerland nach seltenen Arten abgesucht, Ziel waren vor allem verschiedene Bergahorn-Bestände mit Vorkommen von Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) – Ahorn-Lappenspanner und Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) – Parallelbindiger Kräuterspanner. Hier eine kleine Zusammenstellung aus den verschiedenen Mails, manch einer bekommt vielleicht Lust selbst noch ein paar Datensätze beizusteuern.

Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) - Ahorn-Lappenspanner. Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dierter Robrecht)

Nothocasis sertata (HÜBNER, [1817]) – Ahorn-Lappenspanner. Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) - Parallelbindiger Kräuterspanner, Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Mesotype parallelolineata (RETZIUS, 1783) – Parallelbindiger Kräuterspanner, Niedersfeld, 8. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Frank Rosenbauer schreibt zu den Biotopansprüchen von  Nothocasis sertata: „Insgesamt also eine in NRW sehr wenig beobachtete Art, was auf die speziellen Biotopansprüche (frisch-schattige Schluchtwälder in mittleren Höhenlagen (der von Lehmann bei Arnsberg beschriebene Biotop ist somit ein wenig außergewöhnlich), in höheren Lagen auch sonnigere Hanglagen mit autochthonen Vorkommen des Berg-Ahorn) die nur sehr lokal erfüllt werden, sowie der späten Flugzeit zurückzuführen ist.

Bei „normalem Wetter“ kühlen diese Biotop im Herbst meist so rasch aus, dass man auch mal nur mit einer pronuba und einer pyramidea auf der Liste nach Hause fahren muss

In anderen Gebieten geht die Art auch ins Flachland wenn kühle autochthone Berg-Ahorn-Vorkommen vorhanden sind, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein oder in Brandenburg.  […]
sertata war mit natürlichen Berg-Ahorn-Schluchtwälder im gesamten höheren Sauerland weit verbreitet. Da diese Biotope jedoch in der Masse leider Fichtenforsten weichen mussten, ist sie heute dort wohl nur noch lokal und außerhalb von Naturschutzgebieten wohl stark gefährdet.“

So richtig selten ist Nothocasis sertata in entsprechenden Biotopen aber nicht, die Kollegen berichten von bis zu 30 Faltern an einem warmen Abend, hinzu kommen Einzeltiere von M. parallelolineata und Larentia clavaria (Haworth, 1809).

In den Niederlanden ist Nothocasis sertata erstmals im Herbst 2014 in der Nähe von Maastricht in der Provinz Zuid-Limburg  nachgewiesen worden. In Belgien ist bei waarnemingen.be ebenfalls ein einzelner aktueller Fundort von sertata aufgeführt, so dass vielleicht in enstprechenden Waldbeständen der Eifel noch Chancen auf einen Neufund bestehen. Die Flugzeit von N. sertata erstreckt sich nach FORSTER & WOHLFAHRT (1981) von Ende August bis Mitte November, nach den wenigen vorliegenden Daten für Westfalen
vom 05. September bis 5. Oktober.

Die Raupenzeit wird in der Literatur von Mai bis Juni angegeben. OSTHELDER (1929) schreibt: „Raupe an Acer pseudo-platanus, sobald die Blätter frisch entwickelt sind, in große Blattquirle eingesponnen, die leicht kenntlich sind.“


Literaturlink:
LEHMANN, I. (1985) Entomologische Notizen aus Westfalen 4: Nothocasis sertata (HÜBNER, 1817) in Westfalen (Lepidoptera, Geometridae), – Natur und Heimat 45: 135-139

 

 

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Exkursion in die „Westfälische Wüste“

Die Herbst-Exkursion der Arbeitsgemeinschaft in die Senne fand Anfang September 2016 bei besten äußeren Bedingungen statt. In spätsommerlicher Hitze am Tag und warmen Nächten kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten.

Die Senne in Südwestfalen ist mit knapp 250 Quadratkilometern Ausdehnung  das größte zusammenhängende Heidegebiet in Nordrhein-Westfalen. Die mageren Sandböden in Verbindung mit der Nutzung als Truppenübungsplatz haben hier ein Biotopspektrum erhalten, das an die nährstoffarmen und an Rohboden reichen Zeiten erinnert, die in den meisten mitteleuropäischen Landschaften schon viele Jahrzehnte zurückliegen. Das einzigartige Artenspektrum dieser Lebensräume lockte denn auch ein kleines, aber entschlossenes  Trüppchen von Mitgliedern an, das unter kundiger Führung von Dieter Robrecht  verschiedene Heideflächen rund um das „NSG Moosheide“ südlich von Stukenbrock und den Westhang des Teutoburger Waldes bei Oerlinghausen erkundete.

Dieter Robrecht im Einsatz: Käscherfang in der trockenen Heide (Foto: Armin Dahl)

Dieter Robrecht im Einsatz: Käscherfang in der trockenen Heide (Foto: Armin Dahl)

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796])

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796]), Stukenbrock-Senne, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Später Nachweis: Synanthedon vespifomis noch am 2. und 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Später Nachweis: Synanthedon vespifomis noch am 2. und 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Hövelhof, NSG Moosheide, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Lichtfang-Standort im Kiefern-Birkenwald: Hövelhof, NSG Moosheide, 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Bereits die erste kurze Nachmittagsexkursion in eine kleine Sandheide-Fläche in der Nähe von Stukenbrock-Senne förderte zwei hochgradig spezialisierte Arten zu Tage, die in der Roten Liste für den Naturraum Westfälische Bucht als „vom Aussterben bedroht“ geführt werden.

Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) - Rollflügel-Holzeule, Hövelhof, 2. September 2016

Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) – Rollflügel-Holzeule, Hövelhof, 2. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Xestia castanea (ESPER, 1798) - Ginsterheiden-Bodeneule 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Xestia castanea (ESPER, 1798) – Ginsterheiden-Bodeneule 2. September 2016 (Foto: Dieter Robrecht)

Perfektionisten: Heinz Schumacher und Dieter Robrecht beim ablichten von "Mikros". 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Perfektionisten bei der Arbeit: Heinz Schumacher und Dieter Robrecht beim ablichten von „Mikros“. 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Am Rande des "Teuto": Sandgrube Oerlinghausen, 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Am Rande des „Teuto“: von der Sandgrube Oerlinghausen geht der Blick weit übers Paderborner Land, 3. September 2016 (Foto: Armin Dahl)

Pempelia palumbella, Oerlinghausen, Sandgrube Hasler, 3. September 2016 am Licht (Foto: Huberts Trilling)

Pempelia palumbella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775), Oerlinghausen, Sandgrube Hasler, 3. September 2016 am Licht (Foto: Hubertus Trilling)

 Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766) , Oerlinghausen, 3. September 2016, Foto: Armin Dahl

Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766) , Oerlinghausen, 3. September 2016, Foto: Armin Dahl

Catoptria lythargyrella (HÜBNER, [1796]) lebt nach PÄHLER & DUDLER (2010) „Vereinzelt, manchmal nicht selten auf Sandmager- und Sandtrockenrasen, in grasigen Heiden….. Nur an dürftigen, schütter bewachsenen Xerotherm-Standorten. In der Senne an eng begrenzten Standorten…….“ Die Falter sind leicht mit den dunklen Formen von Crambus perlella – Weißer Graszünsler zu verwechseln, so dass Falter per Foto schwer bestimmt werden können.

Die seltene Rostbinde Hipparchia semele (LINNAEUS, 1758) ist wie C. lythargyrella auf die wenigen noch vorhandenen trocken-sandigen Heidegebiete zurückgedrängt worden, auch diese Art lebt als Raupe an Gräsern. Das Abkäschern der blühenden Besenheide förderte zudem einige Raupen des Heidekrauteulchens Anarta myrtilli (LINNAEUS, 1761) zu Tage.

Eine kleine Überraschung brachte der spätere Nachmittag: In einer Pheromonfalle fing sich ein Männchen des Wespen-Glasflüglers Synanthedon vespiformis (LINNAEUS, 1761), jahreszeitlich weit außerhalb der Hauptflugzeit der Art im Juli.

Der eigentliche Höhepunkt des ersten Exkursionstages aber war der Lichtfang am Abend: Mit der geballten Power von sechs Leuchtanlagen offenbarten sich faunistische Schätze wie Rollflügel-Holzeule Xylena solidaginis (HÜBNER, [1800-1803]) und Ginsterheiden-Bodeneule Xestia castanea (ESPER, 1798). Die letztere war mit geschätzten 80! Faltern an Licht, Köderschnüren und vor allem an den Heideblüten geradezu massenhaft unterwegs. Dazu hier mal der Original-Kommentar von Frank Rosenbauer, der schon viele Nächte mit der Taschenlampe auf Truppenübungsplätzen unterwegs war:
„Die Häufigkeit der am Freitag an den Heideblüten gefundenen Faltern hing natürlich sehr eng mit dem schwülwarmen Wetter zusammen, was die Falter zur hohen Aktivität stimulierte. Da haben wir einfach Glück gehabt. In kühlen Nächten sieht man wesentlich weniger Individuen an den Blüten sitzen. Die mit Abstand beste und erfolgreichste Methode zum quantitativen Nachweis der Heidefalter (die in der Regel allesamt schlechte Lichtflieger sind und Aufgrund der konkurrierenden blühenden Heide wenig an den Rotweinköder gehen) ist das nächtliche Abkeschern der Calluna-Bestände im April und Mai, am besten bei leichtem Sprühregen bzw. hoher Luftfeuchtigkeit. Bei kühler Trockenheit kommen viele Raupen nicht hoch zum Fressen. Ähnliches gilt vermutlich für solidaginis an Heidelbeere.

Der Samstag-Vormittag war – auch Nachtfalter-Freaks müssen mal ausschlafen – der Erholung und Nachbereitung gewidmet, hier bestand ausgiebig Gelegenheit zum Fachsimpeln, und der eine oder andere Falter bekam noch einen Termin beim Fotografen.

Das Nachmittag- und Abendprogramm bestand aus Vorexkursion und Lichtfang in die Sandgrube Hasler in Oerlinghausen am Aufstieg zum Kamm des Teutoburger Waldes. An dieser auch geologisch interessanten Stelle kommen Kalk im Untergrund und Sand als dicke Auflage zusammen, in der Betriebsfläche stoßen trockene Besenheide-Flächen und Sandmagerrasen aufeinander und bilden einen für Insekten wie Entomologen höchst interessanten Lebensraum.

Geleuchtet wurde bis Mitternacht, nach zögerlichem Start hatten die Falter dann doch noch ein Einsehen mit den standfesten Exkursionsteilnehmern.

Und so standen am Ende doch mehr als 50 Großschmetterlingsarten auf den verschiedenen Listen, darunter wiederum Xestia castanea, die seltene Chi-Eule Antitype chi (LINNAEUS, 1758) und die in der Senne häufige Kiefernsaateule Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766). Hinzu kamen ein paar interessante „Mikros“ wie die an Heidekraut und Thymian lebende Pempelia palumbella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775).

Das Timing stimmte, am Sonntag vormittag setzte der in Ostwestfalen lange erwartete Regen ein, und die Rheinländer schwammen über die Autobahn nach Hause.  Das Fazit einer dreitägigen Kurzexkursion fiel bei allen Beteiligten positiv aus: Die Organisation durch die Westfalen klappte wie am Schnürchen, die „Westfälische Wüste“ hatte einen Teil ihrer Schätze offenbart, und so kommen wir in den nächsten Jahren gerne wieder vorbei!


Literatur: Pähler R. & H. Dudler (210): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 1, 608 S., 793 Farbfotos, 208 Verbreitungskarten

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Athetmia ambusta – Birnbaum-Eule in Wiesbaden

Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Birnbaumeule. Wiesbaden, 26. August 2016 am Licht (Foto: Elias Barnickel)

Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) – Birnbaumeule. Wiesbaden, 26. August 2016 am Licht (Foto: Elias Barnickel)

Die Birnbaum-Eule Atethmia ambusta ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) ist mit Sicherheit eine der seltensten Großschmetterlingsarten des Arbeitsgebiets. Und daß ausgerechnet einem „Newcomer“ ein Nachweis gelingt, der sich erst seit vergleichsweise kurzer Zeit intensiv mit Schmetterlingen beschäftigt, kann als gutes Omen für die weitere Karriere gelten. Jedenfalls ist der aktuelle Fund mitten im Stadtgebiet von Wiesbaden der bisher nördlichste in den Daten der Arbeitsgemeinschaft. Und Motivation für alle die auch in der „Normallandschaft“ und sogar in den Städten Licht- oder Köderfang betreiben.
Der Fundort der seltenen Birnbaumeule ist nicht gerade ein Spitzenbiotop, ein relativ schmaler Grasstreifen zwischen Mietshäusern und einem Sportplatz in Rheinnähe. Direkt an der Leuchtstelle gibt es keinen Birnbaum, der ja die einzige bekannte Futterpflanze der ambusta-Raupe in Deutschland darstellt. Aber natürlich ist der Rheingau insgesamt eine Wärmeinsel, und vielleicht hat die thermophile Birnbaumeule ja in den Städten ein Refugium gefunden.

Die beste Methode zur Nachsuche nach ambusta soll übrigens nach Angabe des pfälzischen Experten Ernst Blum das „Raupen kratzen unter Birnen“ Ende April – Anfang Mai sein. „Dabei kratzt man heruntergefallenes, altes Laub an der Stammbasis des Birnbaumes mittels eines kleinen Rechens oder einem ähnlichen Werkzeug zur Seite und findet dort die ambusta-Raupen. Gelegentlich sitzen sie auch in den unteren Rindenritzen des Stammes. „

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Pieris mannii in rascher Ausbreitung

Liebe Kollegen,
momentan sieht es so aus als würde der Norden des Arbeitsgebiets von einer Pieris-mannii-Welle überrollt: Es häufen sich die Funde von Faltern mit entsprechenden Merkmalen (siehe Pieris mannii im Lepiforum), Eiablagen an Schleifenblumen und auch – wichtigstes Bestimmungsmerkmal – L1-Raupen mit schwarzem Kopf.

Um die offensichtliche Ausbreitung sauber zu dokumentieren hier die Bitte:

  • Alle verdächtigen Falter-Beobachtungen notieren und wenn möglich gute Fotos oder Belege anfertigen!
  • die entsprechenden Pflanzen (Schleifenblumen, Rucola etc.) auf Befallsspuren, Eier und Raupen untersuchen, die Entwicklung der Sommergenerationen geht rasant vonstatten!
  • entsprechende Funde melden, soweit noch nicht geschehen: entweder über die üblichen Internet-Plattformen (lepiforum, naturgucker u.a.) oder hier über das Kontaktformular: In einer der nächste Melanargia-Hefte soll dann zusammenfassend berichtet werden.

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Exkursion der EGD nach Welschneudorf / Westerwald

Am 16. und 17. Juli 2016 fand unter der Leitung von Thomas Carl Reifenberg die Jahresexkursion der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf in den Wiesen um Welschneudorf und Oberelbert statt. Ziel dieser Exkursion war es, die Juwelen des Westerwaldes, den Dunklen- und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zu finden.

Die Besonderheit dieser Bläulinge ist es, dass sich die Raupen zunächst von den Blüten des Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis, Linné) ernähren. Nach Ablauf des Ernährungszyklus am Wiesenknopf lassen sich die Raupen zu Boden fallen und werden von bestimmten Arten von Wiesenameisen in ihr Nest getragen. Dort ernähren sich die Raupen dann von den Eiern und Larven der Ameisen und geben über die kalten Monate hinweg einen süßen Saft an die Ameisen ab. Dieses gelingt allerdings nur, weil die Raupen den artspezifischen Geruch der Ameisen annehmen, ansonsten würden sie von den Ameisen selbst als Nahrung angesehen und verspeist. Nach der Verpuppung der Raupen und dem nachfolgenden Schlupf des Schmetterlings müssen diese schnellstmöglich das Nest der Ameisen verlassen, da sie den artspezifischen Geruch verloren haben und sofort als Beute angesehen werden. Die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge können sich nur auf extensiv bewirtschafteten Heuwiesen nachhaltig weiter halten; deren Schutz ist das erklärte Ziel der Entomologen.

Der erste Vorsitzende der EGD, Dr. Jürgen Eckl begrüßte am Samstag die Teilnehmer im renommierten Landhotel Rückerhof und Thomas Schmidt übernahm den kulturellen Teil der Exkursion über die Gemeinde und Geschichte von Welschneudorf. Bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme startete die Exkursion pünktlich um 11:00 Uhr an der Kurfürstenhalle. Nach anfänglicher Resignation des Exkursionsleiters erhellte sich jedoch sein Gemüt, als sich die ersten Schmetterlinge doch entschlossen in Erscheinung zu treten, wie zum Beispiel: Kleiner Heufalter, Zitronenfalter, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Braunkolbiger- und Schwarzkolbiger Dickkopffalter sowie verschiedene Widderchen- um nur einige hier zu nennen. Gegen Ende der Exkursion am 16. Juli konnten auch noch wenige Exemplare vom Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea nausithous [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen werden.

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Das Highlight des Tages allerdings war der Erstnachweis des Karstweißlings (Pieris mannii, [Mayer, 1851]) außerdem konnte der Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata, [L. 1758] in Welschneudorf nachgewiesen werden. Am Samstagabend fand zusätzlich ein Leuchtabend statt, der interessante Arten wie den Pappelschwärmer Laothoe populi (L.) ans Licht lockte. Am Sonntagvormittag ging es dann in die Wiesen von Oberelbert. Hier wurde auch prompt der Helle Wiesenknopfameisenbläuling (Maculinea teleius, [Bergsträsser, 1779]) nachgewiesen.

Der besondere Dank der Entomologischen Gesellschaft Düsseldorf gilt dem Landhotel Rückerhof und dessen Personal, die sich zuvorkommend um die teils weit angereisten Gäste kümmerten, dem Ortsbürgermeister Bernd Labonte, der dem Schutz der Schmetterlinge nicht abgeneigt ist, dem Agrarökomomen Stefan Klaus aus Oberelbert, auf dessen vorbildlich für den Naturschutz bewirtschafteten Wiesen wir unserer wissenschaftlich geprägten Leidenschaft nachgehen konnten, sowie allen Bürgern der Gemeinden Welschneudorf und Oberelbert, die sich über die in den Wiesen herum stolzierenden, mit Kamera ausgestatteten Personen, gewundert haben.

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Artenschutz-Konferenz in Berlin und Exkursion in die Döberitzer Heide

Überall in der Welt sterben in zunehmendem Maße Tier- und Pflanzenarten aus. Die Forscher sind in hohem Maße besorgt über diesen sogenannten Biodiversitätsverlust. In Berlin trafen sich jetzt aus der ganzen Bundesrepublik Naturwissenschaftler von Hochschulen, Museen, verschiedenen Ämtern, dem Bundesumweltministerium und aus vielen Naturschutzfachverbänden.

Für unsere Arbeitsgemeinschaft nahm Dr. Wolfgang Vorbrüggen teil. Sein Fazit: „Es hat Spaß gemacht, mit vielen Gleichgesinnten, aber aus unterschiedlichen Fachrichtungen, positive Vorschläge zur Verbesserung der Forschung und der verbesserten Koordination der Naturschutzaktionen machen zu können: Gemeinsam sind wir stärker“.
Professor Wägele, Chef des Museums Alexander König in Bonn, forderte, dass das Thema des Verlustes der Biodiversität stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden müsse, damit auch die Politik sich stärker für dieses Thema einsetzt. Maßnahmen, die das Artensterben verursachen, müssten besser und zeitnäher unterbunden werden.
Alle Teilnehmer waren sich einig: Wenn diese Veranstaltung ein Startschuss für weitere Aktionen und für eine bessere Vernetzung der amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützer war, dann hat sich einiges Gute für die Natur in Berlin erreichen lassen.
Wer genauere Infos haben möchte, kann sich gerne über unsere Kontaktadresse melden. Wir melden uns zeitnah zurück.
Anhängende Erklärung verabschiedeten die Vertreter auf der Konferenz der Arten in Berlin. Darin richten sie über die Presse einen Appell an die Öffentlichkeit und Politik, sich mehr des Artenverlustes in der Umwelt bewusst zu werden und aktiv für den Erhalt der bisher überlebenden Arten zu tun.

Abschlusserklärung der Konferenz der Arten am 1. und 2.7.2016 in Berlin

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Exkursion in die Döberitzer Heide am 3. Juli 2016

Ab, raus aus den Vortragssälen in die Natur: Am Rande der Berliner Artenschutzkonferenz führte unser ortskundiges Mitglied, Dr. Oliver Schmitz, durch ein fantastisches Trockenheidegebiet in Brandenburg.
Die weitläufigen, lückigen Callunabestände, durchzogen von den typischen Heidecharakterarten incl. Massenbeständen der Grasnelke Armeria maritima, wechseln ab mit schattigen Busch- bzw. Waldrändern und Feuchtstellen.
Der Unterschied zu den Heidebeständen in Nordrhein-Westfalen war augenfällig. In Teilen der Döbritzer Heide befindet sich ein Auswilderungsgelände für Wisente. Die gewaltige Größe dieser Tiere selber zu sehen, beeindruckte die Westzipfler aus der Nähe von Aachen, obwohl sie eigentlich die kleineren Arten im Visier hatten.

Kleinzeugs gab es bei sonnigem, aber sehr windigem Wetter genug zu sehen! Erfreulich, dass auch die selteneren Arten individuenstark vertreten waren. Neben Plebejus argus (L.) flog der Ginster-Bläuling Plebejus idas (LINNAEUS, 1761), Hipparchia semele (L.) bevölkerte die offenen Grasflächen. Hyponephele lycaon (ROTTEMBURG, 1775) – Kleines Ochsenauge zeigte sich neben Maniola jurtina (L.). Auch der Dukaten-Feuerfalter Lycaena virgaureae (L.) zeigte sich in zahlreichen Exemplaren. Am Waldrand flogen Wachtelweizen-Scheckenfalter – Melitaea athalia (ROTTEMBURG, 1775) und das Weißfleckwidderchen Amata phegea (L.). Aus den feuchteren Flächen kamen Tiere von Heteropterus morpheus an die blütenreichen Wegränder. Für Hipparchia statilinus war es jahreszeitlich noch zu früh, die Art fliegt erst im Spätsommer. Dass es sich um eine Wärmeregion handelt, zeigte die kleine Spannerart Sterrha ochrata. Mit einer tollen Erfahrung kehrten die Exkursionsteilnehmer wieder zurück nach Berlin.

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Melanargia 28 Heft 2 erschienen

Melanargia_28_2_Titelbild_01Rechtzeitig zum Start der NRW-Sommerferien ist die neue „Melanargia“ erschienen.

Das 44 Seiten starke Heft 28 (2) entstand unter der bewährten Schriftleitung von Günter Swoboda und enthält wieder einiges an Neuheiten und Bestandsveränderungen bei Groß- und Kleinschmetterlingen aus dem Arbeitsgebiet des Vereins zwischen Höxter und Perl.

 

 

Das Inhaltsverzeichnis

BIESENBAUM, W.: Ein Beitrag zur Kleinschmetterlingsfauna des Niederbergischen Landes (Nordrhein-Westfalen) (Microlepidoptera) Nachträge und Ergänzungen S. 41-49
BIERMANN, H., BADTKE, G. & GOCKEL, J.: Tagfalter und Zygaenen der Trockenrasen bei Willebadessen (Kreis Höxter) (Lep., Diurna et Zygaenidae) 1. Nachtrag . S. 50-55
HANISCH, K.: Wiederfunde des Weißen Ordensbandes Catephia alchymista ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) in Nordrhein-Westfalen (Lep., Noctuidae). S. 56-69
SELIGER, R.: Aktueller Nachweis von Esperia sulphurella (FABRICIUS, 1775) in Deutschland (Lep., Oecophoridae).S. 70-73
WITTLAND, W. & SELIGER, R.: Delplanqueia dilutella (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) und Delplanqueia inscriptella (DUPONCHEL, 1836) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Anmerkungen zur Gesamtverbreitung (Lep., Pyralidae, Phycitinae) S. 73-82

Vereinsnachrichten
Einreihung der Großschmetterlingssammlung „WOLFGANG BECKERS, Köln” in die Landessammlung rheinisch-westfälischer Lepidopteren (G. Swoboda) S. 84

Veranstaltungen und Termine
Rheinland-Pfälzische Entomologentag mit Großregion Saar-Lor-Lux am 15.10.2016 im Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim (F. Dickert) S. 83
Treffen der deutschsprachigen Kleinschmetterlingsspezialisten S. 84

Die Mitglieder erhalten das neue Heft mit der Post, der Bezugspreis ist im Vereinsbeitrag (z.Z. € 25.–; Schüler und Studenten € 15.–) enthalten.
Für Nicht-Mitglieder beträgt der Bezugspreis € 25.– pro Jahrgang, Bestellung richten Sie bitte an den Schriftleiter.

Alle Veröffentlichungen

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15. Juli 2016: Exkursion in den Weyerer Wald (Urfey-Nettersheim)

Weyerer Wald-Wanderung: Von Buchenwäldern, Laserkräutern und Waldteufeln
Treffpunkt: 15.07.2015, 16:30 Uhr in Weyer-Urfey in der Urfeyer Straße an der Haltestelle der Buslinie 827; Dauer der Exkursion: 3 Stunden

Die Exkursion führt uns von Urfey aus durch das Urfeyer und das Königsfelder Tal in den Weyerer Wald. Auf der Exkursion lernen wir neben den bemerkenswerten alten Buchenbeständen des Weyerer Waldes v.a. auch artenreiche Saumbiotope und Magerrasen kennen mit Arten, die in NRW praktisch nur im Urfeyer Tal und im benachbarten Urfttal vorkommen, darunter das Breitblättrige Laserkraut und mit ein wenig Glück auch den Waldteufel.

Exkursionsleitung und Veranstalter: Stefan Meisberger, Kreisverband Natur- und Umweltschutz Kreis Euskirchen (KNU)
Die Exkursion ist auch auch für Nicht-KNU-Mitglieder offen!

Mehr Infos zum Weyerer Wald

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Literaturtipp: Schmetterlinge in Kyrill-Windwurfflächen in Hagen

Vor neun Jahren hat der Orkan Kyrill die Wälder im Bergischen, Sauerland und Siegerland ordentlich durchgeschüttelt. Die (positiven) Auswirkungen der Standortveränderungen auf die begleitende Schmetterlingsfauna im Raum Hagen beschreibt Vereinsmitglied Josef Bücker: Zahlreiche seltene und länger verschollene Arten konnten in den Jahren seit 2011 wiedergefunden werden:
Bücker, J. (201): Bemerkenswerte Funde von Schmetterlingen im Einzugsbereich der Kyrill-Windwurffolgeflächen in Dahl, Eilpe, Haspe und Hohenlimburg; Hohenlimburger Heimatblätter 77, Heft 6/2016, Seite 3-17

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Schlangenberg: Exkursion mit Lichtfang am 25. Juni 2016 (Samstag/Sonntag)

[Nachtrag: Die Schlangenberg-Exkursion ist auch 2016 wieder komplett ins Wasser gefallen. Dauerregen am Tag, klarer Himmel mit Nebel und starker Abkühlung am Abend haben uns aber nicht abgehalten: Hier das vorläufige Protokoll vom Lichtfang]

Das NSG Schlangenberg bei Breinigerberg/Stolberg ist ein hochinteressantes Gebiet am Nordrand der Eifel mit flächigen Schwermetallarealen, dem Violetum calaminariae, einer Schwermetallflur als prägendem Element. Durchzogen wird es von feuchten Gräben, Kalk-Halbtrockenrasen, Heideelementen und umgeben ist es von artenreichen Buchenwäldern.
Die Faltervorkommen sind an die verschiedenen Strukturen angepasst. (Botanische Exkursionen kommen von weltweit hierher.)

Der Schlangenberg beherbergt eine in der Region einzigartige Schmetterlingsfauna mit Spitzenarten wie Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), Braunfleckigem Perlmutterfalter (Boloria selene), Thymian-Widderchen (Mesembrynus purpuralis), Mittlerem Perlmutterfalter (Fabriciana niobe) und Geißklee-Bläuling (Plebejus argus).

Die Arbeitsgemeinschaft veranstaltet dorthin am 25.6.2016 eine Tagesexkursion. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Parkplatz des Sportplatzes Breinigerberg (in der Senke der Hauptstraße=Breinigerberg). Von dort aus Begehung des ca 110 ha großen Gebietes und der Umgebung. Anschließend Einkehr in einem Gasthaus des Ortes.
Am Abend besteht die Möglichkeit zum Lichtfang. Aufgrund der Örtlichkeit sind 5 Anlagen maximal sinnvoll. Bitte vorher Anmeldung bei Dr. Wolfgang Vorbrüggen, w.vorbrueggen@web.de, Tel.: 02405 14652
Dr. Vorbrüggen wird am Abend die Aufstellung im und am Gebiet besprechen. Grundlage der Genehmigung der ULB Aachen ist die Erstellung einer Artenliste. Deshalb also die Funddaten bitte anschließend an Dr. Vorbrüggen melden!
Die Exkursion findet bei jedem Wetter statt.

Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe bestehen. Um die Unterkunft bemüht sich bitte jeder selbst.
Folgende Adressen können gut kontaktiert werden:
Hotel Burghof, Eifelstr. 2, 52224 Stolberg
Gästehaus Dahmen, Aachenerstr. 58, 52223 Stolberg
Appartementanlage zum Walde, Klosterstr. 4, 52224 Stolberg
Hotel Vichter Landhaus, Münsterau 140, 52224 Stolberg
Romantik Parkhotel Am Hammerberg, Hammerberg 11, 52222 Stolberg

Weitere Termine

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Mittelmosel-Exkursion: Der Kaiser als Krönung!

Die Exkursion an die Moselschleife bei Reil wird den Teilnehmern für eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben: Wetterglück und tolle Lebensräume kamen zusammen und die Artenliste war entsprechend lang.

Zum Internationalen Tag der Artenvielfalt hatte Thorsten Melsheimer ins Weindörfchen Reil an der Mittelmosel eingeladen, auf seinem Ökoweingut die Biodiversität live zu erleben. Schließlich bewirtschaftet er seine Weinberge so, dass die Artenvielfalt gefördert wird, und auch dort, wo kein Weinbau mehr betrieben wird, hat er Ziegen als Landschaftspfleger im Einsatz.
Armin Dahl war gern in seine alte Heimat gekommen, um in einem Bildervortrag schon einmal die Lebensbedingungen der Schmetterlingen in den Steillagen an der Mosel zu erläutern und einige der schönsten und seltensten Vertreter vorzustellen – und was jeder tun kann, um die Schmetterlinge zu fördern. Der Hinweis, der ökologisch korrekte Weingenuß diene schließlich der Artenvielfalt, wurde vom zahlreich erschienenen Publikum gern aufgegriffen und bei der anschließenden Weinprobe im Keller gleich in die Tat umgesetzt.
Die Initiative „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“, die Anne Buchsbaum vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau vorstellte, hat auch zum Ziel, mehr Winzer in Richtung Ökologie bei der Bewirtschaftung der Steillagen zu bewegen, Maßnahmen für mehr Blütenreichtum  in den Anbauflächen zu fördern sowie gezielt einzelne Brachflächen durch Beweidung oder Mahd freizuhalten.

Melitaea didyma (ESPER, 1778) - Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Melitaea didyma (ESPER, 1778) – Roter Scheckenfalter. Reil, Mullay / Hofberg, 21. Mai 2016 (Foto: Brigitte Schmälter)

Schon vor der eigentlichen Hauptveranstaltung, dem öffentlichen Lichtfang, hatten einige Teilnehmer die Zeit genutzt und im Rahmen der Vorexkursion die Moselschleife rund um das Belle-Epoque-Städtchen Traben-Trarbach erkundet. Dabei gelangen bereits tolle Beobachtungen, wie die des Roten Scheckenfalters Melitaea didyma (ESPER, 1778), der seit vielen Jahrzehnten an der Mittelmosel nicht mehr nachgewiesen wurde.

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) - Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758) – Bart-Spannereule. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Zum Anbruch der Dunkelheit hatten dann sechs passionierte „Flatterleute“ mehrere Leuchtanlagen am steilen Mullay-Hofberg / Pfefferberg aufgebaut und brauchten nicht lange auf die ersten Falter zu warten. War das ein Anflug! Nach einem warmen Kaiserwettertag und bei einem nachsichtigen Vollmond, der sich meist hinter einen Wolkenschleier zurückzog, flogen über 100 Großschmetterlingsarten an, darunter Raritäten wie die Eichenglucke Phyllodesma tremulifolia (HÜBNER, [1810]) und die wärmeliebende Bart-Spannereule Pechipogo strigilata (LINNAEUS, 1758).

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)

Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) – Kaiserbär. Reil, 21. Mai 2016 am Licht (Foto: Armin Dahl)


Eine recht große Gruppe von Interessierten aus dem Nachmittagsvortrag kam ebenfalls dazu, um die Nachtfalter in ihrer Vielgestaltigkeit zu bewundern. Als Krönung gab sich wunschgemäß der Kaiserbär Epatolmis luctifera ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) die Ehre, sogar in doppelter Ausführung und zum Entzücken der Anwesenden. Die ganze Nacht begleitete der Gesang der Nachtigallen die anfliegenden Falter und die „Mottenfänger“, die ihre Leuchten erst einpackten, als schon der Morgen dämmerte.


weiterführende Links
Historische Weinbaulandschaften der Mosel mit Details zu den Projektflächen

Online-Nachweiskarten der Schmetterlinge des Arbeitsgebiets

Wettervorhersage für die Region Mittelmosel

Kartendienst für Rheinland-Pfalz

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Josef Pascher verstorben

Liebe Kollegen,
gestern erreichte mich die Nachricht vom Ableben von Josef Pascher. Er war zwar nicht Mitglied unseres Vereines, denke aber, dass wir ihm einiges zu verdanken haben.

Josef Pascher, 19.8.1924 - 1.5.2016

Josef Pascher, 19.8.1924 – 1.5.2016


Josef Pascher hatte als Klassenlehrer Leo Ditgens, einen seinerzeit bekannten Lepidopterologen, der ab 1930 u.a. auch in der Wahner Heide Schmetterlinge sammelte und älteren Vereinsmitgliedern noch bekannt sein dürfte. Dieser brachte einmal einen Schmetterlingskasten mit zur Schule. Der damals etwa neun Jahre alte Josef war von den Schmetterlingen in diesem Kasten derart fasziniert, dass er sich von seinem Vater einen Schmetterlingskasten mit bunten Schmetterlingen zu Weihnachten wünschte. Josef Pascher sen. setzte sich darauf mit Leo Ditgens in Verbindung und der Wunsch des kleinen Josef ging in Erfüllung.
Beide, Vater und Sohn, waren von den hübschen Schmetterlingen derart angetan, dass sie im nächsten Jahr, das müsste 1934 gewesen sein, das Sammeln von Schmetterlingen zum gemeinsamen Hobby erklärt haben. Da der Wohnort Troisdorf war, lag es nahe, dass in der Wahner Heide gesammelt wurde. Diese wurde dann jedoch für die Bevölkerung von den Militärs gesperrt und wieder als Truppenübungsplatz genutzt. Durch Beziehungen zum Museum Alexander Koenig, Bonn, konnte eine Begehungserlaubnis für die Wahner Heide erreicht werden, was zum damaligen Zeitpunkt äußerst schwierig war. Beide, sowie der jüngere Bruder, konnten daher in den nächsten Jahren die dortige Schmetterlings-, Bienen- und Käferfauna erforschen. Wegen einer lebensgefährlichen Insektenstich-Allergie konnte Josef Pascher sen. die Heide nach 1951 nicht mehr aufsuchen. Josef Pascher jun. zog es beruflich nach Koblenz, wo er dann später die Kindergeldstelle leitete.
Die umfangreiche Sammlung (Tag-und Nachtfalter) wurde bereits Anfang der 50er Jahre dem Museum Koenig überlassen, eine weitere Sammlung, die seinerzeit im alten Flughafengebäude ausgestellt wurde, ging an den Kölner Zoo und ist später ebenfalls dem Museum Koenig übergeben worden.
Ich hatte in den letzten 10 Jahren Kontakt zu Josef Pascher jun., er konnte mir noch viel Wissen über die Schmetterlingsfauna der Wahner Heide hinterlassen, z.B. wo zu seiner Zeit das Große Wiesenvögelchen Coenonympha tullia, der Scheckenfalter Euphydryas aurinia sowie viele andere flogen.

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Pflegeeinsatz an der Nahe

Die Prognose war bescheiden, Starkregen, Wind und nächtlicher Temperatursturz angesagt, deshalb die Zahl der Helfer auch überschaubar. Die wenigen Getreuen wurden mit unerwartet schönem Wetter belohnt: Bei strahlendem Sonnenschein konnten während der Arbeit mit Freischneider und Rechen die ersten Aurorafalter, Taubenschwänzchen und Heidespanner (Ematurga atomaria) vor der tollen Kulisse des Felsenbergs bei Schloßböckelheim beobachtet werden.
Ziel des Einsatzes: Der Schlehenjungwuchs auf den trockenen Kuppen, die von der Arbeitsgemeinschaft schon seit vielen Jahren betreut werden, sollte soweit möglich zurückgedrängt werden, ohne die restliche Vegetation allzu sehr zu schädigen. Nach drei Stunden war dann auch alles geschafft und „Einsatzleiter“ Heinz Schumacher zufrieden.
Der sich an den Pflegeeinsatz anschließende Lichtfang stand zwar unter dem Zeichen der herannnahenden Kaltfront, musste bei einsetzendem Regen schon gegen 23.00 Uhr abgebrochen werden. Trotzdem gelangen wieder einige tolle Beobachtungen der einzigartigen Fauna des Nahetals, so dass am Ende feststand: Trotz weiter Anfahrt und typischem Aprilwetter hat sich der Ausflug an die Nahe gelohnt!

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Die Magie des Flügelschlags – Vereinsmitglieder in der Presse

Josef Bücker, Kommunalpolitiker aus Hagen und nebenher in den letzten Jahren zu einem der profiliertesten Mikro-Experten der Arbeitsgemeinschaft gereift, wird in der Westfalenpost in einem schönen Porträt unter dem Titel Magie des Flügelschlags vorgestellt.

Heinz Schumacher, den 2. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, muss man niemandem mehr vorstellen: Sein Engagement für die Erhaltung des Grauwacke-Steinbruchs Schönenberg im Rhein-Sieg-Kreis würdigt ein Artikel im Magazin „Respektiere“ des Vereins Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) mit Sitz in Much.

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Auszeichnung für Fürstin Gabriela zu Sayn Wittgenstein-Sayn

Unbenannt-1Da Fürstin Gabriela die Auszeichnung für die 25 jährige Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch- Westfälischen Lepidopterologen anlässlich der Jahreshauptversammlung am 20. März 2016 nicht persönlich entgegen nehmen konnte. wurde der Schmetterlingsfürstin im Garten der Schmetterlinge, aus der Hand von Thomas Carl Reifenberg, die Urkunde und die Silberne Vereinsnadel übereicht.
Fürstin Gabriela würdigte die Arbeit der renommierten Arbeitsgemeinschaft die sich für Erforschung, Schutz und Erhalt der Schmetterlingsfauna einsetzt.

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